150 Tage im Amt
Fragen an die neuen stellvertretenden Vorsitzenden KBR Markus Barnsteiner und KBR Jürgen Kohl | Aus: Florian Kommen Nr. 147 (März 2026)
Wie seid ihr damals zur Feuerwehr gekommen? Erinnert ihr euch, was euch damals am Feuerwehrdienst besonders gereizt hat?
Markus Barnsteiner: Ich war bereits (lange) vor meinem offiziellen Eintritt mit 14 Jahren, das war damals die Altersgrenze für den Eintritt in die Jugendfeuerwehr, sehr gerne im Feuerwehrhaus. Natürlich auch, weil mein Vater aktiver Feuerwehrmann war. Mein Kommandant hatte mir dabei Fahrzeuge und Ausrüstung bis ins Detail gezeigt und erklärt, unzählige Fragen beantwortet und mich dadurch schon auf meinen künftigen Dienst in der Feuerwehr vorbereitet. Den Menschen schnell und unkompliziert als Feuerwehr helfen zu können, das hat mich dabei schon immer hoch motiviert.
Jürgen Kohl: Meine ersten Berührungspunkte mit der Feuerwehr waren bereits sehr früh, als es noch keine Kinderfeuerwehren gab; da hat nämlich mein Vater und mein Großvater einen Polizeibus T2 zu einem Feuerwehrfahrzeug meiner Heimatfeuerwehr umlackiert. Da war ich als Kind natürlich mit in der Werkstatt dabei.
Dann war natürlich mit dem damaligen Eintrittsalter 14 Jahre der Wissenstest vorprogrammiert und der Weg in der Jugendfeuerwehr machte mit allen Schulfreunden richtig viel Spaß, sodass schon immer die Kameradschaft eines meiner Themen war, die mich an der Feuerwehr besonders interessierten.
Ihr beide engagiert euch seit vielen Jahren auch im Verbandswesen für die Feuerwehren. Was war eure erste verbandliche Funktion, die ihr übernommen habt und was hat euch damals dazu bewogen verbandlich aktiv zu werden?
Jürgen Kohl: Zunächst war ich stv. Jugendwart in meiner Heimatfeuerwehr. Man wusste schon aus anderen Vereinen, dass es nur, wenn viele gemeinsam anpacken, zu einer guten Geschichte wird. Danach wurde ich gefragt, ob ich die Kreisjugendfeuerwehr beim Kreisjugendring unterstützen würde, und das war im Nachhinein eigentlich der Weg sich auch überregional für die Feuerwehren zu engagieren. Wie schon gesagt, es geht immer darum einen gemeinsamen Weg zu finden das Feuerwehrwesen in seiner gesamten Bandbreite zu vertreten und nach vorne zu bringen.
Markus Barnsteiner: Als junger Kreisbrandmeister war es selbstverständlich auch als Einzelmitglied in den Kreisfeuerwehrverband einzutreten. Die Mitwirkung bei der Erstellung des beliebten Feuerwehrmagazins im Landkreis, Durchführung des Kreisflorianstages und Unterstützung beim Kreisjugendfeuerwehrtag als ehemaliger Jugendwart war hier schon fast obligatorisch. Meine erste offizielle verbandliche Funktion war aber tatsächlich die Übernahme der Leitung im Fachbereich 4 „Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz“ des Bezirksfeuerwehrverbandes Schwaben im Jahr 2007. Diesem breit gefächerten Fachbereich, der auch für uns Feuerwehrführungskräfte und den Brandschutzdienststellen enorm wichtig ist, bin ich bis heute treu geblieben.
Seit letzten September habt ihr das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden im LFV Bayern inne. Welche Aufgaben übernehmt ihr in dieser Funktion?
Markus Barnsteiner: Gemeinsam mit unserem Vorsitzenden Hannes Eitzenberger vertreten wir unseren Landesfeuerwehrverband bei offiziellen Anlässen und Terminen nach außen. Wir arbeiten zusammen im Vorstand an der Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens in Bayern und beteiligen uns natürlich auch an der Facharbeit. Als Mitglieder im Verbandsausschuss ist es uns zudem enorm wichtig die Stimmen aller Bezirksverbände und (Fach-)Bereiche mit aufzunehmen, um damit ein breites Meinungsbild unseres Landes wiedergeben zu können.
Jürgen Kohl: In dieser Funktion dürfen wir zudem viele Personen kennenlernen, die für die Ausrichtung unserer Feuerwehren wichtig sind. Außerdem ist es eine große Ehre das riesige Engagement in Bayerns Feuerwehren - ob haupt- aber auch ganz besonders ehrenamtlich - wertzuschätzen und zu vertreten
Welche Schwerpunkte seht ihr in der Arbeit des LFV Bayern für die nächste Zeit? Und wie gestaltet sich eigentlich die Zusammenarbeit, wenn man die Interessen der Feuerwehren aus ganz Bayern vertritt?
