Einsatz trifft Forschung

27. Juli 2026

Fachtagung Funke: wie uns Praxiserfahrung und Risikoanalysen besser werden lassen | Aus: Florian Kommen Nr. 148 (Juni 2026)

Wie krisenfest sind wir als Gesellschaft und was brauchen Einsatzkräfte, um handlungsfähig zu bleiben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Fachtagung FUNKE am 28. März 2026 an der TH Augsburg. Mehr als 250 Teilnehmende aus Praxis, Wissenschaft und Politik nutzten die Veranstaltung als zentrale Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz.

Das Programm war vielseitig: Neben wissenschaftlichen Beiträgen und wertvollen Impulsen der TH Augsburg, TH Würzburg-Schweinfurt und der Universität Tübingen zur Bedeutung von Resilienz und gesellschaftlicher Verantwortung im Bevölkerungsschutz bis hin zu Risikoanalysen und Innovationen, gestützt durch KI-, VR- und Drohnentechnologien. „Öffentliches Vertrauen trägt wesentlich zur Resilienz der Organisationen bei. Technik spielt dabei eine wichtige Rolle. Technische Innovationen können das Vertrauen und somit diese Resilienz stärken oder auch schwächen. Eine technische Innovation ist deshalb nicht allein deshalb gut, weil sie die Arbeit leichter und sicherer macht, sondern sie muss auch das öffentliche Vertrauen stärken“ (Prof. L. Kovács, TH Augsburg).

Ein Höhepunkt dieser Fachtagung war die Podiumsdiskussion zum Thema „Resilienz – intern, krisenfest?“. Moderiert von Antje Jörg, Geschäftsleiterin der Berufsfeuerwehr München, diskutierten Vertreter des Malteser Hilfsdienstes, des BRK, der Stadt Augsburg, der TH Würzburg-Schweinfurt, des THW und des LFV Bayern, wie Hilfsorganisationen strukturell, personell und kulturell widerstandsfähig bleiben.

Seitens des LFV Bayern vertrat der stv. Vorsitzender Markus Barnsteiner die Perspektive der Feuerwehren. Die Feuerwehren stellen die größte Gruppe an Einsatzkräften im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. Barnsteiner betonte u.a. die Notwendigkeit klarer Strukturen seitens der zuständigen staatlichen Stellen, die die Koordination, Planung und Vernetzung der Helfenden verantworten, sowie die Notwendigkeit, sich um die Einsatzkräfte zu kümmern. Diese müssten klar in der Lage sein, gut auf kommende Szenarien vorbereitet sein und dürften sich keine Sorgen machen müssen „Was kommt auf mich zu?“. Hier forderte er mehr Klartext zu sprechen.

Innenminister Joachim Herrmann betonte in seinem Grußwort die Bedeutung qualifizierter Einsatzkräfte und die Notwendigkeit für unsere Gesellschaft, den Bevölkerungsschutz weiter zu stärken.

Am Nachmittag vertiefte ein Workshop die Diskussion zur Einbindung von Spontanhelfenden in die zivile Unterstützung im Bevölkerungsschutz. Zahlreiche Vorträge gaben zukunftsweisende Einblicke in Zuständigkeiten des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes, virtuell Reality (VR), den Schutz vor Aggressionen gegenüber Einsatzkräften und textile Kreisläufe für Schutzausrüstung.

Begleitet wurde auch diese Tagung von einer Ausstellung von Initiativen wie den „Ortshelfenden“, dem „Münchner Freiwillige – Wir helfen e.V.“, der Bergwacht Bayern (Drohne „Carry“) und der OTH Amberg-Weiden. In diesem Zusammenhang bedanken wir uns herzlich bei der Simpert Reiter GmbH, Birnthaler Feuerwehrbedarf, Bridge Builder GmbH, Econoflame (Ungarn), EHBS, Euro-DMS, Fireboard, Hänsch Warnsysteme, Magic Horizons, werbung112.de und dem ZFBS für ihre Mitwirkung und die Unterstützung zur Fortführung der Veranstaltungsreihe.

Die Fachtagung FUNKE an der TH Augsburg hat erneut dazu beigetragen, die regionale Vernetzung und den Austausch von Einsatzpraxis, Innovation, Wissenschaft und Politik zu stärken. Die Tagung hat gezeigt, wie wichtig es ist, alle Beteiligten im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz an einen Tisch zu bringen, um Organisationen, Strukturen und Technik weiterzuentwickeln und so die Resilienz von Einsatzkräften und der Gesellschaft nachhaltig zu stärken.

Save the date:

Der Termin für die nächste Fachtagung Funke steht bereits fest:

📍        Frankenthal (Rheinland-Pfalz): 5.September 2026

Merh Informationen: https://fachtagung-funke.de/

./.

Bericht: Versicherungskammer Stiftung (redaktionell ergänzt)
Bildnachweis: 

  • Bild 1- 4:  LFV Bayern
  • Bild 5- 7:  Versicherungskammer Stiftung

Aus: Florian Kommen Nr. 148 (Juni 2026)