Landesverbandsversammlung 2026

14. September 2026

Gastgeber ist in diesem Jahr der Landkreis Cham | Aus: Florian kommen Nr. 149 (September 2026)

Am 25. und 26. September findet die 33. Verbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern e.V. statt und hierfür ist der Landkreis Cham (Oberpfalz) der Gastgeber. Auf den folgenden Seiten stellen sich der Landkreis Cham und der Kreisfeuerwehrverband Cham vor.

Der Kreisfeuerwehrverband Cham – Bindeglied für 190 Feuerwehren

Der flächenmäßig große Landkreis Cham ist geprägt von überwiegend ländlichen Strukturen und der direkten Grenze zu Tschechien. Der Kreisfeuerwehrverband Cham ist dabei die Interessensvertretung für 8.239 aktive Feuerwehrdienstleistende (Stand 31.12.2025), für 2.055 Jugendliche und für 1.637 Kinder. Insgesamt 43.066 Personen sind Mitglied in einer Feuerwehr im Landkreis Cham, eine Steigerung um rund 15 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Bei 128.141 Einwohnern sind damit knapp 34 Prozent Mitglied in einer Feuerwehr. An der Spitze des KFV Cham steht Kreisbrandrat und Vorsitzender Michael Stahl.

Die Aufgaben des Verbandes sind vielfältig, jedoch häufig auch geprägt von der Kontaktpflege zur tschechischen Seite und zu den 39 Gemeinden. Die Angehörigen der 190 Feuerwehren sollen durch den Verband bestmöglich unterstützt werden und so wurden hierfür schon vor einigen Jahren die bestmöglichen organisatorischen Voraus-setzungen geschaffen: Der Verband unterstützt die Digitalisierung aller Feuerwehren durch einen Rahmenvertrag mit der Firma „Firemanager“, dem sich mittlerweile 150 Wehren angeschlossen haben. „Hier finden kleine und große Wehren optimale Voraussetzungen, die ihnen die Vereins- und Feuerwehrarbeit erleichtern“, KBR Michael Stahl. Denn die Software kann nicht nur für die Mitgliederverwaltung eingesetzt werden, sondern für viele Tätigkeiten und Pflichtprüfungen im Feuerwehrdienst.

Ein weiteres Steckenpferd des Verbandes sind schon seit einigen Jahren die winterlichen Online-Webinare, welche auf die Corona-Pandemie zurückgehen. Denn in den Jahren 2020 bis 2022 war der Ausbildungs- und Übungsbetrieb in den Feuerwehren stark eingeschränkt. Daher wurde Anfang 2021 das Angebot von regelmäßigen Online-Schulungen eingeführt. Ohne Teilnahmevoraussetzungen konnte ein jeder Interessierte an den Schulungen teilnehmen. „Diese Webinare haben bayern-weit Schule gemacht und sie bestehen wegen der guten Resonanz bis heute fort.“ Der Kreisfeuerwehrverband Cham hat dieses besondere Angebot von Anfang an unterstützt – und die Nutzerzahlen sprechen für sich.

Und dann sind da noch weitere Aktionen, welche der KFV Cham möglichst regelmäßig organisiert: Ein Sommerfest für den Verband und seine Führungskräfte, zu welchem auch Vertreter anderer Blaulicht-Organisationen geladen sind. Oder aber eine Sammelbestellung von Feuerwehr-Adventskalendern, die bei den Wehren immer richtig gut ankommt: So wurden bei der letzten Aktion rund 2.400 Kalender in Umlauf gebracht.

