Die Feuerwehr-Aktionswoche 2006 steht in diesem Jahr unter dem Motto

Im Katastrophenschutz die Nr. 1 - Ihre Feuerwehr

 

Vorwort

Werte Führungskräfte, Feuerwehrkameradinnen und -kameraden,

die Feuerwehr-Aktionswoche 2006 hat das besonders wichtige Thema „Im Katastrophenschutz die Nr. 1 - Ihre Feuerwehr“ mit dem Untertitel „Katastrophenschutz in Bayern - Ohne Feuerwehren unvorstellbar!“.

Im Interesse der besonders wichtigen Themenstellung darf ich Sie bitten, verstärkt in diesem Bereich tätig zu werden, um der Bevölkerung darzulegen, dass Katastrophenschutz und Feuerwehr untrennbar zusammengehören und die Feuerwehr im Katastrophenschutz innerhalb kürzester Zeit die meisten ehrenamtlichen aber auch hauptberuflichen Kräfte stellt.

Der LFV Bayern stellt in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern und der Versicherungskammer Bayern wieder kostenlos Plakate, Faltblätter und Themenhefte zur Verfügung.

Für die Mitgliedsfeuerwehren im LFV Bayern haben wir zusätzlich eine CD mit einer Präsentation über die vielfältige Arbeit der Feuerwehren beigelegt. Selbstverständlich stehen Ihnen auf dieser CD auch das Plakat, das Faltblatt und das Themenheft zur weiteren Verwendung zur Verfügung.

In der Anlage dürfen wir Ihnen die diesbezüglichen Unterlagen gerne zur Verfügung stellen mit der Bitte, diese entsprechend an Ihre Feuerwehren weiter zu geben und zu verwenden.

Das Thema hat über die Zeit der Feuerwehr-Aktionswoche hinaus weiterhin Gültigkeit, so dass das Arbeitsheft auch als Baustein für ein Jahresaktionsprogramm verwendet werden kann. Der Effekt wird so sicherlich nachhaltiger sein.

Ich wünsche allen Verantwortlichen bei den Veranstaltungen im Rahmen dieses Mottos und darüber hinaus eine glückliche Hand.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

gez. Alfons Weinzierl

 

Motto - Aktionsziele

Die Feuerwehr-Aktionswoche 2006 befasst sich mit dem Thema Feuerwehren und Katastrophenschutz.

Aufgrund der immer häufiger auftretenden Katastrophenfälle, Großschadenslagen oder großflächigen Einsatzstellen, allein in den letzten 12 Monaten gab es drei große Katastrophen, muss der Katastrophenschutz für unsere Feuerwehren eine neue Gewichtung erfahren. 

Darüber hinaus wird es immer notwendiger, die Arbeit der Feuerwehren im Katastrophenfall gegenüber der Bevölkerung und der Politik sowie den Medien richtig darzustellen. Letztlich stellt die Feuerwehr in Bayern mit ihren 7780 Feuerwehren und über 323.000 aktiven Feuerwehrdienstleistenden das größte Helferkontingent im Katastrophen-schutz und stellt in der Regel den Örtlichen Einsatzleiter.

Ziele der Feuerwehr-Aktionswoche 2006 mit dem Thema Katastrophenschutz:

  • Der Öffentlichkeit vermitteln, dass die Feuerwehr die „erste Adresse“ in Sachen Katastrophenschutz ist. Die Feuerwehr stellt in kurzer Zeit mit Abstand die meisten Hilfskräfte. Dies ist nur durch das vorhandene flächendeckende System möglich!
  • Die Feuerwehr ist bei allen Katastrophenarten erste Wahl (Unwetter, Hochwasser, Sturm, Schnee, Waldbrände, Chemie, Epidemie/Pandemie, atomare Unfälle)
  • Der Bevölkerung die Sirenenwarnsignale vermitteln, bzw. vermitteln dass das Radio einzuschalten ist.
  • Notfallvorsorge in das Bewusstsein der Bevölkerung bringen
  • Mitwirkung beim Katastrophenschutz in der Feuerwehr als sinnvolle Alternative zum Wehrdienst
  • Der Politik vermitteln, dass die Fahrzeuge der Feuerwehren im Katastrophenschutz veraltet und neue dringend notwendig sind.
  • Der Politik vermitteln, dass die Einrichtung von Notstandseinheiten unerlässlich und dringend notwendig ist.
  • Der Katastrophenschutz für unsere Feuerwehren in Bayern muss in die Zukunft ausgerichtet werden und darüber hinaus eine neue Gewichtung erfahren.

    So ist und wird es unerlässlich sein, dass der Freistaat Bayern wie auch der Bund für die Ausstattung im Katastrophenschutz die entsprechenden Mittel bereitstellt. Denn es hilft nichts, wenn bei einem Interview in den Katastrophengebieten schnelle, unbürokratische Hilfe versprochen und dann für die Feuerwehren in Bayern die geforderte Ausstattung nicht beschafft bzw. bereitgestellt wird. Nur wenn sich hier unsere Politiker zu ihren Aufgaben im Katastrophenfall bekennen, werden wir die auf uns zukommenden Aufgaben auch bewältigen können.

Einführung in das Themengebiet

Unter dem Eindruck der Medienberichterstattung scheint in den letzten Jahren die Anzahl der Katastrophenfälle stark zugenommen zu haben.

Am 03. Juni 1998 entgleiste ein ICE bei Eschede, wobei 102 Personen ums Leben kamen und 87 verletzt wurden. Das größte Helferkontingent stellten mit 600 Mann und 110 Fahrzeugen die Feuerwehren.
Die Explosion einer Feuerwerksfabrik in Enschede (Niederlande) am 13. Mai 2000 hat 18 Tote gefordert unter denen auch vier Mann der Berufsfeuerwehr waren. 947 Menschen wurden verletzt, ca. 400 Häuser durch einen Feuersturm vernichtet.

Die Terroranschläge auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 in New York haben eine neue schreckliche Dimension von Katastrophen durch Terroranschläge erreicht. Die Sprengstoffanschläge in Madrid und London haben diese Art der Bedrohung auch in Europa zur Wirklichkeit werden lassen. 

