Fachinformation Hitzewarnung - Sicherheitsinformation für den Feuerwehrdienst

24. Juni 2026

Neue Fachinformation des Fachbereichs 8 - Ärztlicher Dienst und Gesundheitswesen

Die kommende Hitzewelle stellt eine zusätzliche Belastung für jeden Einsatz dar. Schutzkleidung, körperliche Anstrengung und Hitze sind eine gefährliche Kombination.

Bitte diese Hinweise beachten und an Kameradinnen und Kameraden weitergeben.

Gefahren im Einsatz bei Hitze

  • Hitzestau in der Schutzausrüstung: Durch Einsatzkleidung kann sich die Körpertemperatur deutlich schneller erhöhen als im Alltag.
  • Flüssigkeits- und Salzverlust: Schweißverlust führt rasch zu Kreislaufproblemen, Krämpfen und nachlassender Konzentration.
  • Erhöhtes Risiko für Notfälle: Erschöpfung, Hitzschlag und Kreislaufkollaps treten bei hohen Temperaturen deutlich häufiger auf.
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit: Schwindel und Erschöpfung erhöhen die Unfallgefahr bei Fahrzeugen, Geräten und auf der Einsatzstelle.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Ausreichend trinken: Vor, während und nach dem Einsatz regelmäßig Wasser oder ungesüßte Getränke trinken – nicht erst bei Durstgefühl.
  • Pausen einhalten: Wo einsatztaktisch möglich, kurze Erholungspausen im Schatten oder klimatisierten Bereich einplanen.
  • Rotation der Einsatzkräfte: Mannschaft im Hitzeeinsatz rotieren, um Dauerbelastung Einzelner zu vermeiden.
  • Auf Kameradinnen und Kameraden achten: Atemschutzgeräteträger und stark exponierte Kräfte gezielt überwachen und früher ablösen.
  • Schutzkleidung bewusst handhaben: Schutzausrüstung möglichst zügig nach Einsatzende öffnen bzw. ablegen, sobald die Lage es zulässt.

Warnzeichen erkennen

Stufe Anzeichen Maßnahme
Leicht Starkes Schwitzen, Durst, Müdigkeit, Kopfschmerzen Schatten aufsuchen, trinken, Pause machen
Mittel Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe, blasse Haut Einsatz unterbrechen, kühlen, Flüssigkeit zuführen, beobachten
Schwer (Notfall) Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung, heiße trockene Haut, kein Schwitzen mehr SOFORT Funk-Hilferuf absetzen, kühlen, Betreuung bis Eintreffen der Rettungskräfte

 

Im Notfall

1. Person sofort aus der Hitze / Schutzkleidung bringen, Schatten oder kühlen Raum aufsuchen.

2. Sofort über Funk Hilfe anfordern und Einsatzleitung informieren – Symptome klar schildern.

3. Kleidung öffnen, wenn möglich aktiv kühlen (Wasser, feuchte Tücher), keine eiskalten Güsse bei Bewusstlosigkeit.

4. Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage, Atmung kontrollieren, bei Atemstillstand Reanimation beginnen.

 

Besondere Hinweise für Atemschutzgeräteträger

  • Erhöhte Gefährdung: Die Kombination aus Atemschutz, Schutzkleidung und körperlicher Höchstleistung führt bei Hitze zu einer extremen thermischen Belastung des Körpers.
  • Einsatzbeschränkung: Bei Hitzewetterlage gilt: Atemschutzgeräteträger gehen pro Einsatz nur einmalig unter Atemschutz vor. Ein erneuter Einsatz unter Atemschutz ist an demselben Einsatztag zu vermeiden.
  • Nachsorge: Nach dem Atemschutzeinsatz ist eine ausreichende Erholungsphase mit Flüssigkeitszufuhr und körperlicher Entlastung sicherzustellen. Die Einsatzleitung ist für die Umsetzung dieser Maßnahme verantwortlich.

Dringende Empfehlung: Vermeidet Einsätze ohne Absicherung durch den Rettungsdienst!