Gemeinsam gegen die Schneemassen

31. Januar 2019
LFV Bayern KFV/SFV Freiwillige Feuerwehr Bayern Einsatz Umwelt Wetter Feuerwehr Ehrenamt Winter Schneelast

Über 45.000 Feuerwehrleute und viele weitere Hilfsorganisationen engagierten sich unermüdlich während der Schneekatastrophe damit daraus kein Chaos wurde.

In der zweiten Januarwoche kam der Schnee ins südliche Bayern, und zwar so stark, dass nach einigen Tagen in fünf Landkreisen der Katastrophenalarm ausgerufen werden musste. Dies waren die Landkreise Miesbach, Traunstein, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land und Garmisch-Partenkirchen. Um der Erschöpfung der Feuerwehren vor Ort vorzubeugen, wurden von den betroffenen Landkreisen bereits am 11.01.2019 die ersten Hilfeleistungskontingente angefordert.

Ein Hilfeleistungskontingent STANDARD besteht z.B. aus ca. 110 Einsatzkräften der Feuerwehren. Es dient im Wesentlichen zur allgemeinen Brandbekämpfung oder Technischen Hilfeleistung mit Personal und Geräten. Es kann für min. 48 Stunden autark versorgt eingesetzt werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus den Landkreisen Dachau, Erlangen, Landsberg am Lech, München-Land, Nürnberg-Stadt, Pfaffenhofen, Regensburg und Starnberg waren mit knapp 5.129 Frauen und Männern knapp 90.000 Stunden im Landkreis Miesbach im Einsatz. 3.410 Einsatzkräfte waren allein schon aus dem Landkreis Miesbach 40.920 Stunden an rund 1.000 Einsatzstellen gefordert.

Bis zum 17.01.2019 wurden 3.154 freiwillige Kräfte der Feuerwehren aus den Landkreisen Eichstätt (inkl. Örtl. Einsatzleitung Lkr. Roth), Freising und Neuburg-Schrobenhausen, zur Unterstützung der 5.566 Traunsteiner Feuerwehrleute, in den Landkreis Traunstein entsandt. Diese Frauen und Männer schufteten an 1.668 Einsatzstellen 95.142 Stunden lang.

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen waren Freiwillige Feuerwehren der Landkreise Fürstenfeldbruck, Kelheim, München, Rottal-Inn und Straubing-Bogen im Einsatz. Von 12.01. bis 14.01.2019 waren die insgesamt 4.863 Einsatzkräfte auf 814 Dächern im Einsatz, um diese von den Schneemassen zu befreien.

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen herrschte zwar ebenfalls Katastrophenalarm, jedoch wurden von dort keine Hilfeleistungskontingente aus anderen Landkreisen angefordert. Aber auch hier waren 2.053 Einsatzkräfte, 15.061 Stunden bei 418 Einsatzstellen im Einsatz.

Am heftigsten hat es wohl das Berchtesgadener Land erwischt. Darum waren dort auch ganze 13 Hilfeleistungskontingente aus den Landkreisen Altötting, Amberg-Sulzbach (inkl. Cham), Erding, Erlangen, Fürth, Ingolstadt, Mühldorf, München-Land, München-Stadt, Nürnberg-Stadt und dem Nürnberger Land vor Ort. Zusammen mit den 3.930 Einsatzkräften des Landkreises, waren die 7.240 ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden an über 2.500 verschiedenen Einsatzstellen eingesetzt um in über 146.651 Stunden Dächer freizuschaufeln.

Parallel zu den Hauptaufgaben „Dachräumen“ musste aber natürlich auch noch das „normale Tagesgeschäft“ abgewickelt werden. Es wurden also „nebenbei“ noch 142 andere Einsätze wie Brände oder technische Hilfeleistungen abgearbeitet – und das nur in den Katastrophengebieten.

Insgesamt kämpften von 06.01. bis 18.01.2019 bayernweit 45.443 Einsatzkräfte der Feuerwehren an über 9.581 Einsatzstellen und mehr als 490.000 Einsatzstunden lang zusammen gegen die Schneemassen – erfolgreich und ehrenamtlich. Das ist nicht nur eine enorme Zahl, sondern auch eine enorme Leistung und verdient großen Respekt.

Der Landesfeuerwehrverband Bayern dankt allen Feuerwehren vor Ort und den vielen Helfern der Hilfeleistungskontingente für ihren tagelangen Einsatz. Weiterhin möchten wir uns auch bei den Arbeitgebern für das unkomplizierte Freistellen der Einsatzkräfte teilweise sogar über Tage hinweg bedanken. Nicht zu vergessen sind auch die Partnerinnen und Partner, die bei jedem Einsatz Verständnis haben und Ihren/Ihre Liebste zum Einsatz eilen lassen.

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