Zum Jahreswechsel 2004/2005 ereignete sich in Fernost die Tsunami-Katastrophe bei der über 200.000 Tote zu beklagen waren.

Im Jahre 2005 haben uns Erdbeben in Indonesien sowie in der Kaschmirregion die Folgen von Naturkatastrophen vor Augen geführt. Die Menschen leiden heute noch unter den Zerstörungen und haben keine ausreichende Hilfe erhalten. 

Fast live konnten wir in den Medien über Wochen die Bilder der Verwüstungen durch Hurricanes in den USA mit Schwerpunkt in der Stadt New Orleans mitverfolgen.

Nach starken Regenfällen mit Überschwemmungen in Oberbayern und Schwaben - mussten im letzten Jahr im Freistaat Bayern 18 Städte und Landkreise Katastrophenalarm auslösen. 

Im Münsterland und weiteren Teilen Nordrhein-Westfalens kam es durch Schnee und Eis zum Zusammenbruch von Stromleitungen und in der Folge zu tagelangen Stromausfällen.

Beim Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall sowie weiteren Halleneinstürzen in Polen und der Sowjetunion mit zahlreichen Todesopfern wurden die Folgen von Schneekatastrophen sehr drastisch sichtbar. Bei den Schneekatastrophen in mehreren Landkreisen in der Oberpfalz und in Niederbayern waren zur Vermeidung von weiteren Gebäudeeinstürzen 32.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie haben 465.000 Einsatzstunden geleistet. 22 Feuerwehrleute wurden bei den Einsätzen verletzt, einer musste im Einsatz für die Allgemeinheit sein Leben einbüßen.

Die nationalen und internationalen Ereignisse zeigen aber auch, dass es Unterschiede in den Hilfeleistungssystemen der Länder gibt. Am Beispiel der Überschwemmungen in New Orleans wird besonders deutlich, dass in Deutschland die Katastrophenhilfe von der Minute null nach der Katastrophe einsetzt, während in anderen Ländern erst Hilfe kommt, wenn nach Tagen die Truppen aus allen Landesteilen in Marsch gesetzt wurden. In Deutschland ist Dank einem dichten Netz von Ortsfeuerwehren mit einer Personalstärke von über einer Million Helfern eine effektive Hilfe sofort möglich.

Durch die Ortsnähe der Freiwilligen Feuerwehren bis in die Ortsteile, ist die Hilfe auch verfügbar, wenn Teile von der Außenwelt abgeschnitten sind. Darüber hinaus trägt die starke Verwurzelung der Freiwilligen Feuerwehren in der Bevölkerung auch dazu bei, dass die Menschen zur Selbsthilfe bereit sind und angeleitet werden. Die Feuerwehren können daher als das „Rückgrat“ des Katastrophenschutzes bezeichnet werden. Dieses System wird ergänzt durch THW und Bundeswehr, die als Verstärkung eingesetzt werden können.

Oft wird dies von der Bevölkerung nicht ausreichend wahrgenommen, wie eine kürzlich durchgeführte Befragung der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) aufgezeigt hat.

Allein die Tatsache, dass in Bayern in der Regel die Feuerwehrführungsdienstgrade als „Örtliche Einsatzleiter“ im Katastrophenfall bestimmt sind, verdeutlicht, dass bei der Katastrophenbewältigung die Hauptkompetenz  bei den Feuerwehren liegt. Der Landesfeuerwehrverband Bayern hat daher das Thema Feuerwehr und Katastrophenschutz zum Motto der diesjährigen Feuerwehraktionswoche gemacht, um die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Feuerwehren in der Öffentlichkeit besser darzustellen.

Sorge bereitet den Feuerwehren dagegen die fehlende Unterstützung der Bundespolitik. Der Bund ist nach dem Grundgesetz in Verbindung mit dem Zivilschutzgesetz für den Katastrophenschutz im Verteidigungsfall zuständig. Dazu verstärkt er die Feuerwehren im Brandschutz und ABC-Dienst mit Bundesfahrzeugen und Ausstattung, welche die Länder nach einem Stationierungskonzept verteilen. Auf diese Komponenten können auch Helfer vom Wehrdienst freigestellt werden, wenn sie sich für sechs Jahre zum Dienst im Katastrophenschutz verpflichten.

Die Länder haben dagegen die Zuständigkeit für den allgemeinen Katastrophenschutz, der nicht auf den Verteidigungsfall bezogen ist. Es ist in den Bundes- und Landesgesetzen festgelegt, dass sich die Potentiale gegenseitig ergänzen. Im Endeffekt greifen sowohl der Bund wie auch der Freistaat Bayern auf die kommunalen Feuerwehren zurück.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat kürzlich ein Papier vorgelegt: Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung – Grobkonzept zur Ausstattung des ergänzenden Katastrophenschutzes des Bundes. In diesem Papier beansprucht der Bund eine erweiterte grundgesetzliche Zuständigkeit für außergewöhnliche Gefahren- und Schadenslagen mit einem Durchgriffsrecht auf die Katastrophenschutzpotentiale der Länder und stellt gleichzeitig fest, dass der Bereich Brandschutz künftig keiner ergänzenden Ausstattung durch den Bund mehr bedarf.

Fahrzeugbeschaffungen und Unterhaltung von Brandschutzfahrzeugen werden künftig vom Bund nicht mehr übernommen. Die dadurch freigesetzten Mittel sollen in das THW, in die Sanitätsorganisationen und in ABC-Task Forces umgeleitet werden.

In Bayern sind davon 135 LF 16-TS und 56 Schlauchwagen SW 2000 betroffen, die eingespart werden sollen.

Der Landesfeuerwehrverband hat schon seit längerem Vorschläge für die Aufstellung von Notstandseinheiten der Feuerwehren zur überregionalen Unterstützung bei Großschadensereignissen gemacht. Das Bayerische Staatsministerium des Innern hat dazu erste Entwürfe erarbeitet. Und gerade jetzt wird ein Potenzial von fast 200 Fahrzeugen entzogen. Es hat sich gezeigt, dass die Bundesfahrzeuge für überregionale Katastrophenhilfe leichter eingesetzt werden konnten, da die kommunalen Fahrzeuge den örtlichen Brandschutz sicherstellen mussten.