Markus Barnsteiner: In der breiten Themenvielfalt und den beinahe täglich neuen Fragestellungen in unserem Feuerwehrdienst bleibt es eine große Herausforderung sich überall aktiv mit einzubringen. Doch hier müssen wir weiterhin versuchen immer präsent „am Ball“ zu bleiben. Grundsätzlich aber brauchen wir wieder mehr Einheitlichkeit. Von den Feuerwehrfahrzeugen über den Bau von Feuerwehrhäusern zur Schutzkleidung. Die Verantwortlichen in unseren Feuerwehren müssen zudem dringend entlastet werden. Die Kommunen benötigen Hilfestellungen, um die gemeindliche Pflichtaufgabe weiterhin bewältigen zu können.
Jürgen Kohl: Die Schwerpunkte ergeben sich dabei aus den gesetzlichen Vorgaben, der finanziellen Situation und weltpolitischen Lage. Wir müssen gemeinsam sehen, dass die Feuerwehrarbeit in den größten Teilen Bayerns ehrenamtlich weiterhin geleistet werden kann. Themen wie die Sammelbeschaffungen müssen zu einem positiven Ergebnis für alle Beteiligten führen. Das immer wieder angesprochene Thema einheitliche Bekleidung müssen wir angehen. Wir dürfen uns aber nicht auseinanderdividieren lassen, keiner soll mit dem Kopf durch die Wand, sondern in enger demokratischer Abstimmung wollen wir alle das Beste für Bayerns Feuerwehren.
Markus Barnsteiner: Die Gremienarbeit in allen Bereichen ermöglicht es uns sehr nah an der Basis zu sein. Wichtig aber bleibt auch der ständige Dialog und der fachliche Austausch. Hannes, Jürgen und ich arbeiten eng zusammen und sind gut vernetzt. Wir stimmen uns, auch dank moderner Kommunikationsmöglichkeiten, regelmäßig ab. Diese enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit bildet die Basis für ein erfolgreiches Wirken. Das motivierte Team der Geschäftsstelle hält uns den Rücken frei und leistet wertvolle Unterstützung bei der Bewältigung unserer Aufgaben.
Jürgen Kohl: Die Zusammenarbeit im Team des Vorstandes mit Hannes und Markus ist wirklich schön und kameradschaftlich auf Augenhöhe, aber auch das Team der Geschäftsstelle hat uns sehr gut aufgenommen. Bayern ist als großer Flächenstaat schon sehr unterschiedlich strukturiert, so gibt es neben den großen Feuerwehren auch viele kleine Feuerwehren auf deren Bedürfnisse es gilt einzugehen. Wir versuchen uns hier wirklich eng abzustimmen.
Warum lohnt es sich, sich neben dem aktiven Dienst auch im Verband zu engagieren? Was würdet ihr Interessierten raten, die sich selbst einbringen wollen?
Jürgen Kohl: Das Engagement in der Feuerwehr ist toll. Im Aktiven Bereich kann man kameradschaftlich bei Einsätzen Menschen helfen.
Aber genauso braucht es die Vereine, die mit ihren Aktivitäten oft das Dorfleben gestalten, die Gemeinschaft fördern und auch helfen. Dabei mitzuwirken ist eine tolle Aufgabe: sich für die Feuerwehren (Mitmenschen) einzubringen, nicht nur reden, sondern mitmachen, das ist es, warum es sich lohnt sich zu engagieren.
Markus Barnsteiner: In der Verbandsarbeit werden unter anderem auch die Grundlagen für den aktiven Feuerwehrdienst geschaffen. Somit sind aktiver Dienst und Verbandsarbeit untrennbar miteinander verbunden. Wir haben in Bayern glücklicherweise mit über 330.000 Feuerwehrdienstleistenden ein enormes Kapital an Wissen und Kompetenz. Sich mit der Erfahrung aus dem täglichen Dienstbetrieb und Einsatzgeschehen beim Verband zu engagieren bietet daher einen Mehrwert für alle. Nicht umsonst lautet das Motto unserer Verbandsarbeit seit jeher: „Gemeinsam mehr erreichen!“ Jeder der sich aktiv einbringen möchte findet in den 15 Fachbereichen der Kreis- und Stadtfeuerwehrverbände eine erste Anlaufstelle. Aber darüber hinaus werden immer auch Unterstützer und Mitarbeiter für überörtliche Projekte gesucht. Die Kontakte zu den Ansprechpartnern vor Ort sollten bekannt sein. Komm gerne mit ins Team: Dabei sein gibt alles!
Steckbrief: Markus Barnsteiner
Bei der Feuerwehr seit: 1990 / Freiwillige Feuerwehr Obergermaringen
Funktionen:
- Kreisbrandrat und Vorsitzender des KFV Ostallgäu
- Vorsitzender des BFV Schwaben
- Seit 09/2025 stellvertretender Vorsitzender des LFV Bayern
Steckbrief: Jürgen Kohl
Bei der Feuerwehr seit: 1994 / Freiwillige Feuerwehr Seubersdorf i.d.OPf.
Funktionen:
- Kreisbrandrat und Vorsitzender des KFV Neumarkt i.d. Opf.
- Vorsitzender des BFV Oberpfalz
- Seit 09/2025 stellvertretender Vorsitzender des LFV Bayern
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Aus: Florian Kommen Nr. 147 (März 2026)