Projekt Blickwechsel
Verein(t) gegen Hass - Antisemitismus keine Chance geben |Aus: Florian Kommen Nr. 147 (März 2026)
Judenfeindlichkeit ist seit Jahrhunderten ein dauerhaftes gesellschaftliches Problem. Die antisemitischen Vorfälle in Bayern steigen in den letzten Jahren stetig an. Dabei zeigen sich die Formen des Antisemitismus sehr unterschiedlich, die Verbreitung von Verschwörungstheorien, Hass und Hetze gegen sich öffentlich bekennende Juden, die Ablehnung von Israel, Gewalttaten – die sich gegen jüdische Menschen oder deren Einrichtung richten, stellen nur eine kleine Aufzählung dar.
Hier ist vor allem Zivilcourage und Haltung gefragt, was nicht nur als Aufgabe des Staates betrachtet werden kann. Alle müssen zusammenhelfen, um dafür einstehen zu können. Deshalb machte es sich der Verbandsausschuss des LFV Bayern zur Aufgabe sich mit diesem wichtigen gesellschaftlichen Thema zu befassen und organisierte zusammen mit dem Landesweiten Netzwerk Bürgerschaftlichen Engagements (LBE) einen Seminartag in der jüdischen Gemeinde in Nürnberg.
Ein vielseitiges Programm gab Einblicke in jüdisches Leben mit all den täglichen Herausforderungen der einzelnen Gemeindemitglieder und den möglichen Konsequenzen, die ein Leben in Bayern mit sich bringt. Sehr interessant war ein Besuch der Synagoge zusammen mit einem Rabbiner, der sich viel Zeit für Fragen nahm.
Die Recherche- und Informationsstelle gegen Antisemitismus (RIAS) gab einen Überblick über die aktuell gemeldeten Vorfälle in den verschiedenen Regionen Bayerns. In Gruppenarbeiten wurden Antworten auf Fragen der persönlichen Haltung und adäquate Zivilcourage erarbeitet.
Insgesamt konnte resümiert werden, die Sensibilisierung für Haltung und Zivilcourage unter Einbezug des Perspektivwechsel ist noch stärker in den Gemeinschaften der ehrenamtlichen Vereine und Organisationen zu verankern.
Bericht: Andrea Schießl, Projekt- und Netzwerkkoordinatorin
Foto: LFV Bayern
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Aus: Florian Kommen Nr. 147 (März 2026)