Diese Entwicklung ist äußerst bedenklich und kann so nicht weitergehen. Es darf nicht dazu kommen, dass die Feuerwehren, die die Hauptlast im Katastrophenschutz tragen, also das größte Helferkontingent stellen, keine Ausrüstung haben, während andere Organisationen hochgerüstet werden, aber die Helfer dazu nicht aufbringen.

Wir bitten Sie daher, insbesondere auch auf örtlicher Ebene auf die entsprechenden Entscheidungsträger der Politik wie Bürgermeister, Landtags- und Bundestagsabgeordnete einzuwirken, um den hohen Stellenwert der Feuerwehr im Katastrophenschutz zu erhalten bzw. noch weiter zu verbessern.

Maßnahmenkatalog

Wie bereits in den Vorjahren, erhalten die Bayerischen Feuerwehren vom LFV Bayern in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Innenministerium und mit Unterstützung der Versicherungskammer Bayern, kostenfrei diese Themenmappe.

Ferner gibt der LFV Bayern wieder ein ansprechendes Plakat in DIN A2 und DIN A3 heraus. Das Plakat ist so gestaltet, dass in der Fußzeile der Name der Feuerwehr ergänzt werden kann z.B. Ihre Feuerwehr A-Dorf.

Die Plakate sollen bei den Gemeinden, sonstigen Behörden, den Feuerwehren, den Schulen, in öffentlichen Gebäuden und in Betrieben, gut sichtbar aufgehängt werden. Sie sind nicht für Anschlagsflächen der Wirtschaftswerbung bestimmt.

Die Feuerwehren verteilen die Plakate, die sie über die Stadt- bzw. Kreisbrandräte in der bisherigen Stückzahl erhalten.

Weiterhin erhalten Sie Faltblätter, die Sie für Ihre Öffentlichkeitsarbeit verwenden sollten. Für Ihre Veranstaltung etc. können Sie über die Geschäftsstelle des LFV Bayern e.V. (solange Vorrat reicht) eine entsprechende Menge ordern. Auf der Rückseite können im freien Feld Aufkleber oder ein Stempelabdruck aufgebracht werden.

Jede Mitgliedsfeuerwehr erhält eine und jeder SFV/KFV fünf zusätzliche Aktionswochen-CD´s.

Die Feuerwehraktionswoche 2006 wird im Rahmen einer zentralen Veranstaltung am Samstag, dem 16. September in Neumarkt/Oberpfalz anlässlich der Delegiertenversammlung des LFV Bayern e.V. eröffnet. Sie dauert bis zum 24. September.

Die eigentliche Eröffnung ist öffentlich, das heißt, die Öffentlichkeit ist ausdrücklich erwünscht. Insbesondere sind alle bayerischen Feuerwehrdienstleistenden hierzu herzlich eingeladen.

Ein detailliertes Programm wird noch rechtzeitig in „Florian kommen“ bzw. in der Fachpresse und auf unserer Homepage http://www.lfv-bayern.de bzw. http://www.aktionswoche.lfv-bayern.de veröffentlicht.

Der LFV Bayern e.V. wird durch überregionale PR-Arbeit, Presse, Rundfunk- und Fernsehanstalten informieren und zu der zentralen Veranstaltung in Neumarkt einladen.

Auf regionaler und örtlicher Ebene sind die Stadt- und Kreisbrandräte bzw. Kommandanten aufgerufen, ihre Aktionen in den Medien anzukündigen und zu den Veranstaltungen einzuladen.

Darüber hinaus sollen alle bayerischen Feuerwehren, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, geeignete Veranstaltungen durchführen und dabei Mitgliederwerbung betreiben sowie die Öffentlichkeit und Politik über ihre vielfältigen Hilfsmöglichkeiten insbesondere im Bereich des Katastrophenschutzes informieren.

Das diesjährige Motto hat über die Zeit der Aktionswoche hinaus Gültigkeit, so dass die Themenmappe auch als Baustein für ein Jahresprogramm verwendet werden kann.

 

Musterpressetexte für die Medien

Wir haben nachfolgend für Sie verschiedene Musterpressetexte zusammengestellt, die sie bitte nach ihren eigenen Bedürfnissen abändern. Insbesondere die Personen wie KBR oder Kdt. sind Platzhalter und müssen auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die Musterpressetexte können durch eigene vorhandene und passende Fotos ergänzt werden.

Artikel 1 und 2 sind für überörtliche Printmedien auf Bezirks- und Landesebene und
Artikel 3 bis 6 mit den Teilen 1 bis 4 sind für örtliche Printmedien auf Kreis- und Ortsebene bestimmt.

Artikel 1 – Überörtliche Printmedien auf Bezirks- und Landesebene

Thema: Katastrophen und die Schlagkraft der bayerischen Feuerwehren

Feuerwehren als Rückgrat des Katastrophenschutzes

323.000 Helfer in 7.780 Feuerwehren sorgen für Ihre Sicherheit

München. Vor dem Hintergrund immer häufiger und in kürzeren Zeiträumen auftretender Katastrophenfälle möchte der Landesfeuerwehrverband Bayern in diesem Jahr mit seinem Aktionswochenmotto „Im Katastrophenschutz die Nr. 1“ auf die Schlagkraft im Katastropheneinsatz und das von der Stunde null an, hinweisen.

Bilder, beispielsweise von der Explosion einer Feuerwerksfabrik in Enschede (Niederlande) im Mai 2000 mit 18 Todesopfern, 947 verletzten Menschen und ca. 400 durch einen Feuersturm vernichteten Häusern lassen uns in den Medien immer häufiger aufschrecken. Die Terroranschläge auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 in New York haben eine neue schreckliche Dimension von Katastrophen durch Terroranschläge erreicht. Die Sprengstoffanschläge in Madrid und London haben diese Art der Bedrohung auch in Europa zur Wirklichkeit werden lassen.

Zum Jahreswechsel 2004/2005 ereignete sich in Fernost die Tsunamikatastrophe, bei der über 200.000 Tote zu beklagen waren. Im Jahre 2005 folgten Erdbeben in Indonesien und in der Kaschmirregion und zeigten die Folgen von Naturkatastrophen unter denen die Menschen heute noch leiden, weil sie keine ausreichende Hilfe erhalten. Fast live konnten über Wochen die Bilder der Verwüstungen durch Hurricanes in den USA mit Schwerpunkt in der Stadt New Orleans mitverfolgt werden.

