Klausurtagung - Landesfeuerwehrverband Bayern e.V.

16. Klausur- und Führungskräftetagung in der FF Unterschleißheim

Zum achten Mal durfte der LFV Bayern, am Wochenende des 9./10. März 2018, die jährliche Klausurtagung im Feuerwehrhaus in Unterschleißheim abhalten. Durch die routinierten Feuerwehrkameradinnen und -kameraden war es auch in diesem Jahr wieder eine gelungene Veranstaltung.

Wie gewohnt eröffnete Geschäftsführer Uwe Peetz die Veranstaltung. Er begrüßte alle Gäste, wies auf einige organisatorische Punkte hin und übergab anschließend das Wort an den Vorsitzenden Alfons Weinzierl.

Abgeschlossene und aktuelle Projekte
Dieser berichtete von abgeschlossenen Projekten des letzten Jahres wie bspw. die neue Homepage des LFV Bayern, die neuen Brandschutzerziehungskoffer und das Sonderförderprogramm für die Jugendausstattung. Weiterhin konnte er berichten, dass die Fortführung der Kampagnen, des Sondersignal-Fahrt-Trainers und des Brandübungscontainers gesichert wurde. Auch in diesem Jahr waren die Staatlichen Feuerwehrschulen wieder Thema. Alfons Weinzierl stellte nochmals die drei Problematiken wie Personal, Unterkunft und Infrastruktur dar und bat die Politik hier weitere Maßnahmen für eine Besserung des notwendigen Bedarfs an Lehrgangsplätzen zu ergreifen.

Für die Zukunft forderte der Vorsitzende ein Sonderförderprogramm für die Zweitausstattung von Atemschutzgeräteträgern, eine Neuausrichtung der Finanzierung im Katastrophenschutz, dafür auch deutlich mehr Geld aus dem allgemeinen Staatshaushalt sowie eine Ehrenamtsförderung für alle nichtpolizeilichen BOS´en. Weiterhin kündigte er die Erstellung von Wahlprüfsteinen zur Landtagswahl an und gab Hinweise zum Digitalfunk.

Überarbeitung der Planungsrichtlinie für Hilfeleistungskontingente
Ministerialrat Johann Ellmayer hielt anschließend einen Vortrag zur Überarbeitung der Planungsrichtlinie für Hilfeleistungskontingente. Anhand der aktuellen Fassung stellte er die Neuerungen in der Richtlinie vor und wies vor allem darauf hin, dass sie um einige – vor allem kleinere – Kontingente erweitert wurde. Die Veröffentlichung erfolgt im ersten Halbjahr 2018.

Entwicklung des Handlungskonzepts Terror
Der nächste Vortrag wurde von Landesfeuerwehrarzt Klaus Friedrich gehalten. Er stellte die Entwicklung des Handlungskonzepts Terror vor. Er erläuterte warum es überhaupt ein solches Konzept geben muss und welche Überlegungen von der Arbeitsgruppe im Laufe der Zeit angestellt wurden. Der Inhalt des Konzepts enthält folgende Gliederungspunkte: Kommunikation, Führung, Anfahrt/Bereitstellung und Raumordnung. Erscheinen wird das Handlungskonzept, jedoch noch ohne Anlagen, in den nächsten Wochen.

Durchsagetexte für MOBELA´s
KBR Martin Lackner (KFV Eichstätt) stellte in wenigen Sätzen die standardisierten Durchsagetexte für MOBELA´s vor. Die Warnungstexte für die Bevölkerung wurden in Deutsch und Englisch in Zusammenarbeit mit einem Radiosender erstellt und durch die Mitarbeiter des LFV Bayern per Stick an alle KBR/SBR übergeben. Die Durchsagetexte können gerne von den KBR/SBR an die Feuerwehren weitergegeben werden..

Neue THL Ausbildung
Die neue THL Ausbildung an den Staatlichen Feuerwehrschulen Bayerns stellte Branddirektor Matthias Ott vor. Ziel dieser Ausbildung ist es, dass Feuerwehren mit Rüstwägen oder Hilfeleistungs-Löschfahrzeugen THL-Szenarien einschätzen und abarbeiten können. Weiterhin soll diese Ausbildung den Blick auch für spezielle Einsatzarten öffnen. Die Ausbildung ist in vier Blöcke aufgeteilt:
1.    Block: Grundtätigkeiten wie schneiden, trennen und spreizen.
2.    Block: Bewegen von Lasten durch z.B. heben, unterbauen oder ziehen.
3.    Block: Bau- und Maschinenunfälle
4.    Block: Verkehrsunfälle LKW/Bus
Die Schulen bieten diese Ausbildung im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten an. Für das Jahr 2018 sind 2.200 Lehrgangsplätze geplant.

Digitalfunk und Alarmierung
Ein weiteres wichtiges Thema des Tages war der Digitalfunk. Johann Skwara (AS Bayern) und Armin Mayer (PG DigiNet) berichteten über den aktuellen Stand und gaben auch einen Überblick über die Aufgabenabgrenzung der AS-Bayern und der DigiNet-Gruppe. Aus beiden Vorträgen kann folgendes Fazit gezogen werden: Die AS-Bayern wie auch DigiNet arbeiten mit Hochdruck an ihren jeweiligen Aufgaben. Die Tests laufen derzeit innerhalb der Leitstelle Oberland, ab Sommer 2018 bei den Kreisbrandinspektionen Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen. Diese sollen bis spätestens zum vierten Quartal 2018 abgeschlossen sein. Für die digitale Alarmierung kann noch kein konkreter Termin des Rollout genannt werden. Nach Abschluss der Netzertüchtigungsmaßnahmen und Austausch der Systemtechnik auf Bundesebene kann mit dem Start des Rollouts frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2019 gerechnet werden. Über die zeitliche Umsetzung und den Rollout wird noch seitens DigiNet informiert. Einig sind wir uns, dass ein tragfähiges Netz vor einer „vorschnellen Einführung“ Vorrang hat!

Fortführung des Sondersignal-Fahrt-Trainers
Zur Zukunft des Sondersignal-Fahrt-Trainers konnten Regierungsamtfrau Janet Jäger und Florian Ramsl von der Versicherungskammer Bayern berichten. Kurz wurde von Frau Jäger das bisherige Projekt mit den Vor- und Nachteilen vorgestellt und eine Weiterführung bis 2019 angekündigt. Florian Ramsl stellte im Anschluss verschiedene Möglichkeiten zur Weiterführung des Projekts ab dem Jahr 2020 vor. Ziel ist es modernste Techniken einzusetzen, höhere Kapazitäten und längere Standzeiten vor Ort zu erreichen sowie eine flexiblere Ausbildung zu ermöglichen. Im KFV Hof soll ein Pilotprojekt mit den Ideen durchgeführt und in der nächsten Klausurtagung die Ergebnisse daraus vorgestellt werden.

Vorstellung der neuen Kreisbrandräte bzw. -vorsitzenden
Anschließend folgte durch Uwe Peetz die traditionelle Vorstellung der neuen Kreis/-/Stadtbrandräte bzw. -vorsitzenden. Dies sind KBR Peter Bauch (KFV Starnberg), KBR und Vorsitzender Franz Bründler (KFV Dachau), KBR Manfred Danner (KFV Freising), SBR Christian Dudda (FW Coburg), KBR und Vorsitzender Christof Grundner (KFV Traunstein), Vorsitzender Karl Hahn (KFV Landshut), KBR und Vorsitzender Christian Happach (KFV Aichach-Friedberg), KBR Renè Lippeck (KFV Rottal-Inn), Vorsitzender Helmut Niederhauser (KFV Rottal-Inn), Vorsitzender Martin Sterl (KFV Regen) und Vorsitzender Andreas Wimmer (SFV Passau).

Satzungsänderung des LFV Bayern
Hinweise zur Satzungsänderung gab Geschäftsführer Uwe Peetz. Er stellt den Arbeitskreis vor und ging dann auf die einzelnen Änderungen Punkt für Punkt ein. Nach einer kurzen Diskussion bestand Einverständnis darüber, die Änderungen im September der Delegiertenversammlung zur Abstimmung vorzulegen. Und so ging nach einem Grußwort des neuen Abteilungsleiters ID Herrn Ministerialdirigenten Günther Wiegand der erste Veranstaltungstag zu Ende.

Vorstellung möglicher neuer Sponsoringprojekte durch die Versicherungskammer Bayern
Der Samstag begann mit der Vorstellung möglicher neuer Sponsoringprojekte durch die Versicherungskammer Bayern. Florian Ramsl stellt vier mögliche Projekte vor über die die KFV/SFV-Vertreter bis Ende März 2018 abstimmen dürfen. Anschließend folgte der obligatorische Bericht von Heinrich Waldhutter zu den aktuellen Vorgängen und Veränderungen im Feuerwehr Erholungsheim.

Richtiger Einsatz von Schaummitteln
KBR Meinrad Lebold hielt danach einen Vortrag zum richtigen Einsatz von Schaummitteln. Er berichtete über die Mitwirkung beim Leitfaden für den umweltschonenden Einsatz von Löschschaum und stellte die AG Schaum unter Federführung des Landesamts für Umweltschutz vor. In seinen Ausführungen ging KBR Lebold auch auf die Inhalte des Leitfadens ein.

Handreichung „Kinder in der Feuerwehr“
Nach den einleitenden Worten von Uwe Peetz zur Gesetzesänderung im Blick auf die Arbeit mit Kindern in der Feuerwehr und der Erklärung des Ordneraufbaus durch Melanie Walter, wurde die Handreichung für die Kinderfeuerwehren Bayerns offiziell an die Vorsitzenden der Kreis- und Stadtfeuerwehrverbände übergeben übergeben. Erhältlich ist der Ordner für Mitgliedsfeuerwehren über unser Bestellformular und auch ein Onlinezugang ist vorhanden.

Bergwaldbrand am Graseck – Aufgaben der Flughelfer und Unterstützungsmöglichkeiten durch Polizeihubschrauberstaffel
Über den Bergwaldbrand am Graseck berichtete Albert Metsch, Leiter der Flughelfergruppe Bad Tölz-Wolfratshausen. Einen umfangreichen Bericht dazu finden Sie auch in der Florian kommen-Ausgabe 112. Darauf aufbauend, folgte ein Vortrag von Matthias Füller von der Polizeihubschrauberstaffel Bayern. Dieser stellte die Unterstützungsmöglichkeiten der Polizeihubschrauber bei verschiedensten Einsatzlagen der Feuerwehren vor.

In seinem Schlusswort dankte Alfons Weinzierl den Referenten für die interessanten Vorträge, dem Innenministerium und der Versicherungskammer Bayern für die finanzielle Unterstützung, den Gästen für das Interesse an der Veranstaltung und vor allem der FF Unterschleißheim für die Unterstützung der Geschäftsstelle bei der Umsetzung der 16. Klausurtagung.

 

Folgende Vorträge stellen wir Ihnen gerne zum Download bereit:

 

Aktuelles des LFV Bayern, Alfons Weinzierl PDF 2,6 MB Neue THL Ausbildung, BD Matthias Ott PDF 1,3 MB Aktuelles zum Digitalfunk, Johann Skwara (AS Bayern) PDF 936,2 KB Zukunftsvision Sondersiganl-Fahrt-Trainer 2020+, Janet Jäger (StMI Bayern) und Florian Ramsl (Versicherungskammer Bayern) PDF 415,7 KB Satzungsänderung des LFV Bayern, Uwe Peetz PDF 337,4 KB Vorstellung mögl. neuer Sponsoringprojekte der VKB, Florian Ramsl (Versicherungskammer Bayern) PDF 1023,8 KB Aktuelles vom Verein Bay. Feuerwehrerholungsheim, Heinrich Waldhutter PDF 7,9 MB Richtiger Einsatz von Schaummitteln, KBR Meinrad Lebold PDF 390,3 KB Bergwaldbrand am Graseck, Albert Metsch (Leiter Flughelfergruppe Bad Tölz-Wolfratshausen) PDF 2,6 MB

BILDER DER KLAUSURTAGUNG 2018

Klausurtagungen der vergangenen Jahre

15. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren

Zum 15ten Mal trafen sich am 10. und 11. März 2017 die Vertreter der Kreis- und Stadtverbände zur Klausur- und Führungskräftetagung. Dieses Jahr in der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg.

