Flächen- und Waldbrand in Waldaschaff
1000 Einsatzkräfte bei Flächen- und Waldbrand in Waldaschaff – Einsatz wird sukzessive zurückgefahren – alle festgestellten Brandstellen und Glutnester abgelöscht – 7 leicht verletzte Feuerwehrleute
Der großangelegte Einsatz zur Bekämpfung des Flächen- und Waldbrandes in Waldaschaff kann am Sonntagabend sukzessive zurückgefahren werden. Nach aktuellem Stand sind alle festgestellten Brandstellen und Glutnester abgelöscht. Der Bereitstellungsraum wurde inzwischen aufgelöst. Die Feuerwehr wird das rund 300.000 Quadratmeter große betroffene Gebiet jedoch weiterhin kontrollieren, um mögliche verbliebene Wärmequellen frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls unmittelbar tätig werden zu können.
Damit geht ein äußerst kräftezehrender Einsatz in eine deutlich reduzierte Einsatzphase über. Seit Samstagnachmittag waren insgesamt rund 1000 Einsatzkräfte in die Maßnahmen eingebunden. Insbesondere die Kombination aus großer Hitze, Trockenheit, Wind, schwierigem Gelände und teilweise tief im Waldboden liegenden Brandnestern stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen.
Tiefe Brandnester mussten teilweise mit Baggern freigelegt werden
Auch am Sonntag waren noch umfangreiche Lösch- und Nachlöscharbeiten erforderlich. Teilweise lagen Brandnester so tief im Boden, dass sie mit Baggern freigelegt werden mussten, um sie vollständig erreichen und ablöschen zu können.
In einem Einsatzabschnitt musste zudem eine neue Löschwasser-Förderleitung aufgebaut werden. Dort konnten die eingesetzten Hubschrauber aus taktischen Gründen keine Löschwasserabwürfe durchführen, sodass die Wasserversorgung für die Bodenkräfte auf anderem Wege sichergestellt werden musste.
Bis in den frühen Sonntagabend unterstützten weiterhin zwei Polizeihubschrauber die Brandbekämpfung aus der Luft – jeweils ein Hubschrauber aus Bayern und Hessen. Teilweise waren sie bis gegen 18:30 Uhr im Einsatz. Unterstützt wurde der Flugbetrieb durch speziell ausgebildete Flughelfer der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg und der Feuerwehr Aschaffenburg.
In den Zeiträumen, in denen die Hubschrauber am Boden waren, wurde die landkreiseigene Drohne mit Wärmebildtechnik eingesetzt. So konnte das Brandgebiet fortlaufend aus der Luft auf Wärmequellen kontrolliert und die Arbeit der Bodenkräfte gezielt unterstützt werden.
Im Einsatz waren darüber hinaus alle Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge sowie alle Quads des Landkreises Aschaffenburg. Wertvolle Dienste im schwierigen Gelände leistete auch das ATV der Feuerwehr Waldaschaff, das der Feuerwehr anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens von einem Unternehmen geschenkt worden war.
Unterstützung aus Main-Spessart und durch die Bayerischen Staatsforsten
Am Sonntagnachmittag erhielten die Einsatzkräfte nochmals umfangreiche personelle Unterstützung aus dem benachbarten Landkreis Main-Spessart. 86 Einsatzkräfte unterstützten die Arbeiten bis gegen 19:30 Uhr und verstärkten insbesondere die personalintensiven Maßnahmen im Brandgebiet.
Auch die Bayerischen Staatsforsten waren mit Personal, Maschinen und Gerät vor Ort. Neben der fachlichen Unterstützung bei der Beurteilung der Gefahrenlage wurden unter anderem Bäume gefällt, die infolge des Brandes umsturzgefährdet waren.
Gerade diese Gefahr besteht auch nach dem Ablöschen des Feuers fort. Das betroffene Waldgebiet darf weiterhin keinesfalls betreten werden. Es besteht Lebensgefahr. Durch Feuer und Hitze geschädigte Bäume können unvermittelt umstürzen, zudem können Äste herabfallen. Bürgerinnen und Bürger werden deshalb weiterhin dringend aufgefordert, das Gebiet zu meiden und bestehende Absperrungen unbedingt zu beachten.
Rettungs- und Sanitätsdienst sowie Bergwacht sicherten Einsatzkräfte ab
Der Rettungs- und Sanitätsdienst wurde während des Einsatzes fortlaufend an die Entwicklung der Lage und die Zahl der eingesetzten Kräfte angepasst. Neben Kräften des Regelrettungsdienstes waren Einheiten der Hilfsorganisationen sowie entsprechende Führungs- und Unterstützungsstrukturen eingebunden. Auch während der Nacht blieb die medizinische Absicherung der rund 200 weiterarbeitenden Einsatzkräfte durchgehend gewährleistet.