„Es könnte fast der Eindruck entstehen, dass Katastrophen nur fernab der Heimat passieren“, führt deshalb Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl (Dingolfing) die nationalen Katastrophen vor Augen: Im Juni 1998 entgleiste ein ICE bei Eschede, wobei 102 Personen ums Leben kamen und 87 verletzt wurden. Das größte Helferkontingent stellten mit 600 Mann und 110 Fahrzeugen die Feuerwehren.

Nach starken Regenfällen mit Überschwemmungen in Oberbayern und Schwaben mussten im August 2005 im Freistaat Bayern 18 Städte und Landkreise Katastrophenalarm auslösen. Hier waren 28.500 Feuerwehrmänner und -frauen über Tage hinweg im Einsatz. Im Münsterland und weiteren Teilen Nordrhein-Westfalens kam es durch Schnee und Eis zum Zusammenbruch von Stromleitungen und in der Folge zu tagelangen Stromausfällen.

Beim Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall sowie weiteren Halleneinstürzen in Polen und der ehemaligen Sowjetunion mit zahlreichen Todesopfern wurden die Folgen von Schneekatastrophen sehr drastisch sichtbar. Bei den Schneekatastrophen in mehreren Landkreisen in der Oberpfalz und in Niederbayern waren zur Vermeidung von weiteren Gebäudeeinstürzen 32.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie haben 465.000 Einsatzstunden geleistet, 22 Feuerwehrleute wurden bei den Einsätzen verletzt, einer büßte sein Leben ein.

Die nationalen und internationalen Ereignisse zeigen auch, dass es Unterschiede in den Hilfeleistungssystemen der Länder gibt. Am Beispiel der Überschwemmungen in New Orleans wird besonders deutlich, dass in Deutschland die Katastrophenhilfe von der Minute null nach der Katastrophe einsetzt, während in anderen Ländern erst Hilfe kommt, wenn nach Tagen die Truppen aus allen Landesteilen in Marsch gesetzt wurden. „In Deutschland ist dank einem dichten Netz von Ortsfeuerwehren mit einer Personalstärke von über einer Million Helfern eine effektive Hilfe sofort möglich“, erklärt der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Bayern Alfons Weinzierl die Stärken der Feuerwehren in Bayern. Durch die Ortsnähe der Freiwilligen Feuerwehren bis in die Ortsteile ist die Hilfe auch verfügbar, wenn Teile von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Eine starke Verwurzelung der Freiw. Feuerwehren in der Bevölkerung trägt dazu bei, dass die Menschen zur Selbsthilfe bereit sind und angeleitet werden. „Die Feuerwehren können als das „Rückgrat“ des Katastrophenschutzes bezeichnet werden“, verdeutlicht Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl die Wichtigkeit jeder einzelnen Ortsteilfeuerwehr. Dieses System wird ergänzt durch THW und Bundeswehr, die als Verstärkung eingesetzt werden können.

Zahlreiche Feuerwehrführungsdienstgrade übernehmen als „Örtliche Einsatzleiter“ im Katastrophenfall die Einsatzleitung und lenken die Einsätze mit ihrer Einsatzerfahrung aus dem „Feuerwehralltagsgeschäft“.

Nach Aussagen der Münchner Rück nehmen die wetterbedingten Naturkatastrophen durch Stürme und Überschwemmungen und extreme Wetterphänomene infolge des Einflusses der Klimaänderung tendenziell zu und bestätigen somit die Einschätzungen der Feuerwehren, dass in Zukunft die Katastropheneinsätze zunehmen werden. 71 Prozent der 267 großen Naturkatastrophen weltweit in den letzten 55 Jahren sind auf wetterbedingte Ereignisse zurück zuführen. Bei 267 Schadensereignissen kamen weltweit 1,75 Millionen Menschen ums Leben und es entstand ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1.700 Milliarden Dollar (Quelle: Münchner Rück). jk/fh

Artikel 2 – Überörtliche Printmedien auf Bezirks- und Landesebene

Thema: Katastrophenschutz und die Einsparungen des Bundes

Wenn Katastrophenhilfe zur Katastrophe wird

Sparpläne des Bundes machen den Feuerwehren Sorgen

München. Auf die fehlende Unterstützung und Einsparungen im Katastrophenschutz möchte der Landesfeuerwehrverband Bayern mit der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche aufmerksam machen. Unter dem Motto „Im Katastrophenschutz die Nr. 1“ möchten die Feuerwehren Bayerns auch auf Defizite im Katastrophenschutz hinweisen.

Große Sorge bereitet den Feuerwehren die mangelnde Unterstützung der Bundespolitik. Der Bund ist nach dem Grundgesetz in Verbindung mit dem Zivilschutzgesetz für den Katastrophenschutz im Verteidigungsfall zuständig. Dazu verstärkt er die Feuerwehren im Brandschutz und ABC-Dienst mit Bundesfahrzeugen und Ausstattung, welche die Länder nach einem Stationierungskonzept verteilen. Auf diese Komponenten können auch Helfer vom Wehrdienst freigestellt werden, wenn sie sich für sechs Jahre zum Dienst im Katastrophenschutz verpflichten.

Die Länder haben dagegen die Zuständigkeit für den allgemeinen Katastrophenschutz, der nicht auf den Verteidigungsfall bezogen ist. Es ist in den Bundes- und Landesgesetzen festgelegt, dass sich die Potenziale gegenseitig ergänzen. Im Endeffekt greift sowohl der Bund wie auch der Freistaat Bayern auf die kommunalen Feuerwehren zurück.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat kürzlich ein Papier vorgelegt: Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung – Grobkonzept zur Ausstattung des ergänzenden Katastrophenschutzes des Bundes. In diesem Papier beansprucht der Bund eine erweiterte grundgesetzliche Zuständigkeit für außergewöhnliche Gefahren- und Schadenslagen mit einem Durchgriffsrecht auf die Katastrophenschutzpotenziale der Länder und stellt gleichzeitig fest, dass der Bereich Brandschutz künftig keiner ergänzenden Ausstattung durch den Bund mehr bedarf.