Nach einer kurzen Begrüßung von Uwe Peetz und Schulleiter Dr. Roland Demke, hielt Herr Staatssekretär Eck ein Grußwort, das viel Lob für die Feuerwehren Bayerns enthielt.

Besonders ging er auf die Arbeit rund um den Digitalfunk, die Sanierung des Feuerwehrerholungsheims und die Ausbildung an den Feuerwehrschulen ein. Alfons Weinzierl folgte mit einem kurzen Vortrag über die Arbeit des LFV Bayern und bat Staatssekretär Eck um die Umsetzung der Sonderförderprogramme des Jugendschutzanzugs und der Zweitausstattung für Atemschutzgeräteträger. Auch der Vorsitzende griff die Thematik Digitalfunk auf und berichtete von einem Treffen mit den Verantwortlichen in Hessen, das sehr informativ und hilfreich war. Weiterhin forderte er, mehr Kapazitäten an den Feuerwehrschulen und neue Lehrerstellen zu schaffen.

Über den aktuellen Sanierungsstand im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain berichtete Heinrich Waldhutter. Er dankte Staatssekretär Eck außerordentlich für die Unterstützung des Projekts. 
Ohne das Bayerische Innenministerium wäre die Sanierung nicht möglich gewesen. Franz-Josef Hench informierte die Teilnehmer über die neusten Entwicklungen im Digitalfunk und Diginet II. Er informierte u.a. über das Updatesystem, gab Hinweise zur Statusrückquittierung und zu Objektfunkanlagen.

Nach der wohlverdienten Mittagspause hörten die Führungskräfte einen Vortrag von Thomas Zeleny, dem Geschäftsführer der tomcom GmbH. Er berichtete über die aktuellen Entwicklungen des LFV Web-site-Kit´s und zeigte einige Websites von Feuerwehren die bereits das Kit nutzen. Einen gesonderten Bericht zur Entwicklung finden Sie in der 112-Ausgabe von Florian kommen. Frau Fuchs vom Innenministerium, berichtete anschließend zum Ausbau der Staatlichen Feuerwehrschulen. Durch Luftbildaufnahmen verdeutlichte sie, was in den letzten Jahren bereits an Bauprojekten umgesetzt werden konnte und was noch weiter geschehen soll.

Nach diesem Vortrag folgte die traditionelle Kurzvorstellung der neuen Kreis- und Stadtbrandräte bzw. der Vorsitzenden. Dies waren SBR Stephan Bachl von der FW Straubing, Leiter der BF Ingolstadt Herr 
Josef Huber, KBR Michael Stahl aus dem Lkr. Cham, KBR Alexander Möbus im Lkr. Unterallgäu, KBR Peter Schmidt aus dem Lkr. Main-Spessart, SBR Martin Schneier aus Schweinfurt, KBR Michael Reitzenstein aus dem Lkr. Würzburg und KBR Christof Grundner aus dem Lkr. Traunstein. Nicht anwesend waren aus dem Lkr. Dachau KBR Franz Bründler, KBR Manfred Danner aus dem Lkr. Freising und Rene Lippeck, KBR im KFV Rottal-Inn.

Norbert Thiel berichtete im Nachgang über seine Erfahrungen mit dem Feuerwehrbedarfsplan und positiven Erlebnissen im KFV Nürnberger Land. Er wies jedoch auf einige Punkte hin, die bei der Umsetzung des Plans durch externe Firmen zu beachten sind. Zum neuen Ausbilderleitfaden für Atemschutzgeräteträger hielt Jürgen Schemmel von der Feuerwehrschule Würzburg einen kurzen Vortrag. Er wies besonders auf Neuerungen und Aktualisierungen hin. Neu sind beispielsweise die Punkte zur Persönlichen Schutzausrüstung, Schlauchmanagement und das Vorgehen in Brandräumen.

Zur FWDV 2 – Ausbildung in der Feuerwehr referierte Dr. Demke zusammen mit seinem Stellvertreter Herrn Bräuer. Nach einem geschichtlichen Rückblick, erklärte Dr. Demke warum die Überarbeitung der FWDV 2 so wichtig ist. Ziel ist es, eine Ausbildung durch „Handeln“ zu gewährleisten, nicht durch Auswendiglernen der Theorie. Im Anschluss des Vortrags, überreichte Alfons Weinzierl Herrn Dr. Demke die Dankmedaille des Vorsitzenden des LFV Bayern, für die Gastfreundschaft und die gute Zusammenarbeit.

Nach Ende des ersten Tagungstages, trafen sich die Teilnehmer und Gäste in der neuen Übungshalle der Feuerwehrschule zu einer Führung und Fahrzeugschau. Anschließend ging es in den gemütlichen Teil mit Abendessen und interessanten Gesprächen über.

Friedericke Fuchs startete mit einem Vortrag zur Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes in den Samstagmorgen. Sie verwies auf den Zeitplan und kündigte die Umsetzung bis Mitte dieses Jahres an. Herr Joachim Benz, ebenfalls aus dem Bayerischen Innenministerium, ermöglichte bei seiner Präsentation einen Einblick in das Abfragetool von ELDIS. Er erklärte anschaulich die Funktionsweise und die Auswertungsmöglichkeiten.

Über die Arbeit der Flughelfergruppen in Bayern berichtete Johann Eitzenberger, Vorsitzender des BFV Oberbayern. Er ging auf die geschichtliche Entwicklung ein und informierte über die Aufgaben, Ausbildung und die organisatorische Verankerung. Kurz stellte er auch den neuen Leitfaden der Flughelfer vor, der in Zusammenarbeit von Feuerwehr und Luftfahrzeugbetreibern erstellt wurde.

Kurz wurde von Herrn Bräuer noch der neue gemeinsame und einheitliche Internetauftritt der drei bayerischen Feuerwehrschulen vorgestellt. Unter www.feuerwehrschulen-bayern.de findet man nun alle drei Schulen. Jede Schule behält jedoch ihre eigene Homepage.

Traditionsgemäß folgten nach den Fachvorträgen drei Einsatzberichte. Heuer wurden das Messerattentat von Würzburg, der Sprengstoffanschlag in Ansbach und die Amoklage von München thematisiert. Die Herren Rehmann, Settler und Schäuble berichteten jeweils anschaulich über die Abwicklung der Einsätze.

Das Schlusswort gehörte dem Vorsitzenden, der allen Rednern und auch Teilnehmern herzlich für ihre Teilnahme und Mitwirkung dankte.

Im Rahmen der Klausurtagung aller bayerischen Kreis- und Stadtbrandräte konnten diese, in der neuen Übungshalle der SFS Würzburg, die ersten beiden Prototypen des Gerätesatzes Hochwasser des Freistaates Bayern in Augenschein nehmen. Das Konzept wurde in einem Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern des Bayerischen Innenministeriums, der Feuerwehrschulen und des LFV Bayern, erarbeitet. Die Ausstattung wurde auf insgesamt elf Rollcontainer verlastet und beinhaltet u.a. 18 Schmutzwasserpumpen mit erforderlichem Zubehör, um nach Hochwasserlagen/Überschwemmungen Räume abpumpen zu können. Dabei kann eine Leistung von über 25.000 l/Min. bei einem Höhenunterschied bis 2,5 m erreicht werden. Nachdem bei den Planungen im Jahre 2014 nur von einer Ergänzung der Ausstattung bei Hochwasserlagen gesprochen wurde, konnte der LFV Bayern den Freistaat Bayern sachlich davon überzeugen, dass auch eine Transportmöglichkeit hierfür notwendig wäre.

Im Ergebnis konnte nach einer Ausschreibung nunmehr ein Versorgungs-Lkw (MAN – TGM 13.290 4x4 BL) beigestellt werden. An Standorten mit Wechselladersystemen konnte ein Abrollbehälter Gerätesatz Hochwasser konzipiert werden. Nunmehr werden insgesamt 41 Gerätesätze Hochwasser durch den Freistaat Bayern beschafft und bei Feuerwehren stationiert. Nach den beiden Prototypen, die im Dezember 2016 ausgeliefert wurden, stehen die nächsten zwölf Gerätesätze im April 2017 und dreizehn weitere im Juli 2017 zur Auslieferung an, bevor dann Anfang 2018 die restlichen Gerätesätze an die Standorte ausgeliefert werden. Da es sich hierbei um eine staatliche Ausstattung für den Katastrophenschutz handelt, stehen die Gerätesätze natürlich auch bayernweit für einen Einsatz zur Verfügung.

Folgende Vorträge stellen wir Ihnen gerne zum Download bereit:

Aktuelles aus dem LFV Bayern, Alfons Weinzierl PDF 2,9 MB Aktuelles vom Verein Bayer. Feuerwehrerholungsheim e.V., Heinrich Waldhutter PDF 3,4 MB Aktuelles zum Digitalfunk, Franz-Josef Hench PDF 548,8 KB Weiterentwicklung LFV Website-Kit, Thomas Zeleny PDF 2,0 MB SFS - Ausbau der Infrastruktur, Friederike Fuchs PDF 2,8 MB Aktuelles zur Feuerwehrbedarfsplanung, Norbert Thiel PDF 111,4 KB Neuerungen im Ausbilderleitfaden Atemschutz, Jürgen Schemmel PDF 1001,3 KB FWDV 2, Dr. Roland Demke PDF 5,2 MB Novellierung Bayerisches Feuerwehrgesetz, Friederike Fuchs PDF 448,0 KB Neues EMS - Abfragetool, Joachim Benz PDF 770,7 KB Die Flughelfergruppen in Bayern, Johann Eitzenberger PDF 2,7 MB

14. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren in Unterschleißheim

Auch in diesem Jahr, folgten rund 90 % der bayerischen Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände der Einladung des LFV Bayern nach Unterschleißheim zur alljährlichen Klausurtagung. Am Morgen des 04.03.2016 wurden die rund 120 Teilnehmer sowie Gäste von Geschäftsführer Uwe Peetz herzlich begrüßt. Herr Ministerialdirigent Lachner richtete ebenfalls einige Begrüßungsworte an die Tagungsteilnehmer und wies auf die bisherigen Unterstützungs- und Förderleistungen des Ministeriums hin.

Der Vorsitzende des LFV Bayern Alfons Weinzierl, stellte zunächst die aktuellen Projekte des LFV Bayern vor, so z.B. den Fahrsimulator für die Maschinistenausbildung, und den Brandübungscontainer für die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger. Im Weiteren ging er dann zum einen auf die Ausstattung für den Katastrophenschutz ein – hier werden die Forderungen von Beschaffungen im Bereich der Hochwasserausstattung von Seiten des Staats bis 2017/18 umgesetzt. Zum anderen forderte er den Freistaat auf, zukünftig dafür Sorge zu tragen, dass das Lehrgangsangebot an den Feuerwehrschulen an den notwendigen Bedarf der Feuerwehren – nicht nur bei den Pflichtlehrgängen – angepasst wird. Für die ÖEL Aus- und Fortbildung forderte er die Umsetzung ohne Zertifizierung, Rezertifizierung und ohne Punktesystem ein.

In aller Kürze wurden von Robert Kainz die Ansätze der neuen Kampagne „Katastrophenschutz“ vorgestellt. Diese startet im September 2016. Über die neusten Entwicklungen im Bereich Digitalfunk informierte Franz- Josef Hench. Der Netzaufbau ist fertig ausgereift, einige Themen sind jedoch bisher noch nicht endgültig geklärt. Bisher werden auch noch Nutzeranforderungen gesammelt.

Uwe Peetz stellte im Anschluss die neuen Kreisbrandräte der Kreisfeuerwehrverbände Forchheim, Neuburg Schrobenhausen, Main Spessart, Tirschenreuth, Dachau und aus dem Unterallgäu vor. Auch einen neuen Stadtbrandrat in Landshut gibt es seit Anfang des Jahres. Anschließend berichteten Heinrich Waldhutter und Walter Nöhrig von Neuerungen aus dem Feuerwehrerholungsheim St. Florian. Einen ausführlichen Bericht hierzu, finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Florian kommen unter der Rubrik „Zu guter Letzt“.

Nach dem Mittagessen teilten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen auf. Gruppe A lauschte einem interessanten Vortrag von Lars Cartensen von wetreu aus Norddeutschland. Er referierte sehr anschaulich zur Gemeinnützigkeit in den Vereinen und Verbänden, sowie über die Mittelverwendung und gab Hinweise zur Rechnungslegung. Weiterhin zeigte er Vor- und Nachteile eines Feuerwehr-Fördervereins auf, wies auf das Spendenrecht und die Problematiken beim Sponsoring hin.

