Verwirrung um Feuerlöschsprays: vfdb schreibt an Arbeitsminister

12. Dezember 2018
vfdb Feuerwehr Brand Deutschland

Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) hat sich eindringlich für die Genehmigung von Löschspraydosen zur Bekämpfung kleinerer Brände in Betrieben ausgesprochen.

In einem Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil übt der Fachverband heftige Kritik an einer Entscheidung des Ausschusses für Arbeitsstätten (ASTA) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, der die Verwendung solcher Löschmittel für unzulässig erklärt hatte. Die vfdb ruft den Minister auf, die ASTA-Empfehlung der brandschutztechnischen Fachmeinung anzupassen oder sie sofort zurückzuziehen.
 
Die ASTA-Empfehlung widerspreche dem Stand der Wissenschaft und Technik und erfolge gegen den ausdrücklichen Wunsch und gegen die Fachmeinung der deutschen Feuerwehren und des Expertennetzwerkes vfdb. Zugleich konterkariere sie die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“, die unter Federführung des Ministeriums entstanden und im Mai dieses Jahres veröffentlicht worden sei. Diese Richtlinie habe die nötige Klarheit gebracht und lasse Löschspraydosen unter definierten Voraussetzungen zu. Dieser fachlich fundierte Entwurf sei jetzt inhaltlich ins Gegenteil verkehrt worden und bringe Verwirrung in ein Thema, wo bereits Klarheit geherrscht habe.
 
In ihrem Brief an den Minister bekräftigt die vfdb zugleich ihre Überzeugung, dass bei normaler Brandgefährdung in verschiedenen Bereichen Feuerlöschsprays sinnvoll verwendet werden können. „Die Gründe dafür sind einfach. Schnell verfügbare und leicht, von fast jedem Menschen handhabbare Löschgeräte werden sofort eingesetzt und bieten die in den Betrieben notwendige Brandsicherheit bei gleichzeitiger Reduzierung der Kosten. Dass bei erhöhter Brandgefährdung übliche Feuerlöscher unerlässlich sind, bedarf keiner Diskussion“, heißt es wörtlich. Zusätzlich weisen die Brandschützer darauf hin, dass die Löschspraydosen eine kostengünstige Alternative sind. „Diese Chance, Kosten sinnvoll zu reduzieren, sollte hier nicht vergeben werden“, mahnen die Unterzeichner des Schreibens, vfdb- Präsident Dirk Aschenbrenner und Vizepräsidentin Dr. Anja Hofmann-Böllinghaus.
 
Über die vfdb:
Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) versteht sich als das Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit. Sie zählt mehr als 3.000 Mitglieder. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die Förderung der wissenschaftlichen und technischen Weiterentwicklung der Gefahrenabwehr. Das gilt für den Brandschutz ebenso wie für die technische Hilfeleistung, den Umweltschutz, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz. Die vfdb bietet fachliche Unterstützung und ein breites, professionelles Netzwerk. Anwender wie die Feuerwehren und die Hilfsorganisationen sind mit wissenschaftlichen Institutionen und Leistungserbringern aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor verein

nach oben