Fahrzeugbeschaffungen und Unterhaltung von Brandschutzfahrzeugen sollen künftig vom Bund nicht mehr übernommen und die dadurch freigesetzten Mittel sollen in das THW, in die Sanitätsorganisationen und in ABC-Task Forces umgeleitet werden. In Bayern sind davon 135 Löschgruppenfahrzeuge (LF) 16-TS und 56 Schlauchwagen SW 2000 betroffen, die eingespart werden sollen.

„Im Hinblick auf die seit längerem durch den Landesfeuerwehrverband geforderten Notstandseinheiten zur überregionalen Unterstützung bei Großschadensereignissen fehlen uns fast 200 Fahrzeuge“, kritisiert Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl die Sparpläne des Bundes. Das Bayerische Staatsministerium des Innern hat erste Entwürfe für die Planung zur Aufstellung von Notstandseinheiten erarbeitet, die derzeit in einer Arbeitsgruppe zwischen dem Innenministerium und dem LFV Bayern abgestimmt werden. Und gerade jetzt wird ein Potenzial von fast 200 Fahrzeugen entzogen. Es hat sich gezeigt, dass die Bundesfahrzeuge für überregionale Katastrophenhilfe leichter eingesetzt werden konnten, da die kommunalen Fahrzeuge den örtlichen Brandschutz sicherstellen mussten.

„Diese Entwicklung ist äußerst bedenklich und kann so nicht weitergehen“, lässt Landesverbands-vorsitzender Weinzierl kein gutes Haar an den Planungen des Bundes. Weinzierl weiter: „Es darf nicht dazu kommen, dass die Feuerwehren die Hauptlast im Katastrophenschutz tragen, also das größte Helferkontingent stellen, aber keine Ausrüstung haben, während andere Organisationen hochgerüstet werden, aber die Helfer dazu nicht aufbringen.“ Die Feuerwehrverbände und die kommunalen Spitzenverbände sollten hier von der Politik sachgerechte Lösungen einfordern. jk/fh

 

Artikel 3 – Örtliche Printmedien auf Kreis- und Ortsebene

Thema: Verhaltenstipps im Katastrophenfall – Teil 1

Für den Notfall vorgesorgt

Die Feuerwehr übt Kritik und gibt Tipps für den Katastrophenfall

Main-Spessart. Nachrichten „Es kann jeden treffen – Sturm, Hagel, Überschwemmungen oder eine Schneekatastrophe“, widerspricht Kreisbrandrat Gerhard Kümmel (Rechtenbach) der landläufigen Meinung, die oft in der Bevölkerung herrscht – „bei mir passiert so was nie!“. Im Rahmen der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche weist der Landesfeuerwehrverband Bayern mit einer Artikelserie auf das richtige Verhalten bei Katastrophenfällen hin und übt Kritik an den Sparplänen des Bundes.

Unfälle und Katastrophen gehören zum täglichen Leben, wetterbedingte Naturkatastrophen durch Stürme und Überschwemmungen und extreme Wetterphänomene werden nach Einschätzungen von Experten infolge des Einflusses der Klimaänderung tendenziell zunehmen. Umso erschreckender ist es für die Helferinnen und Helfer der Feuerwehren, dass sich der Bund aus dem Katastrophenschutz im Bereich des Brandschutzes zurückziehen wird. Nach einem Papier des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bedarf der Bereich Brandschutz künftig keiner ergänzenden Ausstattung durch den Bund mehr. Dies bedeutet, dass Fahrzeugbeschaffungen und Unterhaltung von Brandschutzfahrzeugen vom Bund nicht mehr übernommen werden. Die dadurch freigesetzten Mittel sollen in das THW, in die Sanitätsorganisationen und in ABC-Task Forces umgeleitet werden. Bayerweit sind davon 135 Löschgruppenfahrzeuge (LF) 16-TS und 56 Schlauchwagen SW 2000 betroffen, die eingespart werden sollen. Im Landkreis Main-Spessart sind hiervon die Fahrzeuge der Feuerwehren Lengfurt, Karsbach, Karlstadt, Gemünden, Arnstein und Wombach betroffen.

Für viele Führungskräfte der Feuerwehr ist es unverständlich, warum den Feuerwehren, die die Hauptlast des Katastrophenschutzes tragen und das größte Helferkontingent stellen, deren Ausrüstung gekürzt wird. „Andere Organisationen sollen hochgerüstet werden, bringen aber die Helfer dazu nicht auf“.

„Katastrophenfälle können die unterschiedlichsten Ursachen haben“, erklärt Kreisbrandrat Gerhard Kümmel. Schon beim Leck einer Gasleitung, dem Brand eines Nachbarhauses oder sonstigen Notfallsituationen können Räumungen oder Evakuierungen notwendig werden. In solch einem Fall sollte man sein „Notgepäck“ schnell zusammenstellen können. Es sollte nur so umfangreich sein, dass man es eine längere Zeit tragen kann, wie beispielsweise ein Rucksack. Mit dem „Notgepäck“ überbrückt man die Zeit, bis man wieder in seiner Wohnung sein kann und könnte aus Erste Hilfe Material, persönlichen Medikamenten, einem Radio (mit Batteriebetrieb), wichtigen persönlichen Dokumenten (wasserdicht verpackt), Verpflegung für zwei Tage, Wasserflaschen, Essgeschirr, einer Taschenlampe, Kleidung, Hygieneartikeln, ggf. einem Schlafsack bestehen. Ausweise, Geld, Wertsachen gehören ebenso ins „Notgepäck“ wie eine Regenjacke und ordentliches Schuhwerk.

„Praktisch ist es, wenn man alle wichtigen Papiere und Dokumente in einer Dokumentenmappe hat und diese im Falle eines Brandes mit einem Handgriff mitnehmen kann“, rät Kreisbrandrat Gerhard Kümmel. Mit einer solchen Mappe beugt man einer schwierigen oder gar unmöglichen Wiederbeschaffung von Dokumenten vor. jk

Im Teil zwei der Artikelserie beleuchten wir Hochwasser und Überschwemmungen.

