Feuerwehrausbildung auf dem Spielplatz!?
Drei Lehrgänge für CSA-Träger durchgeführt - 24 neue Spezialkräfte | KFV Traunstein
Traunstein, Trostberg. In insgesamt drei Lehrgängen führte der Kreisfeuerwehrverband Traunstein im Frühjahr 2026 Ausbildungsangebote für Träger von Chemikalienschutzanzügen (CSA) durch. Die Termine fanden in Trostberg beziehungsweise Traunstein statt und richteten sich an Feuerwehrdienstleistende, die für Einsätze mit CSA in den unterschiedlichen Schutzklassen vorgesehen sind. Insgesamt nahmen 24 Frauen und Männer teil und stehen nun in den Feuerwehren des Landkreises Traunstein für diese Spezialaufgabe zur Verfügung.
„Unser Ziel war es, die Einsatzkräfte auf Einsätze mit gefährlichen chemischen Stoffen vorzubereiten und den sicheren Umgang mit der besonderen Schutzausrüstung zu trainieren“, betont der Fach-Kreisbrandmeister für den Bereich Atemschutz, Stefan Thurner. Diese Schutzausrüstung kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn gefährliche Stoffe und Güter vorliegen, bei denen die „gewöhnliche“ Schutzausrüstung der Feuerwehr nicht mehr ausreicht.
Die Ausbildung umfasste sowohl theoretische Grundlagen als auch zahlreiche praktische Übungen unter realitätsnahen Einsatzbedingungen. Vermittelt wurden unter anderem die Einsatzgrundsätze im Gefahrstoffeinsatz, das eigenverantwortliche Arbeiten unter Chemieeinsatz, das richtige An- und Ablegen der Ausrüstung sowie der Aufbau von Dekontaminationsstellen, die zur Reinigung und Säuberung der Einsatzkräfte und der Ausrüstung benötigt werden.
Auch die Durchführung von Personenrettungen und die Zusammenarbeit mit Sicherungstrupps standen auf dem Ausbildungsplan. „Gerade der sogenannte Vollschutz schränkt die Einsatzkräfte deutlich in ihrer Beweglichkeit sowie in ihrem Sichtfeld ein“, erklärt der Traunsteiner Lehrgangsleiter Sven Lein, „deshalb bietet sich gerade in Traunstein der Kinderspielplatz an der Traun sehr gut an, um in voller Montur verschiedene Spielgeräte auszuprobieren und den Einsatzkräften ein Gefühl zu geben, was die Arbeit in einem derartigen Anzug bedeutet“.
Besonderes Augenmerk lag auf dem Eigenschutz der Einsatzkräfte. Durch das Arbeiten unter Chemikalienschutzanzügen lernen die Teilnehmer nicht nur den sicheren Umgang mit der Ausrüstung, sondern erfahren auch die körperlichen Belastungen und Grenzen bei Einsätzen unter CSA-Bedingungen. Der Tageslehrgang baut dabei auf die Kompetenzen der Grundausbildung für Atemschutzgeräteträger auf und ist als sogenanntes „Zusatzmodul“ konzipiert. Die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen nun in den Feuerwehren, die für Chemikalienschutzeinsätze ausgestattet sind, vor Ort weiter gefestigt und ausgebaut werden.
Die Lehrgänge wurden rund um die Atemschutzübungsanlagen in den Feuerwehrhäusern Traunstein und Trostberg durchgeführt. Jeweils acht Einsatzkräfte können pro Lehrgang diese Ausbildung durchlaufen, „damit können wir eine ebenso intensive und praxisnahe Ausbildung gewährleisten“, informiert der Fach-Kreisbrandmeister.
Nach Erhalt des Zeugnisses sind die Teilnehmer berechtigt, im Falle eines Einsatzes einen derartigen Schutzanzug zu tragen und die notwendigen Arbeiten durchzuführen. Im Abschlussgespräch nutzen die Lehrgangsleiter jeweils die Möglichkeit, auch den ehrenamtlichen Ausbildern ihren Dank auszusprechen. „Sie kommen allesamt aus den Reihen der heimischen Feuerwehren und geben das Wissen sowie ihre Erfahrung allesamt in ihrer Freizeit an die Lehrgangsteilnehmer weiter“, betont Stefan Thurner abschließend.
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Text: Hubert Hobmaier, Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Bilder: Sven Lein, Kreisfeuerwehrverband Traunstein