Gruppe B hörte einen Vortrag zur geplanten Neufassung der UVV Feuerwehr. Thomas Roselt von der KUVB stellte dar, welche Vorteile sich für die Feuerwehren daraus ergeben und warum die UVV überhaupt notwendig ist. Er erklärte die wesentlichen Neuerungen der 30 Paragraphen und stellte einige davon explizit heraus. Daraufhin folgte ein nicht minder interessantes Referat von Dr. Fritz-Helge Voß, THW-Landesbeauftragter für Bayern über die Hilfeleistungskontingente des THW.

Nach der Kaffeepause, fanden die beiden Gruppen wieder zusammen, und wurden von Thomas Zeleny, Geschäftsführer der Firma tomcom über den aktuellen Stand des geplanten Homepage Templates informiert. Er erklärte nochmals das Konzept und stellte anhand einer Testseite die Möglichkeiten für die Feuerwehren vor.

Hundeführerin Christina Lex berichtete im Anschluss über die Rettungshundestaffeln in den bayerischen Feuerwehren. Am Standort Aschheim sind derzeit 14 Einsatzteams vor Ort, die zur Unterstützung z.B. bei der Flächensuche und  der Trümmersuche angefordert werden können. Frau Lex berichtete über die Ausbildung der Hunde und der Hundeführer, die unterschiedlichen Prüfungen sowie die Ausrüstung für Mensch und Hund. Weiterhin gab sie Hinweise darauf, wie die Alarmierung der Hundestaffeln, sowie ein Einsatz abläuft.

Ministerialrat Horst-Eberhard Dolle stellte das Wasserfördersystem Bayern vor. Er erklärte das Einsatzkonzept und wies auf die einzelnen Standorte, sowie die technischen Daten hin. Weiterhin informierte Herr Dolle über den AB Inertisierung (Stickstoffverdampfer). Er stellte das Einsatzkonzept vor, erklärte auch hier die technischen Daten und auch auf die Kosten des Projekts wies er hin. Der Einsatzablauf wurde von Johannes Buchhauser als Leiter der Berufsfeuerwehr Regensburg dargestellt.

Am Ende des ersten Tagungstages, konnte die Teilnehmer das Wasserfördersystem sowie den AB Inertisierung genauer begutachten und begaben sich dafür in den Feuerwehrhof. Hier wurden außerdem einige weitere Fahrzeuge vorgestellt. Auch die Rettungshundestaffel war mit zwei Hunden vor Ort und stand zu Gesprächen bereit. Nach diesem äußerst aufschlussreichen Tag, klang dieser mit einem abwechslungsreichen Buffet und einem gemütlichen Beisammensein im Feuerwehrgerätehaus Unterschleißheim aus.

Am nächsten Morgen ging es weiter, mit einem Bericht zur Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes. Uwe Peetz stellte die geplanten wesentlichen Änderungen vor, z.B. bei der Altersgrenze, der Festschreibung von Kinderfeuerwehren, der Koppelung der Amtszeit von KBM und KBI an die Amtszeit des KBR u.v.m.

Ausführlich ging Vorsitzender Weinzierl dann auf das Thema Rechtsstellung der Kreis- und Stadtbrandräte ein. Der LFV Bayern fordert, dass ein ehrenamtlicher Kreisbrandrat zukünftig deutlich bei der Bewältigung der zahlreichen und vielfältigen Aufgaben entlastet wird. Staat und Landkreise sollten dafür sorgen, dass die Brandschutzdienststelle auch personell ausgekleidet wird. Hier sind im Feuerwehrgesetz Regelungen zu schaffen, um den KBR entweder im Landratsamt in einer entsprechenden Funktion anzustellen oder, dass er über die Brandschutzdienststelle im Landratsamt eine fachliche personelle Unterstützung bekommt.

Dass dies so umsetzbar ist, zeigen uns bereits einige Landkreise in Bayern auf, die in der Brandschutzdienststelle eine oder auch mehrere fachlich qualifizierte Mitarbeiter zur Unterstützung des ehrenamtlichen KBR´s angestellt haben. Ebenso fordert der LFV Bayern die Möglichkeit, der Schaffung von sogenannten Fach-KBI´s. Weiter wird für kreisfreie Städte und große Kreisstädte eine gesetzliche Regelung benötigt, die es möglich macht, dass der Stadtbrandrat wie bei einer Kreisbrandinspektion mehrere Stadtbrandmeister bestellen kann.

Nach den Workshops – diesmal wechselten die Gruppen – folgte ein Einsatzbericht von KBI Kerstin Schmidt. Sie war Einsatzleiterin bei einem Flugzeugabsturz nahe Engelmannsreuth. Am 11.08.2015 stürzte in diesem Gebiet ein F-16-Kampfjet ab. Frau Schmidt berichtete über die vorgefundene Lage und wie der Einsatz Stück für Stück unter Unterstützung des Roten Kreuzes, der Bundeswehr, sowie der US-Armee abgearbeitet wurde. Sie lobte die gute Zusammenarbeit der ca. 500 Einsatzkräfte vor Ort.

Über den Brand eines Sägewerks in Schwarzenbach am Wald im Landkreis Hof informierte KBR Reiner Hoffmann. In der Nacht des 22.08.2015 löste die Brandmeldeanlage der Holzwerke Ströhla aus. Bereits bei der Anfahrt der Einsatzkräfte waren die Flammen sichtbar. Herr Hoffmann berichtete über die genaue Einsatzlage, den Ablauf, sowie die Schwierigkeiten die dieser Brand, der sich immer weiter ausbreitete, mit sich brachte. Insgesamt waren ca. 700 Feuerwehrleute über mehrere Tage im Einsatz. Die Brandursache ist bis heute noch nicht geklärt.

Aus aktuellem Anlass berichtete KBR Richard Schrank zusammen mit dem Kommandanten der Feuerwehr Bad Aibling, Wolfram Höfler über das tragische Zugunglück bei Bad Aibling. KBR Schrank berichtete über den genauen Einsatzablauf, die Personensuche, -rettung und -bergung. Kommandant Höfler ergänzte in einem sehr bewegenden Statement, wie er persönlich die Situation vorgefunden und bewältigt hat. Er wies insbesondere darauf hin, dass viele der rund 200 Einsatzkräfte eine psychologische Nachsorge benötigen werden, um die schrecklichen Bilder und Erlebnisse verarbeiten zu können.

Nach diesem doch eher bedrückenden Bericht, verabschiedete Vorsitzender Alfons Weinzierl die Teilnehmer der Klausurtagung 2016 und dankte allen Beteiligten für die Unterstützung bei den Vorbereitungen. Den Referenten dankte der Vorsitzenden nochmals ausdrücklich für die interessanten Vorträge.

Folgende Voträge stellen wir Ihnen gerne zum Download bereit:

Aktuelles aus dem LFV Bayern - Vortrag von Alfons Weinzierl PDF 2,0 MB Neues vom Digitalfunk - Vortrag von Franz-Josef Hench PDF 759,2 KB Informationen des Feuerwehrerholungsheimes - Vortrag von Heinrich Waldhutter und Walter Nöhrig PDF 6,1 MB Leitfaden zur Vereinsversteuerung - Vortrag von Lars Carstensen PDF 108,7 KB Stl. Bereiche des Vereins (Diagramm) - Vortrag von Lars Carstensen PDF 55,6 KB Stl. Bereiche des Vereins (Text) - Vortrag von Lars Carstensen PDF 447,1 KB UVV Feuerwehr - Vortrag von Thomas Roselt und Uwe Peetz PDF 417,9 KB Merkblatt zum Homepage Temlate - Vortrag von Thomas Zeleny PDF 249,5 KB Vorstellung der Rettungshundestaffeln - Vortrag von Christina Lex PDF 1,5 MB Novellierung bay. Feuerwehrgesetz - Vortrag von Uwe Peetz und Alfons Weinzierl PDF 618,2 KB Aktuelles zum Wasserfördersystem Bayern - Vortrag von Horst-Eberhard Dolle und Johannes Buchhauser PDF 987,6 KB Artikel der Brandwacht 2/16 PDF 1,4 MB Inertisierung-/Stickstoffverdampfer Teil1 - Vortrag von Horst-Eberhard Dolle und Johannes Buchhauser PDF 316,7 KB Inertisierung-/Stickstoffverdampfer Teil2 - Vortrag von Horst-Eberhard Dolle und Johannes Buchhauser PDF 550,3 KB Einsatzbericht Flugzeugabsturz - Vortrag von Kerstin Schmidt PDF 4,1 MB

13. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren in Nürnberg

Viele diskussionsreiche Themen und Fachvorträge standen bei der Klausurtagung am 27. und 28. Februar 2015 im Herzen Nürnbergs im Mittelpunkt eines abwechslungsreichen Programms. Eine hohe Resonanz von 95 Prozent der bayerischen Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände folgten zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

"Unser Verband ist engagierter, motivierter und geschlossener denn je. Leidenschaft, Herzblut und Begeisterung - das ist der Landesfeuerwehrverband mit seinen Untergliederungen", stellte Vorsitzender Alfons Weinzierl zu Beginn der zweitägigen Tagung fest und blickte auf aktuelle und erfolgreich abgeschlossene Projekte zurück.

"Frauen zur Feuerwehr", stellte Robert Kainz (Lindau) von der gleichnamigen Werbeagentur die Ausarbeitung für die diesjährige Kampagne zur Gewinnung von Frauen vor. Aussagen wie "Wer die Familienkutsche fährt, kann auch ein Löschfahrzeug steuern" oder "Wer einen Betrieb führt, kann auch einen Einsatz leiten" könnten die Werbeslogans sein, mit denen der LFV ab September 2015 für dieses Thema werben möchte. Anzeigenvorlagen, Spiegelaufkleber, Bauzaunbanner, Lesezirkelaufkleber bei Ärzten oder Friseuren, Roll-Ups, und Infoflyer sollen als Werbemittel zur Verfügung stehen. Eine Infobroschüre für die Führungskräfte "10 gute Gründe für mehr Frauen bei den Feuerwehren" soll die Akzeptanz von Frauen in den Feuerwehren stärken. Nach sehr guten "Klickraten" soll auch wieder ein Kampagnenspot erstellt werden. "Die Kampagne steht und fällt mit den Feuerwehren vor Ort. Die Plakate nützen nur etwas, wenn sie verwendet werden", rief Robert Kainz zur aktiven Umsetzung und Unterstützung auf. Auch Wunschkampagnen-Themen für die kommenden Jahre diskutierten die Führungskräfte intensiv.

Einen aktuellen Sachstand über die Freiplatzregelung für 40-jährige Dienstzeit im Rahmen der Ehrenamtsförderung gab der Geschäftsführer des Bayerischen Feuerwehrerholungsheims Walter Nöhrig. Bereits 4300 Gutscheine für Ehrungen sind bayernweit ausgegeben worden. Nachdem es derzeit einen gewaltigen Überhang gibt, wird die Gültigkeit der Gutscheine für 2014 und 2015 auf zwei Jahre verlängert. Zur Entlastung können auch weitere Unterkünfte in anderen Partner-Erholungsheimen im Bundesgebiet wie im Schwarzwald oder im Erzgebirge gebucht werden. "Der Landesfeuerwehrverband und das Bayerische Staatsministerium, für Bau und Verkehr haben mit dieser Ehrenamtsförderung eine in ganz Deutschland viel beachtete Aktion ins Leben gerufen ", lobte Geschäftsführer Nöhrig.

Ein Angebot für einen einheitlichen Internetauftritt für die Freiwilligen Feuerwehren Bayerns stellte der LFV vor. Pro und Contras diskutierten die Tagungsteilnehmer. In der Vergangenheit fragten immer wieder Feuerwehren beim LFV an, ob dieser nicht ein Template (Vorlage) für eine Webseite zur Verfügung stellen könnte, das die Feuerwehren nur noch mit Text und Bilder füllen müssen. Mit einem flexiblen Baukastensystem könnten die Feuerwehren sich in einem modernen Content-Management-System (CMS) ihre eigene Homepage zusammenstellen, ohne spezielle Technikkenntnisse zu benötigen. In den nächsten Wochen wird der LFV mit einer Homepage das Interesse an einem solchen System bei den Feuerwehren abfragen. Großer Vorteil: Überörtliche Themen wie die Imagekampagne oder Rauchmeldertage könnten landesweit ohne Aufwand für die Wehren eingebunden werden. Wichtig ist für den LFV dabei, die einmaligen Kosten und die jährlichen Kosten für die Mitgliedsfeuerwehren so gering wie möglich zu halten. Die Template-Erstellung würde der LFV übernehmen.