Artikel 4 – Örtliche Printmedien auf Kreis- und Ortsebene

Thema: Verhaltenstipps im Katastrophenfall – Teil 2

Bei Hochwasser und Überschwemmungen vorgesorgt

Die Feuerwehr gibt Tipps für den Katastrophenfall

Dachau. Alle haben wir noch die Bilder der Medien des Oder-Hochwassers oder den Überschwemmungen in New Orleans nach einem Hurrikan aus dem vergangenen Jahr in Erinnerung. Solche großflächigen Katastrophen können dazu führen, dass Teile der Bevölkerung von der Außenwelt abgeschnitten werden. Zur Feuerwehraktionswoche gibt der Landesfeuerwehrverband Bayern wichtige Tipps für den Katastrophenfall.

Nur über Rundfunk, Fernsehen und andere elektronische Medien können unter Umständen lebenswichtige Informationen die Hilfebedürftigen erreichen. Oft ist aber auch die Stromversorgung in Katastrophengebieten nicht mehr gewährleistet, dann fallen alle netzbetriebenen Geräte aus. Viele Rundfunkgeräte können aber sowohl über Netzanschluss als auch mit Batterien betrieben werden. Damit Sie auch bei Stromausfall noch informiert werden können, ist ein solches Rundfunkgerät mit UKW-und Mittelwellenempfang besonders wichtig. Dazu gehören natürlich auch die für Batteriebetrieb erforderlichen Reservebatterien.

Kündigt sich ein Hochwasser an, sollten die regionalen aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen verfolgt werden. Gefährdete Räume können ausgeräumt werden. Türen und Fenster können mit Folien, Sandsäcken, Schalbrettern, wasserfesten Sperrholzplatten und Silikon abgedichtet werden. Elektrische Geräte und Stromversorgung in den betroffenen Räumen müssen ausgeschaltet werden, um einer Stromschlaggefahr vorzubeugen. Eventuelle Hausentwässerungsanlagen oder Rückschlagsklappen sollten überprüft werden. Öltanks müssen gegen Aufschwimmen gesichert werden. Gefährliche Stoffe (Lacke, Benzin, Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel, usw.) in Garagen und Werkstätten müssen ausgelagert werden. Fahrzeuge rechtzeitig aus gefährdeten Parkplätzen und Garagen entfernen.

„Hilfsbedürftige oder kranke Personen oder Tiere sollten bei Verwandten oder Bekannten außerhalb der Gefahrenzone untergebracht werden“, rät Kreisbrandrat Rudolf Reimoser. Überflutete Straßen sollen nicht befahren werden, denn wenn Wasser in den Motorraum eindringt, kann dies zu erheblichen Schäden führen, wenn beispielsweise der Keramikkopf des 700 Grad Celsius heißen Katalysators zerspringt. Steht das Wasser bis zur Ölwanne oder über die Räder im Wasser, sollte keineswegs gestartet werden, sondern man sollte sich in die Werkstatt abschleppen lassen.

Menschenrettung geht immer der Erhaltung von Sachwerten vor und Rettungsversuche sollten nur mit Eigensicherung geführt werden. Bei Gefahr sollten Kinder schnellstens in Sicherheit gebracht werden. Uferbereiche sollten wegen der Gefahr der Unterspülung und Abbruchgefahr nicht betreten werden. Absperrungen müssen auf jeden Fall beachtet werden.

Aus der Erfahrung vergangener Hochwasser rät Kreisbrandrat Rudolf Reimoser: „Wasserreste und Schlamm sollten erst abgepumpt werden, wenn das Hochwasser abgeflossen ist und der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist“. Ansonsten können Gebäudeschäden durch Druck von außen entstehen. jk

Artikel 5 – Örtliche Printmedien auf Kreis- und Ortsebene

Thema: Verhaltenstipps im Katastrophenfall – Teil 3

Unwettergefahren durch Sturm, Hagel und Sturmböen

Die Feuerwehr gibt Tipps für den Katastrophenfall

Miltenberg. Im Rahmen der landesweiten Feuerwehr-Aktionswoche zum Thema Katastrophenschutz stellt Kreisbrandrat Karlheinz Brunner fest: „Bei Unwettern mit Sturm, Hagel oder Starkregen sind die Feuerwehren mit ihrem flächendeckenden System und ihrer sehr guten Ortskenntnis die Helfer, die schnell und professionell helfen können“. Dass Unwetter oder instabile Wetterlagen immer häufiger werden, belegen Statistiken der Versicherungen. Umso bedeutender ist es, dass sich die Bürger auf diese Gefahren einstellen.

Bei Gewittern, bei denen es zu Blitzentladungen kommt, die ein hohes elektrisches Potenzial freisetzen, treten hierdurch zusätzliche Gefahren auf. Blitzentladungen suchen sich einen hohen Punkt, z.B. aufragende Bäume, Masten, Antennen und dergleichen. Halten Sie sich von solchen Objekten fern, werden Sie im Freien auf einer Wiese o. ä. überrascht, hocken Sie sich mit eng geschlossenen Füßen auf den Fußballen möglichst in einer Mulde zu Boden oder suchen Sie Schutz in einem Gebäude. Verlassen Sie ihr Kraftfahrzeug nicht und berühren Sie im Inneren keine blanken Metallteile, das Fahrzeug wirkt wie ein Farradayscher Käfig und leitet elektrische Entladungen ab, so dass Sie im Inneren geschützt sind,

Halten Sie zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern, Durch die elektrische Entladung eines Blitzes kann es im Stromnetz zu Überspannungen kommen. Sofern Ihre Sicherungen keinen ausreichenden Überspannschutz haben, können Sie elektrische Geräte durch Stromleisten mit integriertem oder zwischengeschaltetem Überspannungsschutz gegen Überlastung schützen. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Blitzschutzanlage Ihres Hauses, da der Blitzschlag über das Stromnetz für Überspannung sorgen kann. Ggf. nehmen Sie empfindliche elektrische Geräte, wie Fernseher oder Computer, vom Netz. Ein Blitzeinschlag in das Mauerwerk eines Gebäudes, kann dieses erheblich beschädigen. Feuchtigkeit in einer Mauer wird durch den Blitzschlag eventuell verdampft, es entsteht extremer Druck, der zu Rissen und Brüchen führen kann, welche die Tragfähigkeit erheblich beeinflussen können.
 

