Lange Nacht der Feuerwehr

13. Dezember 2025

Bayernweite Eröffnung im Schwäbischen Weißenhorn | Starke Kinder- und Jugendarbeit | Aus: Florian Kommen Nr. 146 (Dezember 2025)

Am Samstag, den 27.09.2025 stand alles im Zeichen der roten Einsatzfahrzeuge, Blaulichter und moderner Feuerwehrtechnik: Zur „Langen Nacht der Feuerwehr“ öffnete die Freiwillige Feuerwehr Weißenhorn wie hunderte andere Feuerwehren in Bayern ihre Türen und bot der Bevölkerung ein abwechslungsreiches Programm bis in die späten Abendstunden.

Die „Lange Nacht der Feuerwehr“ in Weißenhorn

Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Feuerwehralltags zu werfen. Neben spannenden Vorführungen konnten die Gäste moderne sowie historische Einsatzfahr-zeuge aus nächster Nähe bestaunen und sich über aktuelle Technik im Brand- und Katastrophenschutz informieren. Mit dabei auch die unmittelbaren Nachbarn, die BRK-Bereitschaft Weißenhorn.
Die Highlights des Abends waren die realitätsnahen Vorführungen aller Abteilungen, durch die Kommandant KBI Matthias Thuro die Besucherinnen und Besucher führte.

Den Auftakt bei den Vorführungen machten die „Weißenhorner Feuerdrachen“. Die Kinder der Kinderfeuerwehr zeigten vor den Augen der zahlreichen Besucherinnen und Besucher ihr Können und durften zurecht stolz auf ihre Leistung sein. Seit der Gründung der Feuerdrachen 2022 dürfen sich die beiden örtlichen Verantwortlichen Stefan Gutter und Michael Schaufler über reichlich Zulauf bei den Kindern freuen. 
In Weißenhorn darf man zudem stolz auf eine starke Jugendfeuerwehr unter Leitung der Jugendwartinnen Verena Wittmann und Anna-Lena Liedel blicken. Die Mädchen und Jungen stellten in einer realitätsnahen Vor-führung zur Personenrettung ihr Können und ihren Teamgeist unter Beweis. 

Die Weißenhorner Aktiven boten den Gästen eine ganz besondere Vorführung: eine THL-Übung mit Personenrettung aus einem PKW früher und heute. So konnten die Gäste nicht nur einen Eindruck davon bekommen, was die Feuerwehr heutzutage leistet, sondern auch die Unterschiede und neuen Möglichkeiten durch technische Weiterentwicklungen unmittelbar erleben. Der Einsatz historischer Fahrzeuge und Gerätschaften, aber auch die bis ins kleinste Detail umgesetzte historische Einsatzkleidung der Übungsbeteiligten machten die kleine Zeitreise für die Gäste perfekt und ließen insbesondere den ein oder anderen ältere Kameraden nostalgisch werden.

Auch die kleinen Gäste kamen nicht zu kurz: Mit Kinderfeuerwehr-Parcours, Spielen rund um Wasser und Feuer sowie der Möglichkeit, selbst einmal ein Strahlrohr in die Hand zu nehmen, war für Begeisterung gesorgt. Für das leibliche Wohl sorgten die Kameradinnen und Kameraden der FF Weißenhorn mit einem vielfältigen Angebot an Speisen und Getränken.

Bayerweite Eröffnung der Langen Nacht der Feuerwehr

Die bayernweite Lange Nacht der Feuerwehr fand nun zum vierten Mal im Rahmen der Feuerwehraktionswoche statt. Zahlreiche Feuerwehren hatten sich auch 2025 wieder beteiligt und öffneten in den Abendstunden ihre Türen für Interessierte. 

Die bayernweite Eröffnung der Langen Nacht der Feuerwehr nahm in diesem Jahr KBR Frank Schmidt, stv. Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Schwaben und Mitglied des Landesverbandsausschusses, am Standort im Herzen des Landkreises Neu-Ulm feierlich vor. In seiner Rede betonte er, dass jeder ob jung oder alt, bei der Feuerwehr mitmachen kann und wie wichtig es ist, die Last auf viele Schultern zu verteilen. Sein Dank galt nicht nur den Kameradinnen und Kameraden für ihr herausragendes Engagement, sondern auch den anwesenden Vertretern aus der Politik, die ihre Freiwillige Feuerwehr bestens unterstützen, wie auch das sich noch im Bau befindliche neue Gerätehaus gleich am Ortseingang eindrucksvoll belegt.

Die Feuerwehraktionswoche 2025 stand unter dem Motto „Viele Gesichter. Eine Heimat.“ Mit ihrer Langen Nacht zeigten die Weißenhorner Kameradinnen und Kameraden unter Führung von Kommandant KBI Matthias Thuro eindrücklich, wie vielfältig ihre Mannschaft, ihre Aufgaben und ihr Engagement für ihre Fuggerstadt ist. 