Im Verlauf des gesamten Einsatzes wurden insgesamt sieben Feuerwehrdienstleistende leicht verletzt. Alle konnten ambulant medizinisch versorgt werden; eine stationäre Behandlung im Krankenhaus war nicht erforderlich. Darüber hinaus wurde eine verletzte Passantin durch die vor Ort befindlichen medizinischen Einsatzkräfte versorgt.
Aufgrund des teilweise steilen, unwegsamen und durch den Brand zusätzlich gefährlichen Geländes war außerdem die Bergwacht Hösbach vor Ort. Sie übernahm die Absicherung der im Wald eingesetzten Kräfte und stand insbesondere für eine mögliche Versorgung und Rettung aus schwer zugänglichen Bereichen bereit.
Enorme logistische Leistung und große Unterstützung aus der Bevölkerung
Eine besondere Herausforderung stellte über die gesamte Einsatzdauer auch die Versorgung der großen Zahl an Einsatzkräften dar. Die landkreiseigene Logistikeinheit und die Feldküche waren am Samstag mit 40 und am Sonntag mit 36 Kräften im Einsatz.
Allein im Verlauf des Einsatzes wurden rund 2.900 belegte Brötchen, 350 Brötchen als Beilage zur Suppe, 150 Laugenstangen, 96 Kilogramm Wurstaufschnitt, 32 Kilogramm Käseaufschnitt, 50 Kilogramm Obst sowie 175 Liter Gulaschsuppe und Gemüseeintopf bereitgestellt.
Unterstützt wurde die Verpflegung in erheblichem Umfang durch die Bevölkerung. Bereits am Samstag wurden unter anderem Kuchen und warme Würstchen gespendet. Am Sonntag halfen zudem Spontanhelferinnen – darunter auch Partnerinnen aktiver Waldaschaffer Feuerwehrdienstleistender – über den Tag hinweg bei der Verpflegung.
Auch die Versorgung mit Getränken erfolgte in außergewöhnlichem Umfang. Neben den regulär bereitgestellten Getränken gingen zahlreiche Spenden ein. Da ein Teil davon unmittelbar gespendet und nicht vollständig erfasst wurde, lässt sich die tatsächlich ausgegebene Gesamtmenge derzeit nicht abschließend beziffern.
Diese Unterstützung reiht sich in die große Hilfsbereitschaft ein, die den Einsatz seit Samstag begleitet hat. Landwirte, Unternehmen, Betriebe und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unterstützten die Einsatzkräfte mit Wassertransporten, Verpflegung und weiteren Hilfeleistungen.
Gemeinsamer Kraftakt über Landkreisgrenzen hinweg
Neben der Einsatzleitung und der Kreisbrandinspektion begleiteten auch Vertreter der kommunalen und politischen Ebene das Einsatzgeschehen. Landrat Dr. Alexander Legler war über mehrere Stunden vor Ort und verschaffte sich in den verschiedenen Einsatzabschnitten persönlich einen Eindruck von der Lage; ebenso waren der Erste und der Zweite Bürgermeister der Gemeinde Waldaschaff sowie der Erste Bürgermeister der Gemeinde Bessenbach an der Einsatzstelle.
Was am Samstagnachmittag unter extremen Witterungsbedingungen als dynamischer Flächenbrand begann und innerhalb kurzer Zeit auf den Wald übergriff, entwickelte sich zu einem der umfangreichsten Vegetationsbrandeinsätze in der Region. Durch den massiven Einsatz konnte insbesondere verhindert werden, dass die Flammen auf die angrenzende Wohnbebauung und den unmittelbar gefährdeten Waldkindergarten übergriffen. Vorsorglich evakuierte Anwohner konnten bereits im Verlauf des Samstags in ihre Häuser zurückkehren.
Der Einsatz verlangte den beteiligten Kräften über viele Stunden hinweg erhebliche körperliche und organisatorische Leistungen ab.
Auch wenn der Einsatz nun deutlich zurückgefahren werden kann, ist die Arbeit noch nicht vollständig beendet. Die Feuerwehr wird das Brandgebiet weiterhin kontrollieren. Das Betretungsverbot für den betroffenen Wald bleibt bestehen.
Gleichzeitig beginnt für viele der beteiligten Feuerwehren nach der Rückkehr in die Feuerwehrhäuser die umfangreiche Nachbereitung des Einsatzes. Fahrzeuge, Geräte und persönliche Schutzausrüstung müssen gereinigt, überprüft und wieder aufgerüstet werden, damit die Einsatzbereitschaft schnellstmöglich vollständig hergestellt ist.
Allen Einsatzkräften und Unterstützern sowie den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die mit ihrer Hilfsbereitschaft zur Bewältigung dieser außergewöhnlichen Einsatzlage beigetragen haben, gilt ein großer Dank.
./.
Pressemitteilung der Kreisbrandinspektion Aschaffenburg vom 16.08.2026
Text und Bilder: Fabien Kriegel, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion; KBM Fischer; Feuerwehren aus dem Landkreis Aschaffenburg