Hagel und starke Sturmböen sind manchmal eine Folge schwerer Gewitter. Bei ihnen treten zusätzliche Gefahren durch Hagelkörner (gefrorenes Wasser) in unterschiedlicher Größe auf sowie durch Trümmer und Schmutzteile, die bei starken Sturmböen auftreten können. Bei Hagel und starken Sturmböen besteht also die Gefahr von “Geschossen”.

Zusätzlich zu Türen und Fenstern sollten die Rollläden oder Fensterläden geschlossen werden. Von Öffnungen sollte man sich fern halten, die nicht auf diese Art zusätzlich geschützt werden können, wie z.B. Dachluken. Suchen Sie bei einem Wirbelsturm möglichst einen tief liegenden Raum, z.B. Keller oder einen innen liegenden Raum Ihres Wohnbereiches auf, Kraftfahrzeug, Wohnwagen und leichte Gebäude wie Holzbauten bieten möglicherweise keinen ausreichenden Schutz. Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite wie Hallen o.ä. Bleiben Sie nicht im Freien, suchen Sie, wenn irgend möglich, ein festes Gebäude auf, werden Sie im Freien überrascht und können kein Gebäude mehr aufsuchen, so suchen sie möglichst eine Mulde oder einen Graben auf, legen Sie sich mit dem Gesicht erdwärts und schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen. kza

Im Teil vier der Artikelserie geben wir Hinweise zur Notbevorratung bei Katastrophen.

Artikel 6 – Örtliche Printmedien auf Kreis- und Ortsebene

Thema: Verhaltenstipps im Katastrophenfall – Teil 4

Energieausfall und Notbevorratung bei Katastrophen

Die Feuerwehr gibt Tipps für den Katastrophenfall

München. Schneekatastrophen im Münsterland und im ostbayerischen Raum haben vor kurzem gezeigt, wie schnell die Infrastruktur zusammenbrechen kann. Für eine umfassende Gefahrenabwehr steht der Bevölkerung ein umfangreiches Hilfeleistungssystem zur Seite. „Die Feuerwehren sind zwar schnell vor Ort, jedoch kann auch jeder einzelne selbst persönliche Vorsorge treffen“, informiert Kommandant X im Rahmen der landesweiten Feuerwehr-Aktionswoche zum Thema Katastrophenschutz.

Alle wichtigen Verbrauchsgüter, besonders Lebensmittel, werden über ein gut funktionierendes Verteilersystem zum Einzelhandel transportiert. Dies garantiert ständig frische Ware und erspart den Lebensmittelhändlern kostspielige Lagerhaltung. Aber dieses System ist auch störanfällig, denn verschneite oder vereiste Straßen können kleine Ortschaften von der Lebensmittelversorgung abschneiden, Hochwasser, beispielsweise die Flutkatastrophe an der Oder, sogar ganze Regionen.

Für solche Fälle sollte sich jeder Haushalt einen Vorrat für ein bis zwei Wochen anlegen, der aus Lebensmitteln und Getränken besteht, die auch ohne Kühlung länger lagerfähig sind und die bei Energieausfall auch kalt gegessen werden können. Bei Katastrophen muss auch mit der Störung der Wasserversorgung oder sogar mit einer Verseuchung des Trinkwassers gerechnet werden. Deshalb gehört zu jedem Notvorrat unbedingt eine ausreichende Menge Flüssigkeit. Zur Deckung dieses Bedarfs eignen sich Mineralwasser, Fruchtsäfte oder sonstige länger lagerfähige Getränke. An erforderliche Spezialkost, beispielsweise für Diabetiker oder an Babynahrung muss gedacht werden. Auch zum Haushalt gehörende Tiere sollten bei der Bevorratung mit berücksichtigt werden.

Gerade in Notzeiten ist Hygiene besonders wichtig, um den Körper vor Krankheiten zu schützen und ihn widerstandsfähig zu halten. Auch unter erschwerten Bedingungen sollte also die Körperpflege konsequent weiter durchgeführt werden. In jeden Haushalt gehört daher ein ausreichender Vorrat an Seife, Waschmittel und Zahnpasta und eine rechtzeitige Bereitstellung von Wasser, ggf. auch zur behelfsmäßigen Spülung der Toiletten.

Die Hausapotheke sollte gut sortiert in einem besonderen Schränkchen untergebracht werden; hoch aufgehängt, damit sie dem Zugriff von kleinen Kindern entzogen ist. Die örtlichen Apotheken beraten Sie gerne bezüglich des empfohlenen Inhaltes und der Aufstellung. Dort können Sie auch ihre alten Medikamente auf die Gebrauchsfähigkeit überprüfen lassen.

Alle Bürger der Industrienationen sind heute abhängig von unterschiedlichen Energiequellen. Hierzu gehören Strom, Gas, Öl und Fernwärme, die über Verteilernetze ins Haus geliefert werden. Wie abhängig man von dieser Versorgung ist, zeigen schon die Konsequenzen, die ein Stromausfall mit sich bringen kann. Alle netzbetriebenen Geräte und somit auch Heizungen fallen aus. Moderne ISDN Telefone ohne unabhängige Stromversorgung stehen für einen Notruf nicht mehr zur Verfügung.

Falls Öl-, Gas-, Fernwärme- oder Stromversorgung ausfallen, sollte jeder Haushalt alternative Möglichkeiten für diesen Notfall bereithalten.

Bei Ausfall des elektrischen Lichtes kann man sich mit Kerzen, Taschenlampen oder Petroleumlampen behelfen. In jedem Fall müssen auch hier die Vorräte an Kerzen, Brennstoffen, Ersatzbirnen für Taschenlampen, Batterien und die Zündmittel wie Streichhölzer oder Feuerzeuge überprüft werden. Für einen Notvorrat sind Akkus weniger geeignet, da sie in geladenem Zustand den gespeicherten Strom nicht lange genug halten. Bei Stromausfall müssten sie aber vollständig geladen sein. Bedenken Sie, dass ein Energieausfall unter ungünstigen Umständen auch über mehrere Wochen anhalten kann. Der Freizeit- und Campinghandel hält eine Vielzahl von Geräten bereit, die in dieser Notsituation hilfreich sein können. Rh

Weiteres

Die Erklärung einiger wichtiger Begriffe des Zivil- und Katastrophenschutzes, die Verdeutlichung ihrer Bestimmung zielt auf die Anwendung durch die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung und den regelmäßigen Gebrauch durch die Führungskräfte und die Feuerwehren hin. Sie haben die Gelegenheit, mit der Anwendung der beschriebenen Fachbezeichnungen ihre Arbeit verständlicher und transparenter zu machen.
 