Die gesundheitliche und körperliche Voraussetzung im Feuerwehrdienst beleuchtete Landesfeuerwehrarzt Klaus Friedrich. Nach der Ausführungsverordnung des bayerischen Feuerwehrgesetzes dürfen nur "körperlich und geistig geeignete Bewerber" in die Feuerwehr aufgenommen werden. "Zuständig hierfür ist der Leiter der Wehr, der Kommandant", sagte Friedrich. Die Frage "Wie geht man damit um?", zeigte Friedrich auf und sensibilisierte für dieses Thema. Der Feuerwehrkommandant kann ein ärztliches Gutachten verlangen. Friedrichs Anliegen hierbei ist, dass künftig jedes Gutachten vergleichbar und reproduzierbar sein muss und die untersuchenden Ärzte müssen sich mit den Tätigkeiten eines Feuerwehrmannes auskennen. Eine Gesundheitsmatrix soll künftig einheitliche Untersuchungsstandards sicherstellen. "Die ärztliche Untersuchung erhöht die Sicherheit des Kommandanten, des einzelnen Feuerwehrdienstleistenden und die Sicherheit des Einsatzes", bat Landesfeuerwehrarzt Klaus Friedrich eine Untersuchung positiv darzustellen.

Das aktuelle Sponsoring der Versicherungskammer Bayern (VKB) mit dem Info-Mobil "Richtig Feuer löschen", Sondersignalfahrtrainer, Brandschutzerziehung, Publikationen, Zuschüsse für Feuerwehrjubiläen und Gründung von Kinderfeuerwehren rief Florian Ramsl in Erinnerung, auch erste Erfahrungen mit der aktuellen Sponsoring-Aktion "Schaumtrainer" präsentierte Ramsl. Jeder Stadt- und Kreisfeuerwehrverband wird bis 2018 ein Schaumübungs-Set erhalten. Im Rahmen der Tagung übergab Ramsl ein Set an die Feuerwehr Nürnberg. Mit dem Set kann ein realistischer und umweltfreundlicher Schaumeinsatz in Miniaturausführung simuliert werden.

"Wie viel Feuerwehr braucht eine Gemeinde?", stellte stellvertretender Verbandsvorsitzender Norbert Thiel die Grundüberlegungen der neuen Feuerwehrbedarfsplanung in Bayern vor. Die Erfassung von Gefährdungen, Risiken und Schutzzielen helfen den Kommunen mit verschiedenen Hilfsmitteln notwendiges Gerät und Personal festzulegen. Die Kommunen können nach der neuen Ausführungsverordnung des bayerischen Feuerwehrgesetzes (AVBayFwG) das örtliche Gefahrenpotential ausreichend berücksichtigen, um eine optimale Aufgabenwahrnehmung zu gewährleisten. Die Kommunen sollen nach AVBayFwG grundsätzlich einen Feuerwehrbedarfsplan aufstellen. In einem in eineinhalb Jahren erarbeiteten Merkblatt gibt das Staatsministerium des Innern den Kommunen Hinweise zur Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplanes an die Hand, das in Kürze verteilt wird. Die Führungsdienstgrade nutzen die Möglichkeit zur intensiven Diskussion zum Thema.

Als gutes Beispiel für eine gute Feuerwehrbedarfsplanung und eine zielführende und gute Zusammenarbeit zwischen Freiwilligen Feuerwehren, Werkfeuerwehr, THW und Hilfsorganisationen zeigte Kreisbrandrat Norbert Thiel an Hand eines Beispiels eines Einsatzes bei der Firma Diehl Messinggießerei vor. Dort führte vermutlich ein Kurzschluss in einer Trafoanlage zu einem Großeinsatz mit 230 Einsatzkräften und einem Sachschaden in Millionenhöhe.

Über die wichtigsten Eckpunkte des Versicherungsschutzes referierte Geschäftsführer Uwe Peetz. Grundlagen, aktuelle Gerichtsurteile und geplante Gesetzesänderungen arbeitete Uwe Peetz auf. Nachdem bislang beispielsweise Jugendveranstaltungen keine reine Freizeitaktivitäten sein dürfen, sondern immer einen Ausbildungsanteil aufweisen müssen, könnte eine geplante Änderung des Sozialgesetzbuches VII Abhilfe schaffen. Hiernach sollen künftig alle satzungsmäßigen Veranstaltungen die der Nachwuchsförderung dienen versichert sein.

Klimaschutz, extreme Wetterereignisse und ihre Auswirkungen auf die Feuerwehren zeigte Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz an Hand von verschiedenen Extremwetterereignissen der vergangenen Jahrzehnte auf. Unger informierte auch über die von den bayerischen Führungskräften lang ersehnte Übergabe von Bundesausstattung an die Feuerwehren im Jahr 2015. Vorbehaltlich von Lieferverzögerungen und Bedarfsverschiebungen werden 26 Löschgruppenfahrzeuge-Katastrophenschutz (LF-Kats), 28 Schlauchwagen- Katastrophenschutz und 21 Gerätewagen Dekon P dieses Jahr ausgeliefert und am 24. Oktober 2015 in Manching offiziell übergeben.

Am Ende des zweitägigen Erfahrungsaustauschs bedankte sich Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl beim Ltd. Branddirektor Volker Skrok, Stadtbrandrat Günter Herzog und dem Verpflegungszug der Feuerwehr Werderau für die hervorragende Organisation der Tagung, was alle Tagungsteilnehmer mit einem kräftigen Beifall bestätigten.

Der Minister zu Besuch

Bei seiner Rede anlässlich der LFV-Klausurtagung im Hotel Holiday Inn in Nürnberg ging der Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr Joachim Herrmann auf aktuelle Themen ein. "Insgesamt werden die Festbeträge deutlich angehoben, im Schnitt um 20 Prozent", hatte MdL Joachim Herrmann brandaktuelle Nachrichten für die Führungskräfte dabei. "Das ist eine Steigerung die sich wirklich sehen lassen kann". Die Erhöhung soll nach Abschluss der Verbandsanhörung rückwirkend zum 1. März 2015 in Kraft treten.

Neu aufgenommen wurden das TSF-Logistik (GW-L1 mit TS-Beladung), das 3-achsige Wechselladerfahrzeug und die Nachrüstung von Hilfeleistungssätzen in Löschfahrzeugen, wenn diese bisher noch nicht ausgestattet waren. Finanziell schlechter gestellte Kommunen bekommen eine zusätzliche Förderung von fünf Prozent.

"6,5 Millionen mehr als im Bereich der Feuerwehrförderung. Das ist eine Anhebung die wir noch nie hatten in dieser hohen Form", dankte Vorsitzender Alfons Weinzierl. Die Stellplatzförderung wird sogar um 30 bis 50 Prozent angehoben. Die neuen Fördersätze gelten für alle bereits ausgesprochenen Bewilligungen für die noch kein Auftrag erteilt wurde. Mit dem Ersatz von Stellplätzen die den Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften nicht mehr entsprechen wir ein neuer "Fördertatbestand" eingeführt.

Im Bereich des Katastrophenschutzes sind 1,8 Millionen pro Jahr für die Anpassung der Ölwehrausstattung, Flachwasserschub- und Mehrzweckboote, Ersatzbeschaffung von Außenlastbehältern und der Einsatzbeschaffung der UG-ÖEL eingeplant. Für ein Hochwasserprogramm sind 4,4 Millionen für die Förderung von Sandsackfüllmaschinen, mobilen Sirenenanlagen (Mobela), vier weiteren Löschwassersystemen mit drei bis vier Verstärkerpumpen, zwölf Flutmodule zur Ergänzung bei Hochwassereinsätzen. 30 bis 40 Einheiten von Pumpen mit einer Verlastung auf einem Abrollbehälter oder einem LKW sowie die Förderung von 48 zusätzlichen Einsatzleitfahrzeugen für die Unterstützungsgruppen Örtlicher Einsatzleiter angedacht.

Empfang der Stadt Nürnberg

Als Gastgeber der bayerischen Führungskräfte empfing die Stadt Nürnberg die Tagungsteilnehmer in der "guten Stube", im historischen Rathaussaal. Ltd. Branddirektor Volker Skrok schaffte mit seinem Team ein besonderes Ambiente für einen schönen, gemütlichen und informativen Abend bei guten Gesprächen an historischer Stätte.

"Sie hätten keine bessere Wahl treffen können", freute sich 2. Bürgermeister Christian Vogel über die Durchführung der Fachtagung in der über 950 Jahre alten Stadt. "Hier haben die Huldigung des Kaisers oder auch das Friedensmahl nach dem 30-jährigen Krieg stattgefunden", ging Vogel auf die historische Stätte ein. "Feuerwehr ist etwas, wo viel geleistet wird", zeigte sich 2. Bürgermeister Vogel stolz, mit über 600 Aktiven in den Feuerwehren Nürnbergs "eine hochengagierte Mannschaft und eine unverzichtbare Stütze" zu haben.

Den Bezug zur Stadt Nürnberg hob Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl hervor. Als Vorsitzender des Deutschen Städtetages verbindet Oberbürgermeister Maly eine langjährige, enge und konstruktive Zusammenarbeit mit dem LFV, wie sich kürzlich wieder bei der Änderung der Förderrichtlinien gezeigt hat. Sozusagen als Geburtshelfer gehörte dem 1990 gegründeten Arbeitskreis zur Wiedergründung des LFV Bayern damals der Leitende Branddirektor Michael Bauer von der BF Nürnberg als Obmann der AGBF an.

Als "enger Förderer des Feuerwehrwesens in Mittelfranken" durfte Verbandsvorsitzender Alfons Weinzierl die Firma N-ERGIE AG ehren. Die Auszeichnung "Partner der Feuerwehren" überreichte Weinzierl, zusammen mit dem BFV-Vorsitzenden Dieter Marx und Bürgermeister Christian Vogel an das Vorstandsmitglied Karl-Heinz Pöverlein.

Seit 2009 unterstützt die N-ERGIE die Feuerwehren im Versorgungsgebiet materiell und ideell. So findet jährlich ein Feuerwehr- Informationstag zu aktuellen Themen statt. Weiter vermitteln die Mitarbeiter der N-ERGIE AG in Schulungen für Feuerwehren ihr Spezialwissen in den Bereichen alternative Energien und Antriebe. "Nehmen Sie dieses Zeichen der Wertschätzung auch als Ansporn, die bisherige bewährte Kooperation auch in Zukunft fortzusetzen", dankte Vorsitzender Alfons Weinzierl.

Bei einem gemütlichen Zusammensein mit guten Gesprächen klang der Abend dann im historischen Rathaus aus.

Übergabe des neuen Brandübungscontainers

Im Mittelpunkt der 13. Klausurtagung der bayerischen Führungsdienstgrade stand die offizielle Übergabe des neuen holzbefeuerten Brandübungscontainers durch Innenminister Joachim Herrmann und Landesverbandsvorsitzenden Alfons Weinzierl. Die Indienststellung auf dem Nürnberger Jakobsplatz ist gleichzeitig der Startschuss für ein auf vier Jahre ausgelegtes Schulungskonzept für die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger in den bayerischen Feuerwehren.

Anlässlich des 20. Jubiläums des Landesfeuerwehrverbandes Bayern griff Ministerpräsident Horst Seehofer den Wunsch der bayerischen Feuerwehren auf die Ausbildungsmöglichkeiten eines feststoffbefeuerten Containers auf. "Der Container wird rund 30 Wochen vor Ort draußen in den Landkreisen im Einsatz sein und entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten gewährleisten", dankte Vorsitzender Alfons Weinzierl für das überaus große Geschenk.

"Es war eine tolle Sache, dass sie sich dieses Geburtstagsgeschenk vom Ministerpräsidenten gewünscht haben", gratulierte Innenminister Joachim Herrmann zu dieser "neuen großartigen Übungseinrichtung". Herrmann dankte für die selbständige Durchführung der Ausschreibung und Organisation der Ausbildung. "Es geht hier um den Selbstschutz der Kameraden, dass sie in den besonderen Gefahren wie Flash-Over gut vorbereitet sind und so was trainiert haben, um im Einsatzfall nicht überrascht zu werden", sagte Herrmann weiter.