Die Mitgliederzahlen sind seit Jahren ansteigend. Die Kinderfeuerwehren tragen hierzu ebenso bei. Daher möchte der KFV Cham auch langjährigen Funktionären, Firmen und Unterstützern verschiedene Auszeichnungen zukommen lassen. Mit Unterstützung der Sparkasse gibt es mindestens einmal pro Jahr einen großen Verbands-Ehrenabend, um den Dank bestmöglich zum Ausdruck bringen zu können. Der Verband verleiht auf Kreisebene die Ehrennadel in Bronze sowie Steckkreuze in Silber, Gold und Gold-in-Gold für hervorragende Leistungen im Feuerwehrwesen, besonders mutiges Verhalten und langjährige, besondere Dienste. Die Ehrenordnung wurde erst zum 1. Januar 2026 angepasst und wird von den Feuerwehren gut in Anspruch genommen.

Aktuell hat der KFV Cham fünf lebende Ehrenmitglieder: Der ehemalige Landrat Theo Zellner, der ehemalige KBI Anton Ruhland, der ehemalige KBR Johann Weber und der ehemalige BFV-Vorsitzende Waldemar Knott und kürzlich erst dazu gewählt unser ehemaliger Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Die Vorstandschaft des KFV setzt sich aus dem Vorstand, allen weiteren Kreisbrandinspektoren und dem Fach-KBM Jugend zusammen. Im Verbandsausschuss sind außerdem der Kreisfeuerwehrarzt, zwei gewählte Kreisbrandmeister, je ein gewählter Vorsitzender und Kommandant aus den fünf Inspektionsbereichen, der Kreisfrauenbeauftragten, einem Vertreter des Landratsamts Cham und einem Vertreter der Bürgermeister zusammen.

Die Kreisbrandinspektion Cham

Mit den insgesamt fünf Inspektionsbereichen Cham, Bad Kötzting, Furth im Wald, Roding und Waldmünchen wird deutlich, dass der Landkreis Cham ein Flächenlandkreis ist. Die Kreisbrandinspektion Cham übernimmt die Gesamtkoordination und unterstützt die insgesamt 190 Feuerwehren im Landkreis. Es handelt sich um 190 Freiwillige Feuerwehren, es gibt weder Werks- noch Berufsfeuerwehren. Im Landratsamt Cham sind im Sachgebiet 35, dem Michael Stahl vorsteht, insgesamt sieben Sachbearbeiter zuständig, unter anderem für den Brand- und Katastrophenschutz.

Struktur und Organisation

Kreisbrandrat (KBR): Michael Stahl, er trägt die Gesamtverantwortung und ist seit 01.11.2016 in dieser Funktion.

Kreisbrandinspektoren (KBI): Als ständiger Vertreter des KBR fungiert Marco Greil (Cham), die weiteren Inspektoren sind Norbert Mezei (Roding), Andreas Bergbauer (Bad Kötzting), Norbert Auerbeck (Waldmünchen) und Mario Bierl (Furth im Wald).

Kreisbrandmeister (KBM): Insgesamt 17 Gebiets-Kreisbrandmeister unterstützen KBI und KBR in ihren vielfältigen Aufgaben. Außerdem gibt es noch fünf fachbezogene KBM: Funk, Atemschutz/Gefahrgut, Jugend, Ausbildung, EDV.

Fachberater: Ergänzt wird das Team von Fachberatern mit folgenden Funktionen: Flughelfer, Gefahrgut / Umweltschutz, Sonderaufgaben, Chemie, Presse & Öffentlichkeitsarbeit, PSNV und Feuerwehrarzt. Diese werden vor allem bei Gebiets- und Sonderlagen als Berater hinzugezogen.