Jugendarbeit der Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm

In Weißenhorn darf man sich über eine starke Kinder- und Jugendarbeit und reichlich Nachwuchs freuen. Die Lange Nacht der Feuerwehr ist dabei nur einer von vielen Bausteinen zur Mitglieder- und Nachwuchswerbung. Anlässlich der Langen Nacht der Feuerwehr ordnet Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt die Jugendarbeit der Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm ein: 

„Auch im Landkreis Neu-Ulm wird seit Jahrzehnten eine intensive Jugendarbeit betrieben, federführend angeleitet und unterstützt durch den Kreisjugendwart, aktuell Kreisbrandmeister Martin Hiller, und an der Basis getragen und ausgeführt von den Jugendwartinnen und Jugendwarten in den Feuerwehren vor Ort. Seit vor einigen Jahren auch die Kinderfeuerwehr in den Geltungs-bereich des Bayerischen Feuerwehrgesetzes gerückt ist, spielen auch die Kinderfeuer-wehren, die zuvor ein Schattendasein in einigen Fördervereinen fristeten, eine große Rolle in der Feuerwehr-Jugendarbeit. Obwohl die 6 bis 11-Jährigen eine sehr intensive Zuwendung benötigen und die Treffen pädagogisch geprägt sind, gab es eine regelrechte Gründungswelle. Hier sind die Betreuerinnen und Betreuer mit Feuereifer und Verve dabei! Eine erfolgreiche Jugendarbeit ist für den Fortbestand der ehrenamtlichen Feuerwehren essentiell! Und dennoch gibt es immer Entwicklungspotential! Der Frauenanteil ist seit Jahren beim Einsatzpersonal wie eingefroren, daher muss der Ansatz lauten, für angehende Feuerwehrfrauen frühestmöglich optimale Bedingungen zu schaffen - dies bezieht sich nicht nur auf entsprechende Sanitäreinrichtungen! - und Kinder, Jugendliche und Erwachsene spezifisch zu fördern. Die Feuerwehr definiert sich oft als Familie, als enge Gemeinschaft, in der Kameradschaft und Freundschaft wichtige Grundpfeiler darstellen. Daher ist es selbstverständlich, dass auch wirklich alle willkommen sind und ihren Platz in der Feuerwehr finden. Das gilt natürlich in gleicher Weise für queere Menschen, Personen mit Migrationshintergrund und auch für Menschen mit Einschränkungen. Die Feuerwehr ist eine Gemeinschaft, die sich letztlich dem Wohl der Gesellschaft verschrieben hat. Sie hilft, ohne Ansehen der Person und muss daher auch offen für alle sein, die diesen Geist mittragen und sich der Verantwortung von Ausbildung und Einsatz stellen. Um diese Ziele zu forcieren, wurde die klassische Frauenarbeit um ein Team erweitert, das sich unter Leitung von Fachberaterin Nadine Süßner um den Bereich Frauen - Gleichstellung - Diversität kümmert.

Im Landkreis Neu-Ulm gibt es 57 Jugendfeuerwehren, das heißt, 85 % aller kommunalen Feuerwehren betreiben eine Jugendgruppe. Dabei haben sich die Mitgliederzahlen über die letzten 10 Jahre positiv entwickelt: Leisteten im Jahr 2015 423 Jugendliche Dienst (316 junge Männer, 107 junge Frauen), so waren es 2024 bereits 516 (379, 137). Der Frauenanteil stieg somit leicht von rund 25 auf 26 %. Die SARS-CoV2-Pandemie hat wie fast überall einen Einbruch in den Mitgliederzahlen verursacht, von dem sich die Jugendgruppen jedoch rasch erholten, lediglich die Zahl der Übernahmen in das Einsatzpersonal über 18 Jahre lag vor der Pandemie im Schnitt bei 65, aktuell jedoch nur noch bei 46 jungen Feuerwehrleuten.

Kinderfeuerwehren gibt es Stand heute im Landkreis Neu-Ulm 22, dies bedeutet, 32 % aller kommunalen Feuerwehren betreiben eine Kinderfeuerwehr. Die Mitgliederzahlen stiegen von 119 auf 341 Kinder (80 Jungen, 39 Mädchen bzw. 215 und 126), der Anteil der Mädchen stieg dabei von 32 auf 37 %. Zum Vergleich: Der Frauenanteil des Einsatz-personals über 18 Jahre betrug in 2024 12%.
Fazit: Wir sind gut und werden noch besser! Ich danke daher an dieser Stelle allen, die sich in der Kinder- und Jugendfeuerwehr-arbeit engagieren und allen, die sich um Integration und Akzeptanz in ihren Feuerwehren kümmern und bemühen!“

24/7 Zusammenhalt

Die Lange Nacht der Feuerwehr in Weißenhorn war im vollen Gange, dann passierte es: die Pflicht rief, die FF Weißenhorn wurde zu einem Einsatz alarmiert. Es brannte in einem Einfamilienhaus in Weißenhorn. KBI Matthias Thuro zeigte sich dankbar für den örtlichen Zusammenhalt in und außerhalb der Feuerwehrfamilie: 

„Ein herzliches Dankeschön gilt an dieser Stelle auch den zahlreichen Helfern unserer Ortsteilwehren sowie vielen Freunden, die – obwohl sie eigentlich als Besucher unserer Veranstaltung vor Ort waren - selbstverständlich einsprangen und dafür sorgten, dass unser Festbetrieb weiterlaufen konnte. Die „Lange Nacht der Feuerwehr“ machte deutlich: Die Freiwillige Feuerwehr Weißenhorn ist nicht nur im Ernstfall schnell zur Stelle, sondern auch ein fester und lebendiger Bestandteil des städtischen Lebens.“.

Bericht und Bilder: LFV Bayern, erstellt mit Material der FF Weißenhorn und des KFV Neu-Ulm

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Aus: Florian Kommen Nr. 146 (Dezember 2025)