Mit diesem Ausbildungs-Container kann eine realitätsnahe Brandbekämpfung unter umluftunabhängigem Atemschutz in den bayerischen Feuerwehren am Standort geübt und geschult werden. Rund 1,2 Millionen Euro hat der Freistaat Bayern hierfür zur Verfügung gestellt und ermöglicht es so, in den nächsten vier Jahren rund 7.200 Atemschutzgeräteträger in den Feuerwehren ausbilden und besonders schulen zu lassen.

Während der jeweils rund vierstündigen Ausbildung vor Ort werden u.a. die Themen Erkennen des Brandverlaufes und Einschätzen von Gefährdungssituationen z.B. Flash Over, die Brandbekämpfung mit Strahlrohren, das Öffnen von Türen von Brandräumen sowie das Verhindern von Rauchgasdurchzündungen und Rauchexplosionen vermittelt. Durch die Verwendung von Holz wird die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung künstlich erzeugt.

Die Realbrandausbildung ergänzt damit die moderne und notwendige Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern für die Brandbekämpfung in Gebäuden. Die Feuerwehrleute werden dabei mit echtem, realem Feuer konfrontiert, um sich somit möglichst praxisnah bei gleichzeitiger Beibehaltung sicherer Bedingungen auf den realen Einsatz vorzubereiten.

Diese Ergänzung zur traditionellen Ausbildung gibt den Einsatzkräften also eine zusätzliche Handlungssicherheit. Für die Atemschutzgeräteträger ist diese Erfahrung wichtig, um im Ernstfall kritische Situationen sicherer erkennen und entsprechend reagieren zu können. Dadurch können Unfälle mit häufig schwerwiegenden Folgen verhindert werden. Das Projekt wird vom Landesfeuerwehrverband Bayern organisatorisch begleitet. Die Ausbildung wird durch erfahrene Ausbilder der Fa. Dräger Safety AG & C0. durchgeführt. jk

Programm 27. und 28. Februar 2015

Freitag, 27. Februar 2015

ab 09:30 Uhr Eintreffen der Tagungsteilnehmer und Anwesenheitsfeststellung

ab 10:30 Uhr - Teil 1

  • Begrüßung und Organisatorisches
    Referenten: LFV-Vorsitzender Alfons Weinzierl / LFV-Geschäftsführer Uwe Peetz
  • Aktuelles aus dem LFV
    Referent: LFV-Vorsitzender Alfons Weinzierl
  • Personelle Änderungen:
    persönliche Kurz-Vorstellung neu gewählter KBR/SBR u. KFV-/SFV-Vorsitzender
  • Kampagne zur Gewinnung von Frauen in den Feuerwehren
    Referent: Robert Kainz, Geschäftsführer der Kainz Werbeagentur GmbH
    Themen für künftige Aktionswochen ab 2016: offene Diskussion

ab 13:30 Uhr- Teil 2

  • Gesundheitliche Voraussetzungen im Feuerwehrdienst
    Referent: MD Klaus Friedrich, Landesfeuerwehrarzt
  • Sponsoring durch die Versicherungskammer Bayern
    Referent: Florian Ramsl, Versicherungskammer Bayern
  • Diskussion über die Möglichkeit der Einführung eines Homepage-Templates für die Mitgliedsfeuerwehren
    Referenten: Robert Kainz, Geschäftsführer der Kainz Werbeagentur GmbH und LFV-Vorsitzender Alfons Weinzierl

ab 15:30 Uhr - Teil 3

  • Umsetzung der Feuerwehrbedarfsplanung in Bayern
    Referenten: KBR Norbert Thiel; BD Torsten Kraemer
  • Zusammenarbeit von öffentlichen und nichtöffentlichen Feuerwehren und Hilfsorganisationen beim Brand einer Messinggießerei in Röthenbach
    Referent: KBR Norbert Thiel

ca. 17:00 Uhr Ende

19:00 Uhr Empfang durch die Stadt Nürnberg im Rathaus


Samstag, 28. Februar 2015

09:00 Uhr

  • Versicherungsschutz für die Feuerwehr- und Verbandstätigkeit
    Referent: LFV-Geschäftsführer Uwe Peetz

09:30 Uhr

  • Indienststellung des Brandübungscontainers (bei der Feuerwehr!)
    LFV-Vorsitzender Alfons Weinzierl, Innenminister Joachim Herrmann
  • Klimabeobachtung - Naturkatastrophen und ihre Auswirkungen auf die Feuerwehren
    Referent: Christoph Unger, Präsident BBK

11:45 Uhr

  • Schlusswort zur Veranstaltung
    Referent: LFV-Vorsitzender Alfons Weinzierl

ca. 13:00 Uhr Ende der Klausurtagung

 

12. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren in Unterschleißheim

Die 12. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren fand bereits zum sechsten Mal in der Feuerwache in Unterschleißheim statt. Die Klausurtagung versteht sich als Informationsveranstaltung für die bayerischen Feuerwehrführungskräfte. Neben den 96 Kreis- und Stadtbrandräten nahmen neben Vertretern des Staatsministeriums des Innern (StMI), auch Referenten anderer Hilfsorganisation und aus anderen Bundesländern teil, um über das diesjährige Schwerpunktthema "Katastrophenlagen" zu referieren und im Anschluss zu diskutieren.

Thematisiert wurde die Hochwasserkatastrophe im Juni 2013 in Bayern. Zu diesem Thema berichteten der Leiter der Berufsfeuerwehr (BF) München Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble und der Stadtbrandrat der Stadt Passau Dieter Schlegl über die Zusammenarbeit der Berufsfeuerwehr München und der Freiwilligen Feuerwehr Passau in der Führungsunterstützung. Die BF München entsendete im Juni einen "Fliegenden Stab", und unterstützte dabei die Örtliche Einsatzleitung und die nachgeordneten Führungsebenen, um den 10-tägigen Katastrophenalarm zu bewältigen. Die beiden Referenten stellten dabei heraus, dass sich diese überörtliche Führungsunterstützung bewährt hat und diese zusätzlich zu den überörtlichen Hilfeleitungskontingenten im Katastrophenfall notwendig ist. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Führung mit Stabsstruktur nach FwDV/DV 100 unabdingbar ist. Sie ermöglicht eine "gemeinsame Sprache" aller Einsatzorganisationen und die klare Aufgabenverteilung und Arbeitsteilung in Form der Führungsgrundgebiete S1 bis S6. Für Führungsaufgaben im Rahmen eines Stabes muss auch auf örtlicher Ebene zusätzliches geeignetes Führungspersonal und zusätzliches Hilfspersonal gefunden und aufgebaut werden.

Die Notwendigkeit der Umsetzung der DV 100 wurde auch durch den Vortrag von Herrn Regierungsdirektor Johann Ellmayer vorgestellt. Er gab bekannt, dass nach langer Diskussion die Forderung des LFV Bayern umgesetzt und die DV 100 eingeführt wird. In seinem Vortrag ging er auch auf die Neukonzeption der Aus- und Fortbildung der ÖEL ein.
Der Landesbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW) Bayern, Dr. Voß, berichtete ebenfalls über die Erfahrungen aus dem Hochwasser 2013, den Fachberatereinsatz und informierte über die Feuerwehrführungskräfte über die Kostenneuregelung durch die THW-Abrechnungsverordnung (THW-AbrV). Besonders wichtig war ihm dabei, klar zu stellen, dass der "THW Fachberater" als Spezialist für das THW-System in der ÖEL und den Stäben bei einer Alarmierung über die Integrierte Leitstelle und Polizei im Ersteinsatz immer und ohne Ausnahme kostenlos ist.

Auch das Thema der Energieversorgung ist im Katastrophenfall wurde in zwei Vorträgen aufgegriffen. Ministerialrat Dr. Tobias Bräunlein vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport stellte in seinem Vortrag die Vorbereitungen auf einen langanhaltenden flächendeckenden Stromausfall am Beispiel von Hessen vor. Die hessische Regierung investierte rund 30 Millionen Euro in die Ausstattung, davon wurden rund 26 Notstrom-Großaggregate beschafft. Den ersten Einsatz absolvierten die Aggregate bei der Schneekatastrophe im Februar 2014 in Slowenien.

BOR Andreas Sirtl von der Berliner Feuerwehr stellte das Forschungsprojekt TankNotStrom der Berliner Feuerwehr vor. Es geht dabei um die Problemanalyse zur Notstromversorgung in Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit bei langfristigen Stromausfällen und der Erfahrungstransfer mit anderen Hilfsorganisationen, Katastrophenschutzeinrichtungen und Sicherheitsbehörden.

Die Versicherungskammer Bayern (VKB) stellte mit der Minischaumanlage ein mögliches neues Sponsoringprojekt vor. Referent Florian Ramsl erläuterte das System und führte es auch gleich vor Ort vor. Es soll im kleinen Maßstab die klassische Schaumausbildung ersetzen, um somit Kosten und die Umweltbelastung reduzieren.
Der Leiter der Abteilung Haftpflicht bei der Versicherungskammer Bayern, Harald Speil und ein Vertreter des Fraunhofer FOKUS aus Berlin warben für die Einführung des Warn- und Informationssystems KATWARN, welches im Landkreis Altötting und in der Stadt Nürnberg bereits umgesetzt ist. Die Stadt München plant im Sommer die Einführung des Systems. Nach einer Anmeldung im System kann der Bürger im Katastrophenfall aber auch bei anderen Großschadenslagen gezielt mit Informationen versorgt und gewarnt werden.
Weitere Themen waren u.a. die geplante Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, dazu stellte Friederike Fuchs, Ministerialrätin des StMI, bereits einige Diskussionspunkte vor. Der Vorsitzende des LFV Bayern Alfons Weinzierl ging ebenfalls auf verschiedene Themen ein, die in die Verbandsgremien eingebracht wurden.
Auch die Regelung zur Vergabe der Freiplätze zur Ehrenamtsförderung war Thema der Veranstaltung. Walter Nöhring, Geschäftsführer des Feuerwehrerholungsheims in Bayerisch Gmain stellte die neue Vergabepraxis der Freiplätze für Feuerwehrangehörige mit einer aktiven Dienstzeit von 40 Jahren vor - kurz FP40. Weitere Informationen unter: www.fp40.de.

Franz-Josef Hench, Projektverantwortlicher des LFV Bayern für den Digitalfunk stellte die Empfehlung des LFV Bayern in Zusammenarbeit mit der Autorisierten Stelle Bayern im Bayerischen Landeskriminalamt zur Umsetzung einer Taktisch-Technischen Betriebsstelle (TBB) im Digitalfunk der Feuerwehren vor.

Weiter wurden den Teilnehmern auch die Ergebnisse aus den Pilotanwendungen zur Modularen Truppausbildung vorgestellt. Branddirektor Torsten Kraemer vom StMI erläuterte hierbei auch die Zeitschiene der weiteren Umsetzung.

Der LFV Bayern bedankt sich bei der Feuerwache Unterschleißheim für die hervorragende Unterstützung der Klausurtagung 2014.

 

11. Klausurtagung des LFV Bayern 2013

Bayerische Feuerwehrführungskräfte tagten in Unterschleißheim

Die Feuerwache Unterschleißheim war auch in diesem Jahr wieder Tagungsort für die diesjährige Klausurtagung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Die bayerischen Stadt- und Kreisbrandräte und die Leiter der Berufsfeuerwehren nutzten gemeinsam mit Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums des Innern wieder die Gelegenheit, um aktuelle Sachstände und Erfahrungen aus dem Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes auszutauschen. Wie Vorsitzender Alfons Weinzierl betonte, sei es dabei für den LFV Bayern wichtig, die Feuerwehrführungskräfte nicht nur zu aktuellen Themen zu informieren, sondern sie auch aktiv in die Arbeit des Verbands mit einzubinden.