Im Landkreis sind zwei Unterstützungseinheiten für die Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) stationiert: Am Standort in Arrach werden die Inspektionsbereiche Bad Kötzting und Furth im Wald abgedeckt, in Loibling-Katzbach bei Cham die Bereiche Cham, Roding, Waldmünchen. In der Kreisbrandinspektion wurden diverse Sondereinheiten gebildet, die im Bedarfsfall schnell abgerufen werden können. So unterhält jeder Inspektionsbereich einen Schlauchwagenzug, die auf das Verlegen von langen Förderleitungen spezialisiert sind. Außerdem gibt es: ABC-Zug/DEKON V+E, Gefahrgutzug, Hochwasserzug, WFS-Zug, Ölwehrzug, 5 Vegetationsbrandzüge, Dispo-Gruppe für Strom, Luftbeobachter, Multikopter, Flughelfergruppe, Mobile Tankstelle & Flachwasserschubboote, Logistik und in den 17 KBM-Bereichen je einen Zug „Sonderaufgaben“. Um das große Aufgabenspektrum der Feuerwehren effektiv bewältigen zu können, wurden viele Sondereinheiten gebildet, die bestens aufeinander eingespielt sind“, so KBR Michael Stahl.

Grenzübergreifende Zusammenarbeit

Am 19. September 2000 wurde ein Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik über die gegenseitige Hilfeleistung bei Katastrophen und schweren Unglücksfällen unterzeichnet. Am 27. August 2013 folgte die Vereinbarung auf bayerischer Ebene. Die Vertragspartner informieren sich gegenseitig über Katastrophen und schwere Unglücksfälle in den grenznahen Gebieten mit möglichen Auswirkungen auf das Staatsgebiet der anderen Vertragspartei, insbesondere über Katastrophen und schwere Unglücksfälle im Gebiet bis zu 15 Kilometern beiderseits der Staatsgrenze. Am 15. Mai 2017 wurde schließlich eine sehr bedeutsame Vereinbarung für die grenzüberschreitende Hilfeleistung unterzeichnet. Landrat Franz Löffler und Regionspräsident Josef Bernard (CZ) unterschrieben diese grenzüberschreitende Vereinbarung in der Waldmünchner Feuerwache.

Seitdem kann um gegenseitige Hilfe bei Brand- und Hilfeleistungseinsätzen automatisch ersucht werden, wenn ein Brand nicht mit eigenen Kräften und Mitteln gelöscht werden kann und im Rahmen des überörtlichen Einsatzes Hilfe nicht oder nicht rechtzeitig gewährt werden kann oder die Gefahr des Übergreifens auf das benachbarte Staatsgebiet besteht oder wenn die ersuchende Seite bei der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung dringend Spezialtechnik benötigt. Die Alarmierung der tschechischen Feuerwehren erfolgt über die Bezirksoperationszentrale der Feuerwehr der Pilsner Region. Die Alarmierung der deutschen Feuerwehren erfolgt durch die Integrierte Leitstelle für Feuerwehr- und Rettungsdienst in Regensburg. Zusätzlich erfolgt eine Information des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit Petrovice-Schwandorf.

Eine gute Zusammenarbeit ist nur möglich, wenn die Kommunikation möglichst reibungslos funktioniert. Aus diesem Grund wurden entlang der Grenze Kameradinnen und Kameraden gesucht, die bei einem Alarm als Dolmetscher eingesetzt werden. Aus dem Landkreis Cham gibt es derzeit zehn gemeldete Dolmetscher aus den grenznahen Inspektionsbereichen, die bei Übungen und im Ernstfall dafür Sorge tragen, dass die Verständigung möglichst reibungslos funktioniert. „Seit dieser Vereinbarung konnten viele Einsätze gemeinsam abgearbeitet werden, die Feuerwehrler beider Länder kennen sich und es bestehen viele Freundschaften und partnerschaftliche Kontakte“, ist sich KBR Michael Stahl der Bedeutung dieser grenzüberschreitenden Arbeit bewusst.

Katastrophenschutz mit großer Bedeutung

Als untere staatliche Behörde ist das Sachgebiet 35 im Landratsamt Cham auch mit der Thematik Katastrophenschutz umfassend betraut. Die Feuerwehren sind sicherlich als eine tragende Säule im Gesamtkontext Katastrophenschutz anzusehen. Neben KBR Michael Stahl sind alle fünf KBI vorbenannte ÖEL (Örtliche Einsatzleiter), die im Falle des Vorliegens einer Katastrophe oder auch unterhalb der Schwelle des K-Falls sofort die Gesamtkoordination übernehmen können.