Eingangs gab Vorsitzender Weinzierl einen umfassenden Überblick zu bereits umgesetzten Forderungen des LFV Bayern wie etwas der Einführung der Rauchwarnmelderpflicht, der Inanspruchnahme von Sonderrechten durch First-Responder Einheiten, der Endgeräteförderung im Digitalfunk, dem Versicherungsschutz bei Auslandseinsätzen und den Unterstützungsleistungen bei Unfällen mit Vorschädigungen, berichtete aber auch über die noch offenen Punkte und "Baustellen", die zeitnah zur Umsetzung gelangen müssen, so etwa das Sonderförderprogramm GW-G, die Förderung der Flachwasserboote, die Ehrenamtsförderung und die Förderung der künftigen Öffentlichkeitsarbeit zur Mitgliedergewinnung und Mitgliedererhaltung.

Einen äußerst interessanten Vortrag hielt der Chef der BF München, OBD Wolfgang Schäuble, über den Bombenfund in Schwabing im August des vergangenen Jahres. In einem umfassenden Überblick zeigte OBD Schäuble die Aufgaben und die Arbeit der Einsatzkräfte bei diesem auch für die BF München besonderen Einsatz vom Auffinden der Fliegerbombe bis zur kontrollierten Sprengung und dem Abschluss der Nacharbeiten auf. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine Entschärfung der Bombe nicht möglich ist, mussten etwa 2500 Anwohner ihre Wohnungen verlassen und in Notunterkünfte ausweichen. Etwa 600 Personen waren dabei zeitweise in verschiedenen Betreuungsstellen untergebracht.

Im Einsatz waren durchschnittlich 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Sanitäts- und Rettungsdienst sowie des THW. Phasenweise war die Anzahl der Einsatzkräfte deutlich höher. Für die FF München wurde Vollalarm ausgelöst. Durch die Gefahrenabwehrleitung (GAL) wurde über die Landkreiszentrale weitere Unterstützung angefordert. Insgesamt sind vier Löschzüge in den Bereichen Nord - Unterschleißheim, Ost - Haar, Süd - Taufkirchen und West - Planegg in den Gemeinden bereitgestellt worden. Weiter wurden die Einsatzkräfte durch SEG Betreuungsgruppen aus umliegenden Landkreisen verstärkt.

Rund 25 Personen waren während des gesamten Einsatzverlaufes in der Gefahrenabwehrleitung und der Örtlichen Einsatzleitung tätig. Die Einsatzgrundgebiete, wurden durch Verbindungspersonen und Fachberater von Bundeswehr, Technischen Hilfswerk und Freiwillige Feuerwehr verstärkt. Die Führungsdienste waren während des Einsatzes zweifach besetzt, um die Einsatzfähigkeit für das restliche Stadtgebiet sicher zu stellen.

Nicht minder interessant und lehrreich waren die beiden Referate von Prof. Dr. Michael Reick, dem Erfinder des mobilen Rauchverschlusses, der seit vielen Jahren als Spezialist für den vorbeugenden Brandschutz und Brandschutzsachverständiger tätig ist.

Das erste Referat von Prof. Reick befasste sich mit der Stellung der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kreisbrandmeister (dies entspricht in Bayern den Kreisbrandräten) in Baden- Württemberg. Hierbei wurden nicht nur die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen, sondern auch die umfangreichen Aufgabengebiete der Kreisbrandmeister in Baden- Württemberg dargestellt. Nachdem sich die bayerischen Führungskräfte bereits bei der Klausurtagung 2012 mit diesem Thema befasst hatten, konnten aus dem Vortrag weitere wertvolle Erkenntnisse für eine mögliche Umsetzung in Bayern gewonnen werden.

Auf großes Interesse stieß das weitere Referat zum Einfluss moderner Bauweisen auf die Einsatzpraxis der Feuerwehren. Hierbei stellte Prof. Reick die gesamte Bandbreite möglicher Gefahren bei Sonderbauten, Büro- und Industriegebäuden, aber auch in Krankenhäusern, Altenheimen und normalen Wohngebäuden dar.

Große zusammenhängende Lufträume mit der Gefahr großflächiger Rauchausbreitung, die steigende Zahl mobilitätseingeschränkter Personen, die zu neuen Rettungskonzepten führt, die energiesparende Bauweise mit ihrer Auswirkung auf den Brandverlauf wurden ebenso ausführlich dargestellt wie die mittlerweile bekannten besonderen Gefahren von Nagelplattenbindern in Dachkonstruktionen, vor allem bei Supermärkten.

 

10. Klausurtagung der Bayerischen Kreis- und Stadtbrandräte, Leiter der Berufsfeuerwehren sowie Kreis- und Stadtverbandsvorsitzenden

Nach Meinung von 85 Prozent der Stadt- und Kreisbrandräte Bayerns soll in Zukunft die Möglichkeit geschaffen werden, ihre Funktion ehrenamtlich und hauptamtlich auszuüben. Dies war das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die sich auf der Klausurtagung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern am 2. und 3. März 2012 in Unterschleißheim mit Zukunftsthemen befasste.

Nach Meinung von 85 Prozent der Stadt- und Kreisbrandräte Bayerns soll in Zukunft die Möglichkeit geschaffen werden, ihre Funktion ehrenamtlich und hauptamtlich auszuüben. Dies war das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die sich auf der Klausurtagung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern am 2. und 3. März 2012 in Unterschleißheim mit Zukunftsthemen befasste.

In die Klausur stimmte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl mit Gedanken zum Ehrenamt ein.
„Lassen Sie uns den Motor „Landesfeuerwehrverband Bayern“ auf Touren bringen“, forderte Vorsitzender Alfons Weinzierl auf, künftig die Arbeit der Ehrenamtlichen noch besser nach Außen darzustellen, die Zukunft zu bauen und auch Visionen zu haben.

Es folgte ein Abriss und Ausblick zu aktuellen Verbandsthemen.

Im Rahmen der Imagekampagne touren mittlerweile 84 Busse durch Bayern. Über 550 Bauzaunbanner und über 450 Roll-Ups wurden an die Verbände und Feuerwehren ausgeliefert.
Nachdem nun an den Staatlichen Feuerwehrschulen 40 neue Stellen besetzt werden, forderte Vorsitzender Weinzierl, das Lehrgangsangebot der ausgesetzten Lehrgänge von derzeit 80 wieder auf 100 Prozent hochzuschrauben, weiter wünsche er sich eine bessere Einbindung des LFVs bei den Infrastrukturplanungen.

Deutliche Verbesserungen konnten bei den Förderrichtlinien erreicht werden.

Nach bereits in diesem Jahr durch die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) angebotenen Fahrsicherheitstrainings, welche von 4.000 Maschinisten genutzt werden können, geht zusätzlich ab 2013 das Fahrsicherheitstraining im Fahrsimulator an den Start.

Im Bereich der Jugend wies Weinzierl auf die Sonderkonditionen (40% Preisnachlass) für das Legoland, den Fotowettbewerb und das für Mitgliedsfeuerwehren kostenlos angebotene EDV-Programm MP-Feuer, ein Verwaltungsprogramm für Jugendfeuerwehren, hin. Mit über 3.100 Rückmeldungen zur Umfrage der Jugendfeuerwehr Bayern konnten wichtige Erkenntnisse für den zweiten Teil der Imagekampagne mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit gewonnen werden.

Auf Stadt- und Kreisfeuerwehrverbandsebene können ab diesem Jahr Seminare zu Themen wie Grundwissen Kommunikation, Wissen richtig vermitteln, sicheres Auftreten und Rhetorik genutzt werden.

„Stifter-helfen.de“ lautet die Webadresse für ein Online-Spendenportal über das die Mitgliedsfeuerwehren des Landesfeuerwehrverbandes Bayern Soft- und Hardwarespenden namhafter IT-Stifter erhalten können. Voraussetzung: Gemeinnützigkeit und ein Freistellungsbescheid.

Nach vielen erreichten Zielen stellte Vorsitzender Alfons Weinzierl auch neue „Leitplanken“ der künftigen Verbandsarbeit vor.

Ab Herbst wird eine neue LFV-Homepage online gehen.

Weitere Blaulichtberechtigungen für Stadt- und Kreisbrandmeister sollen ermöglicht werden.

Zur Stärkung des Ehrenamtes in der Feuerwehr wird sich der LFV dafür einsetzen, dass die aktiven Feuerwehrdienstleistenden beispielsweise nach der Grundausbildung die Bayerische Ehrenamtskarte erhalten. Wer das Feuerwehrehrenzeichen für 25- oder 40-jährige aktive Dienstzeit erhalten hat, soll nach Vorstellungen des Landesfeuerwehrverbandes sogar die goldene Ehrenamtskarte erhalten. Auch ein Freiplatz im Bayerischen Feuerwehrerholungsheim, wenn einer 40 Jahre in der aktiven Wehr „seinen Kopf hingehalten“ hat, wäre nach Auffassung des LFV eine echte Anerkennung des Ehrenamtes. Mit einem Maßnahmenpapier möchte der Landesfeuerwehrverband die Ehrenamtsförderung bis 2020 definieren und ausbauen, um somit dem demografischen Wandel in der Gesellschaft entgegenzuwirken.

Die Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände Bayerns aktiv mit in die Meinungsbildung einzubinden, ist ein wichtiges Anliegen des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Deshalb wurden im Rahmen der Klausurtagung auch wieder drei Workshops angeboten.

In der Arbeitsgruppe „Die Stellung des Kreis- und Stadtbrandrates in der Zukunft“ wurde diskutiert, ob dieses Amt bei immer größer werdenden Arbeitsbelastungen überhaupt noch ehrenamtlich geleistet werden kann. „Viele Kreisbrandräte erledigen ihren Job in einer „versteckten Hauptamtlichkeit“ und sind beispielsweise im Landratsamt angestellt“, erklärte der Arbeitsgruppenleiter Stv. Vorsitzender Franz-Josef Hench. Nach einer umfangreichen Stoffsammlung über die immensen Aufgaben eines Kreisbrandrates waren sich viele einig: „Wir brauchen neue Uhren, wenn wir das alles ordnungsgemäß machen wollen“. Im Hinblick auf die Klausurtagung im Jahr 2005 in Landshut gibt es ein Umdenken. Gab es damals noch massive Ablehnung gegen eine „Hauptamtlichkeit“, votierten nur noch 12,6 Prozent der Tagungsteilnehmer für eine reine ehrenamtliche Lösung. Der Großteil von 85 Prozent wünscht sich, dass es möglich ist ehrenamtlich und hauptamtlich die Funktion des Kreisbrandrats auszufüllen. Lediglich 2,5 Prozent sprachen sich für eine reine hauptamtliche Tätigkeit aus. Keine Bindung zu den Feuerwehren an der Basis hat ein hauptamtlicher Kreisbrandrat, der seiner Regelarbeitszeit im Landratsamt nachgeht, war die Meinung einiger Workshopteilnehmer. Es gibt auch Bedenken, dass die Räte in ihren Entscheidungen abhängiger von ihren Vorgesetzten sind. Viele Kreisbrandräte wünschen sich dagegen eine bessere Entlastung und Übernahme von Aufgaben durch ein starkes und funktionierendes Sachgebiet im Landratsamt für ihr immer zeitaufwändigeres Geschäft. Viele für und wider sowie Lösungsansätze wurden diskutiert. Auch Vertreter vom Staatsministerium des Innern, wie die neue Sachgebietsleiterin von ID1 Regierungsdirektorin Friederike Fuchs verfolgten die Diskussionen, um sich ein Meinungsbild zu machen.

Ist die Facharbeit im LFV Bayern noch zeitgemäß? Mit dieser Frage beschäftigten sich Fachreferent Jürgen Weiß und Geschäftsführer Uwe Peetz mit zahlreichen LFV-Fachbereichsleitern in ihrem Workshop. In der Diskussion kam heraus, dass sich die Vertreter der Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände weiterhin eine paritätische Besetzung der Fachbereiche durch alle Bezirksfeuerwehrverbände wünschen. Die Vertreter der Bezirke auf Landesebene müssen für die Vernetzung und Informationsweitergabe in die Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände sorgen. Hierbei würde möglicherweise eine Aufgabenbeschreibung für die Facharbeit auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene für eine klarere Strukturierung beitragen. Die bessere Kennzeichnung von E-Mail-Verteilern soll helfen Mehrfachinformationen zu vermeiden. Diskutiert wurde auch, ob es sinnvoll ist, die Bestellung in einen Fachbereich auf sechs Jahre zu beschränken.