Der Landkreis Cham unterstützt die Feuerwehren bei der Anschaffung von Spezialausrüstung oder überörtlich erforderlicher Ausrüstung. Im Kreishaushalt sind für Zuwendungen an Gemeinden sowie Fördervorhaben der Katastrophenschutz-Organisationen jeweils erhebliche Summen eingestellt. Auch für Eigenbeschaffungen sind Investitionsmittel im Rahmen von guten Fördersätzen eingestellt.

Hier wurden in den letzten Jahren einige wichtige Projekte umgesetzt: Die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) ist ein wichtiger Baustein bei der Koordination von großen Schadenslagen oder aber K-Fällen. Der Landkreis Cham hat hier große Investitionen getätigt und viele Räumlichkeiten für die Vorhaltung zur Verfügung gestellt. So existieren für jeden der fünf Inspektionsbereiche eigene Arbeitsplätze, hinzu kommen ein großer Besprechungsraum sowie angliedernd auch Räume für die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK). Schon häufiger wurden große Unwetterlagen oder aber der Fund einer Fliegerbombe in Cham über die KEZ abgewickelt. In Absprache mit der Integrierten Leitstelle (ILS) Regensburg wurden bei großflächigen Unwetterlagen über die Einsatzleitsoftware EDP Feuerwehren disponiert und nicht zeitkritische Einsätze abgearbeitet. Das Personal der KEZ setzt sich aus engagierten ehrenamtlichen Einsatzkräften zusammen, die sich für diese Thematik im Speziellen interessieren.

Ein verstärktes Augenmerk wurde mit der zunehmenden Bedeutung von Bevölkerungs und Katastrophenschutz auf den Aufbau eines Zentrallagers für Spezialeinsatzmittel gelegt. Das „Kat-Schutz-Lager“, für welches eine Industriehalle angemietet wurde, ist erheblich gewachsen und soll die Feuerwehren bei bestimmten Lagen besser unterstützen: Massig Schneeschaufeln, Not-Dächer, und, und, und, werden vorgehalten. In den Hochregalen stapeln sich die Vorräte und Materialien und sind ein wichtiger „Back-Up“ für alle möglichen Ereignisse. Mittlerweile gibt es auch Fahrzeuge, die genau für diesen Zweck angeschafft wurden.

Künftige Herausforderungen im Landkreis Cham

Vegetations- und Waldbrände sind seit einigen Jahren ein Hauptthema in der Feuerwehr-Arbeit. Größere Waldbrände in den letzten Monaten im Landkreis Cham bestätigen dies. Neue Projekte wie das „Wildfire-Management“ dienen der Früherkennung von Waldbränden und werden im Landkreis Cham pilotiert. Überhaupt ist die Drohnentechnik zunehmend auch für den Feuerwehr-Bereich relevant.

Ebenso wird derzeit ein Konzept für eine gemeinsame Einsatzleitung zwischen Bayern und Tschechien erarbeitet. Im Rahmen dieses Projekts wird ein gemeinsamer Besprechungs- und Einsatzleitcontainer beschafft, der mit Arbeitsplätzen für die Lagekartenführer beider Seiten sowie mit den erforderlichen Kommunikationsmitteln in beiden Ländern ausgestattet sein wird.

Darüber hinaus befindet sich aktuell die Implementierung einer KI-basierten, vollautomatischen Simultanübersetzungsanlage in der Umsetzung. Ergänzend dazu wird eine KI-gestützte, gemeinsame „sprechende Lagekarte“ entwickelt, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Informationsaustausch im Einsatzfall weiter verbessern soll.

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Bericht und Bilder: KFV Cham

Weitere Informationen und aktuelle Meldungen aus dem Kreisfeuerwehrverband Cham finden Sie unter https://www.kfv-cham.de/

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