In einer weiteren Arbeitsgruppe wurden künftige Projekte mit der Versicherungskammer Bayern im Rahmen des Sponsorings von Vorsitzenden Alfons Weinzierl und Helmut Steck, vorgestellt und diskutiert. Breiten Konsens fand bei den Stadt- und Kreisbrandräten mit 55 Stimmen die Beschaffung von Infoständen für die Arbeit der Feuerwehren. Ab 2014 wären die Infostände eine gute Weiterführung für die immer wichtiger werdende Öffentlichkeitsarbeit im Nachgang der Imagekampagne des LFV. Der Infostand hätte auch den Vorteil, dass dieser von allen Feuerwehren, egal ob kleine oder große genutzt werden könnte. Auf dem zweiten Platz (17 Stimmen) landete das Unfalltraining für LKW-Unfälle. Für die Beschaffung von Tablets-PC´s für den Einsatz stimmten 14 Personen. Notebooks für die Öffentlichkeitsarbeiter und Kreisjugendwarte fanden bei neun und für die Beschaffung von Jugendschutzausrüstung bei vier Teilnehmern Zustimmung.

Vielversprechend scheint der zweite Teil der Imagekampagne mit dem Schwerpunkt Jugendwerbung zu werden. Einen Vorgeschmack präsentierte Robert Kainz, Leiter des LFV Fachbereiches Öffentlichkeitsarbeit. „Um zu sehen wie die Jugend tickt“ startete die Jugendfeuerwehr Bayern eine Umfrage. Mit gigantischem Erfolg: Über 3.100 Rückläufe gingen ein. Wertvolle Informationen wie Jugendliche beispielsweise zur Feuerwehr gekommen sind wurden gewonnen. 47,2 Prozent der Jugendlichen gaben an, dass sie über Bekannte in die Jugendfeuerwehr gekommen sind. 35,5 Prozent wurden von Mitgliedern geworben. Eine unbedeutende Rolle spielt die Schule, denn nur 0,2 Prozent der Feuerwehranwärter wurden in der Schule beispielsweise durch Lehrer geworben. Auch Kinowerbung wird vermutlich keine Rolle bei der Jugendkampagne spielen, da nur wenige der Jugendlichen angaben, regelmäßig ins Kino zu gehen. Eine wesentliche höhere Bedeutung unter den Heranwachsenden hat die Medienbeschäftigung in der Freizeit: Internet und Handy spielen eine große Rolle. 97 Prozent der Befragten sind in sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv. Mit Slogans wie „Ich bin dabei – Wo bleibst Du?“ oder „Willst Du mit mir gehen?“ wird im Sprachstil der Jugend von heute geworben. Mit QR-Code und Facebook-Präsenz werden die Jugendlichen direkt in ihrer Welt angesprochen. Weitere Ansätze für mögliche Slogans sind „Beweg Deinen Hintern“ oder „Du willst da raus?“.

Einen interessanten Vortrag über „Moderne technische Möglichkeiten beim THL-Einsatz“ bot Thomas Unger von der ADAC-Unfallforschung. An Hand verschiedener Beispiele wie Crash-Tests aus dem ADAC-Testzentrum Landsberg erläuterte er die veränderten Verletzungsmuster auf Grund einer verbesserten Fahrzeugtechnik. Problemstellen an der Fahrzeugkarosserie wurden erläutert. Durch eine verbesserte Fahrzeugtechnik kommt es zu weniger Einklemmungen und die Feuerwehren können weniger Einsatzerfahrungen sammeln. Ein wichtiges Hilfsmittel für die Feuerwehr wird hier die ADAC-Rettungskarte sein, die künftig auch von den Leitstellen direkt vom Kraftfahrtbundesamt abgerufen werden kann.

Wie auch in den vergangenen Jahren sorgte die Feuerwehr Unterschleißheim mit ihrem Kommandant Andreas Hegermann für ein ausgezeichnetes Tagungsumfeld. „Vielen Dank, dass Sie sich die zwei Tage Zeit genommen, sich eingebracht und mitgearbeitet haben.“, dankte Vorsitzender Alfons Weinzierl. „Für mich ist es sehr wichtig, dass ich die Interessen unserer Bayerischen Führungskräfte mit einbinden kann. Hierzu zählt auch der notwendige Informationsfluss zur Basis, die Werbung und Förderung aller Feuerwehren zum Verband und die positive Arbeit und Darstellung nach außen. Dabei bitte ich euch global zu denken und lokal zu handeln!“, sagte Weinzierl weiter.

Folgende Themen wurden in den Workshops behandelt:

  • Die Stellung des KBR/SBR in Zukunft (Workshop A)
  • Facharbeit im LFV in Zukunft (Workshop B)
  • Zukünftige Projekte mit der VKB (Workshop C)

Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, in allen Workshops mitzuarbeiten.

9. Klausurtagung

der Bayerischen Kreis- und Stadtbrandräte, Leiter der Berufsfeuerwehren sowie Kreis- und Stadtverbandsvorsitzenden am 25./ 26. Februar 2011 in Unterschleißheim

Mit Zukunftsprojekten beschäftigten sich die bayerischen Stadt- und Kreisbrandräte auf der 9. Klausurtagung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Am 25. und 26. Februar 2011 stand die Feuerwache Unterschleißheim wieder einmal im Mittelpunkt der bayerischen Führungsdienstgrade. Hierbei brachten sich die 91 Vertreter der Städte und Landkreise bei zahlreichen Themen auf den aktuellen Stand, beschäftigten und diskutierten aber auch über Projekte, die in den nächsten Jahren angestoßen werden sollen.

Über den aktuellen Stand der geplanten dreijährigen Image-Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes Bayern informierte Robert Kainz, von der gleichnamigen Werbeagentur. Mit einer landesweiten Imagekampagne soll ab September 2011 über drei Jahre für die Wertschätzung des besonderen Ehrenamtes „Feuerwehr“ geworben und die Mitgliedergewinnung angekurbelt werden. Beispielsweise mit Bus-Werbung, Kinospots, Großflächenplakaten, Infoflyern, Rollups und einer eigenen Internetplattform soll der Bevölkerung das Bewusstsein für die Feuerwehren und deren Arbeit geschärft werden. Zusammen mit dem Staatsministerium des Innern soll die Kampagne auf den Weg gebracht und zur Eröffnung der Feuerwehraktionswoche 2011 am 15. September 2011 gestartet werden. Bis zur Umsetzung fällt noch jede Menge Arbeit an. Als nächstes müssen Gespräche mit öffentlichen und privaten Busbetreibern und Busbetreibergesellschaften geführt werden, um die "rollende Werbung" auf die Straße zu bringen.

Stellenweise hochemotional ging es bei der Diskussion mit der DigiNet-Gruppe des Staatsministeriums des Innern zum aktuellen Stand des Digitalfunks zu. Offene Fragen zur Einführung des Digitalfunks und zum Netzausbau wurden von Florian Petz und Susanna Bredemeier von der Projektgruppe DigiNet erläutert. Wenig Verständnis hatten zahlreiche Tagungsteilnehmer für die Art und Weise, wie bei der Standortsuche die Kommunen vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Weiter informierte die DigiNet-Gruppe über die Unterbrechung des erweiterten Probebetriebs im Netzabschnitt Stadt und Landkreis München. Gesprächsabrisse haben die Bundesanstalt Digitalfunk BOS (BDBOS) dazu bewogen den erweiterten Probebetriebs vorübergehend zu unterbrechen bis der Fehler behoben ist.

Die Fahrsicherheit mit Sonder- und Wegerechten soll verbessert werden. Hierzu will der LFV über eine Kooperation mit dem Gemeindeunfallversicherungs- verband (GUVV) ab Sommer/Herbst 2011 Fahrsicherheitstrainings mit entsprechenden Schulungen in den Feuerwehren der Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände anbieten, um den Fahrern von Feuerwehrfahrzeugen ein besseres Fahrzeuggefühl zu vermitteln, damit sie im Ernstfall richtig reagieren.

Gut hierzu passen auch die Überlegungen der Versicherungskammer Bayern, den Feuerwehren Schulungen in einem Blaulichtfahrt-Simulator (BFS) anzubieten. Einen entsprechenden Simulator stellte Herr Döhle von der Fa. IFE-Systems vor. In einer Fahrzeugkabine mit fahrzeugtypischen Bedienelementen und drei großen TFT-Bildschirmen können bis zu 30 blaulichtspezifische Fahrszenarien geübt werden. Dazu gehören besonders risikobehaftete innerstädtische Alarmfahrten ebenso wie Rettungseinsätze bei Schneetreiben oder komplizierte Überholmanöver. Laut Statistik wird im Bundesgebiet täglich mindestens ein Dienstfahrzeug mit Sondersignal in einen Unfall verwickelt. Verkehrsexperten schätzen, dass etwa 60 Prozent der Fälle durch die Einsatzfahrer selbst verursacht werden. Extreme psychische Beanspruchung kann ebenso zum Crash führen wie mangelnde Geübtheit im Umgang mit verkehrskritischen Situationen. Ein Simulationsbeispiel aus dem täglichen Leben: Das Einsatzfahrzeug hat Rotlicht an der Ampel. Ein PKW kommt plötzlich von rechts hinter einem LKW hervorgeschossen der auf der Abbiegespur bereits das Einsatzfahrzeug erkannt hat und wartet. Das Feingefühl für solche Situationen wird bei den Simulatorfahrten geschärft.

Mit dem Simulator des Landkreises Steinfurt (Nordrhein-Westfalen) konnten sich die Führungskräfte selbst ein Bild von den Möglichkeiten machen und dies auch in der Praxis austesten. Gerda Kaumanns, Leiterin des Ordnungsamtes Steinfurt und Kreisbrandmeister Bernhard Duesmann informierten über ihr Ausbildungskonzept mit ihrem Simulator im Landkreis Steinfurt, der seit Mitte 2009 erfolgreich eingesetzt wird. „Es ist eine gute Sache, um die Sinne für gefährliche Blaulichtsituationen zu schärfen“, gaben zahlreiche Tagungsteilnehmer ein positives Feedback zum möglichen Vorhaben der Versicherungskammer Bayern.

BMW-Sicherheitskonzepte stellte Stefan Rauscher, von der Abteilung Unfallforschung vor. Hier ging man insbesondere auf die so genannten „Post-Crash-Funktionen“, quasi alle Möglichkeiten was man nach einem Unfall machen kann, ein. Der automatische Notruf (emergency Call / eCall), der je nach vorliegendem Unfallereignis einen automatischen Notruf mit Übermittlung der GPS-Daten an die Leitstelle übermittelt, wird in den nächsten Jahren Einzug in Neufahrzeuge halten. Bei BMW gibt es die Funktion des automatischen Notrufes bereits und nach auslösen des Airbags oder der Crash-Sensoren wird automatisch ein Notruf über eine unfallsichere, im Fahrzeug fest verbaute Telefoneinheit an das BMW Assist Callcenter abgesetzt. Der Mitarbeiter im Callcenter nimmt Kontakt mit dem Fahrzeugführer auf und erkundigt sich nach dem Befinden der Insassen. Über die gleiche Verbindung werden ebenfalls die metergenaue Fahrzeugposition und weitere für die Rettung relevante Daten wie zum Beispiel Verletzungsrisiko, Sitzbelegung sowie das Modell des Fahrzeugs übermittelt. An einem Testfahrzeug konnten sich die Tagungsteilnehmer bei einer Unfallsimulation vom System selbst überzeugen.

Brandamtsrat Stephan Klotz von der Berufsfeuerwehr München stellte die neue Analytische Taskforce (ATF) vor. Dabei handelt es sich um hoch spezialisierte, mobile Einsatzkräfte mit besonderen Fähigkeiten. Diese konzentrieren sich vor allem auf den Bereich der chemischen Analytik. Bundesweit wurden sieben Spezialeinheiten, der so genannten Analytische Task Forces geschaffen. Die Primäre Aufgabe der ATF ist die Identifikation von unbekannten, flüssigen und gasförmigen chemischen Stoffen. Zusätzlich verfügt die Einheit über eine technische Ausstattung zur Analyse im radiologischen Bereich (Kontamination, Dosisleistung, Isotopenfeststellung). Der Einsatzleitwagen mit hochleistungsfähiger Technik wurde im Hof der Feuerwehrwache den bayerischen Führungskräften in der Praxis vorgestellt.

Ein Update in Sachen Brandschutzerziehung erhielten die Stadt- und Kreisbrandräte, Leiter der Berufsfeuerwehren und der Staatlichen Feuerwehrschulen von Fachbereichsleiter Brandschutzerziehung Robert Wagner. Nachdem das Brandschutzerziehungskonzept des Landesfeuerwehrverbandes Bayern nunmehr zehn Jahre erfolgreich durchgeführt wird, stellte Robert Wagner Neuerungen vor. Besonders erfreulich hierbei ist, dass nach einer Statistik der Versicherungskammer Bayern die Anzahl der Kinderbrandstiftungen von 138 im Jahr 2000 auf 5 (!) im Jahr 2009 zurückgegangen ist. Die entstandenen Schäden in Folge von Brandstiftungen durch Kinder gingen von 4,5 Millionen auf 144.000 Euro zurück. Fachbereichsleiter Wagner gab den Tagungsteilnehmern viele wertvolle Tipps für eine erfolgreiche Brandschutzerziehung mit Nachhause.

Wie auch in den vergangenen Jahren sorgte die Feuerwehr Unterschleißheim mit ihrem Kommandant Andreas Hegermann für ein ausgezeichnetes Tagungsumfeld. Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl dankte allen Tagungsteilnehmern für die Teilnahme und den Referenten für die Gestaltung der Vortragsreihen und in den Workshops. "Wichtig ist uns als LFV, unsere Führungskräfte zu aktuellen Themen zu informieren", stellte Vorsitzender Weinzierl nochmals die Wichtigkeit und die Möglichkeit zum gegenseitigen kennen lernen beim Erfahrungsaustausch der Klausurtagungen heraus. Jochen Kümmel

In einer „aktuellen Stunde“ informierten Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl und Geschäftsführer Uwe Peetz im Rahmen der diesjährigen Klausurtagung zu aktuellen Aktivitäten im Verband. Beim Versicherungsschutz für Feuerwehranwärter bei Freizeitveranstaltungen konnten Verbesserungen durch Gespräche mit dem Gemeindeunfallversicherungsverband (GUVV) erzielt werden und geben nun Kommandant und Jugendwart Rechtssicherheit bei der allgemeinen Jugendarbeit.

Die geplante Einstellung von 12 neuen Lehrkräften an den Staatlichen Feuerwehrschulen wird nach Meinungen vieler Tagungsteilnehmer nicht ausreichen und nicht zur Entspannung bei der Personalsituation an den Schulen sorgen. Die Änderung des Bayerischen Reisekostengesetzes (BayRKG) könnte dafür sorgen, dass besondere Führungsdienstgrade keine oder weniger Wegegeldentschädigung erhalten. Hier haben wir das Innenministerium aufgefordert eine Lösung zu finden!

Mit dem Staatsministerium des Innern laufen die Verhandlungen über die Aufnahme neuer Fahrzeugtypen und Ausrüstungsgegenstände in die Förderrichtlinien. Nachdem der Fördertopf gut gefüllt ist stehen die Aussichten gut, dass beispielsweise der Mannschaftstransportwagen, Wärmebildkameras, der Gerätewagen-Logistik I, das neue Löschgruppenfahrzeug „Katastrophenschutz“, die neuen Tanklöschfahrzeug-Normen und weitere THL -Hilfeleistungssätze möglicherweise aufgenommen werden.

Weitere Themen waren die Aussetzung der Wehrpflicht, der Feuerwehrführerschein, das Kartellverfahren gegen mehrere Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, die Neuauflage des Imagefolders, der Ausarbeitung "Wissenswertes für Feuerwehren und Feuerwehrvereine" und der CD „Gründungsfeste“, die positiven Rückmeldungen zum Feuerwehrverwaltungsprogramm "MP-Feuer", die Ehrenamtsförderung, Seminare für Führungsdienstgrade mit den Themen Rhetorik und Kommunikation und die Neugestaltung der LFV-Homepage zum Jahreswechsel 2011/2012, die dann aktueller, übersichtlicher und komfortabler auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden soll.

8. Klausurtagung

der Bayerischen Kreis- und Stadtbrandräte, Leiter der Berufsfeuerwehren sowie Kreis- und Stadtverbandsvorsitzenden am 26./ 27. Februar 2010 in Unterschleißheim

Unterschleißheim. Eine hohe Resonanz an Rückmeldungen erfuhr der Landesfeuerwehrverband Bayern bei seiner diesjährigen Klausurtagung am 26. und 27. Februar 2010 in Unterschleißheim. Bei der nunmehr 8. Klausurtagung kamen 102 Stadt-und Kreisbrandräte nach Unterschleißheim, um sich bei verschiedenen Workshops und Fachvorträgen weiterzubilden und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu suchen. "Wichtig für uns als LFV ist dabei die Tatsache, dass wir unsere Führungskräfte zu aktuellen Themen informieren und sie in die Arbeit mit einbinden wollen", sagte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl bei der Eröffnung der Klausurtagung.

Herzlich willkommen in seiner Stadt hieß der stellvertretende Bürgermeister Theodor Pregler die Tagungsteilnehmer. Die Arbeit der Feuerwehren verglich er mit der aktuellen Berichterstattung zu den Olympischen Spielen: die Olympiateilnehmer und die Feuerwehren bereiten sich jahrelang auf ihren Einsatz vor, um auf den Punkt ihre Leistungen abrufen zu können. Hierzu braucht es auch einen starken Träger.

Während der zweitägigen Tagung ging es in einem Workshop um die Zukunft der bayerischen Feuerwehren. Hierbei diskutierten und erarbeiteten die Teilnehmer Möglichkeiten zur Problemlösung, um die Zukunftsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren zu stärken. Unumstritten empfinden viele Feuerwehren und Führungskräfte ihre Situation derzeit und zukünftig als krisenhaft. Rückläufige Mitgliederzahlen, eine geringere Tageseinsatzbereitschaft, eine Überflutung von Normen und Regelungen sowie finanzielle Nöte der Kommunen sind nur einige Punkte, die Veränderungen vollziehen werden, die vielen noch gar nicht bewusst sind. Die Zukunft der bayerischen Feuerwehren wird demnach auch davon abhängen, wie man auf Veränderungen reagiert und ob man sie grundsätzlich alspositiv oder negativ empfindet.

Bei einem weiteren Workshop standen kompetente Ansprechpartner des bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverbandes, der Versicherungskammer Bayern und Juristen zur Verfügung, um die Thematik Versicherungsschutz im Feuerwehrdienst und bei der Tätigkeit zu beleuchten. Im Workshop wurden Möglichkeiten zur Absicherung der Standort-und Landkreisausbildung erarbeitet, sowie Probleme bei Sach- und Körperschäden diskutiert.

Ein weiterer großer Bestandteil der Klausurtagung war eine Vortragsreihe zu verschiedenen Themen. Der Stadtbrandrat von Ansbach, Horst Settler stellte den Einsatzablauf des Amoklaufs von Ansbach dar. Bei einem nicht alltäglichen Einsatz konnten wertvolle Hinweise einer solchen Einsatzlage weitergegeben werden.

Die Möglichkeiten einer Einsatznachbereitung und der Stärkemeldungen über ELDIS III stellte Landesverbands- vorsitzender Alfons Weinzierl zusammen mit Kreisbrandmeister Alfons Hallschmid vor. Sie können nach Einführung der integrierten Leitstelle die Feuerwehren ihren Einsatzbericht online auf dem Verwaltungsserver der ILS zeitnah durchführen. So haben auch die Kreisbrandinspektionen einen schnellen Überblick über Einsatzzahlen, beispielsweise um Presseauskünfte zu geben.

Aktuelle Informationen zu dem Thema Digitalfunk gab es durch Christian Zollner, Mitarbeiter der Projektgruppe DigiNet. Aus erster Hand konnten sich hier die Führungskräfte beispielsweise über die aktuell anstehenden Netzplanungsmeetings informieren.

In einem vierten Themenblock informierte der Landesfeuerwehrverband Bayern zu aktuellen Themen.
Die Möglichkeit einer Einsatzüberwachung und Einsatzdokumentation aus der Luft zeigte die Firma AirRobot auf. Eine fliegende Videosonde liefert Live-Bilder aus der Luft von Stellen die beispielsweise von Einsatzkräften nicht betreten werden können. An zahlreichen Einsatzbeispielen, wie die mögliche Ausbreitung von Waldbränden, Personensuchen und die Führung und Lenkung von vielen Einheiten bei Flächen- und Großschadenslagen wurden die Einsatzmöglichkeiten eines solchen Systems demonstriert.

Wie auch im vergangenen Jahr sagte die Feuerwehr Unterschleißheim mit ihrem Kommandant Andreas Hegermann für ein ausgezeichnetes Tagungsumfeld. Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl dankte allen Tagungsteilnehmern für die Teilnahme und den Referenten für die Gestaltung der Vortragsreihe und in den Workshops. "Für mich ist es sehr wichtig, dass ich die Interessen der bayerischen Führungskräfte mit einbinden kann", stellte Vorsitzender Weinzierl nochmals die Wichtigkeit und die Möglichkeit zum gegenseitigen kennen lernenbeim Erfahrungsaustauschder Klausurtagungen heraus.

 

7. Klausurtagung 2009 - 27./28.3.2009 Unterschleißheim

Fünf Workshops standen im Mittelpunkt der 7. Klausurtagung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern die am Freitag und Samstag (27. und 28. März 2009) in der Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Unterschleißheim stattfand. „Für den Landesfeuerwehrverband ist es wichtig, seine Führungskräfte mit in die Arbeit und in zukünftige Themenschwerpunkte mit einzubinden“, erklärte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl bei der Eröffnung der Tagung.

Drei Workshops beschäftigten sich mit der Zukunft der bayerischen Feuerwehrschulen. Hier wurden Themen wie Lehrgangskonzepte, Lehrinhalte, Qualität der Lehrgänge, Personalbedarf, Qualifikation der Lehrkräfte, die Ausstattung der Feuerwehrschulen, die Lehrgangsplanung, Lehrgangsplätze, Lehrgangsanmeldung, Lehrgangsdurchführung, Kapazitäten der Schulen, Öffnungszeiten, Organisation, Aufgaben und Kompetenzen heiß diskutiert. Ein Ergebnis das den bayerischen Führungskräften besonders am Herzen liegt, ist dass von allen drei Staatlichen Feuerwehrschulen Bayerns eine einheitliche Meinung nach außen vertreten wird und diese gleich auftreten.

Der Themenkomplex 2 beschäftigte sich mit der künftigen Förderung der Feuerwehrgerätehäuser. Nach der Evaluierung der Förderrichtlinien im Bereich der Fahrzeugneubeschaffungen hat der Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann für Frühjahr diesen Jahres Gespräche angeboten, die sich mit der Erweiterung der Gerätehäuserförderung beschäftigen. Hierzu wurden in diesem Workshop Vorschläge für die Förderung von Gerätehäusern ausgearbeitet.

Ein weiterer Workshop setzte sich mit der Feuerschutzsteuer auseinander. Hier wurde die Sicherung der Gesamtmittel sowie die Aufteilung der Fördermittel für die Fahrzeugförderung, Gerätehausförderung und für die Feuerwehrschulen diskutiert.

In einem Referat stellte Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble, Leiter der Berufsfeuerwehr München, die Stabsarbeit im Bereich der Feuerwehr im Katastrophenfall und bei Großschadenslagen am Beispiel der Stadt München vor.

Kurz fiel die Podiumsdiskussion über die Arbeit und Leistungen des Landesfeuerwehrverbandes Bayern aus. Nur wenige Wortmeldungen zu aktuellen Problemen oder Wünschen kamen aus Reihen der bayerischen Führungskräfte, woraus Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl schloss, dass der LFV auf einem guten Weg mit seiner Arbeit und den aktuellen gestarteten Projekten ist. Umso ausführlicher konnten die Workshopleiter die erarbeiteten Ergebnisse ausführen.

Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl dankte allen Workshopteilnehmern für die sehr aussagekräftigen Ergebnisse der Arbeitsgruppen. Die Resultate werden nun ausgewertet und dienen als Gesprächsgrundlage für künftige Verhandlungen und Beratungen mit dem Staatsministerium des Innern.

"Wir haben uns hier sehr gut aufgehoben gefühlt", dankte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl der Feuerwehr Unterschleißheim als Gastgeber der 7. LFV-Klausurtagung. Kommandant Andreas Hegermann und seine Feuerwehr sorgten für ein ausgezeichnetes Tagungsumfeld.

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