ABC-Schutz

umfasst alle Maßnahmen zur Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Gefahren durch Erkundung und Dekontamination

Alarmplan

ist ein verbindlicher Katalog zur Durchführung vorgeplanter Maßnahmen. Er ist nach Kriterien der Dringlichkeit und Notwendigkeit zu gliedern.

Bergung

bezeichnet das Sicherstellen von Sachgütern oder Leichen.

Betreuung

umfasst Maßnahmen zur Unterbringung, Verpflegung sowie zur sozialen Betreuung Betroffener. Durch soziale Betreuung werden Betroffene mit Gütern des dringenden täglichen Bedarfs versorgt und erhalten erste psychische Hilfe.

Betroffener

ist eine Person, die durch ein Schadensereignis bedroht wird oder geschädigt wurde, ohne verletzt zu sein.

Dekontamination

Entgiften, Entseuchen, Beseitigen oder Verringerung radioaktiver Strahlung

Einheiten im KatS

bedeutet die gegliederte Zusammenfassung von Personen und Material, die unter einheitlicher Führung stehen.

Einsatz

die auf Grund eines Auftrages, Befehls oder eigenen Entschlusses ausgelöste Tätigkeit von Einzelpersonen, Einheiten und/oder Einrichtungen des Zivil- und Katastrophenschutzes zur Hilfeleistung und Schadensbekämpfung.

Einsatzbereitschaft

ist der Zustand von Einsatzkräften und Einsatzmitteln, der im Allgemeinen den vorgesehenen Einsatz ermöglicht. Die personelle Einsatzbereitschaft bezieht sich auf Zahl, Ausbildungsstand und Belastbarkeit der Einsatzkräfte. Die technische Einsatzbereitschaft bezieht sich auf die Einsatzmittel.

Einsatzleiter (EL)

ist die für die technisch taktische Einsatzdurchführung verantwortliche Führungs-kraft.

Einsatzleitung

besteht aus dem Einsatzleiter, den Führungsgehilfen, dem Stabs- und Hilfspersonal sowie notwendigen Führungsmitteln.

Einsatzplan

ist die vorherige Festlegung eines möglichen Vorgehens bei bestimmten Situationen.

Einsatzstelle

ist der Ort beziehungsweise das Objekt, an dem Einsatzkräfte bei Bränden, Unglücksfällen oder sonstigen Notständen tätig werden. Die Einsatzstelle kann in Einsatzabschnitte unterteilt werden.

Ergänzung des KatS

stellt die im Zivilschutzgesetz geregelte Aufgabe des Bundes dar, die Ausstattung des Katastrophenschutzes der Länder in den Aufgabenbereichen Brandschutz, ABC-Schutz, Sanitätswesen und Betreuung mit geeigneten Einsatzfahrzeugen zu ergänzen.

Evakuierung

ist die vorübergehende Unterbringung von  besonders gefährdeten Gebieten in andere Gebiete.

Gefahr

ist Wahrscheinlichkeit einer Störung der öffentlichen Sicherheit, verursacht durch ein Naturereignis, technische bzw. organisatorische Fehler oder menschliches Versagen.

Großschadenereignis

ist ein Ereignis mit einer so großen Zahl Geschädigter und/oder in Mitleidenschaft gezogener Sachwerte, das mit der vorhandenen und einsetzbaren Vorhaltung der Gefahrenabwehr nur bewältigt werden kann, wenn alle eingesetzten Kräfte unter einer verantwortlichen Leitung stehen.

Helferinnen/Helfer

sind Frauen und Männer, die freiwillig und ehrenamtlich Dienst in öffentlichen oder privaten Organisationen des Katastrophenschutzes leisten.

Hochwasserschutz

sind Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren durch Überflutung.

Katastrophe

ist ein Geschehen, das Leben oder Gesundheit zahlreicher Menschen, die Umwelt, erhebliche Sachwerte oder die lebensnotwendige Versorgung der Bevölkerung in ungewöhnlichem Maß gefährdet oder schädigt.

Katastrophenfall

ist die Feststellung des Zustandes einer drohenden oder eingetretenen Katastrophe, der dazu führt, gesetzlich festgelegte Maßnahmen anzuwenden.

Katastrophenschutz

sind die Maßnahmen der Länder zur Verhinderung, Abwehr und Beseitigung von Katastrophen oder ihrer Folgen. Der Bund ergänzt die Ausstattung des Katastrophenschutzes der Länder mit Einsatzfahrzeugen und einer Ausbildung für die besonderen Gefahren, die im Verteidigungsfall drohen.

Leitstelle (Integrierte Leitstelle)

ist eine ständig besetzte Einrichtung zur Aufnahme von Meldungen sowie zum Alarmieren, Koordinieren und Lenken von Einsatzkräften.

Massenanfall

ist ein Notfall mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Erkrankten sowie anderen Geschädigten oder Betroffenen, der mit der  vorhandenen oder einsetzbaren Vorhaltung des Rettungsdienstes versorgt werden kann.

Örtliche Einsatzleitung (ÖEL)

führt die ihr unterstellte Einsatzkräfte am Gefahren- oder Schadensort. Der Örtliche Einsatzleiter benötigt zur Erfüllung seiner Aufgaben in der Regel einen Stab aus Sachgebieten und Fachberatern. Der Aufgabenumfang und das Ausmaß der personellen Besetzung werden durch die technisch taktische Führung der Einheiten/Einsatzkraft im Einzelfall bestimmt.

Rettung

ist das Eingreifen zur Beseitigung einer Existenz bedrohenden Notlage von Menschen oder Tieren

Schadengebiet

ist ein in sich geschlossener und zusammengehörender größerer Raum, in dem sich auch mehrere Einsatzstellen befinden können oder in dem mehrere Einsatzräume zugewiesen sind.

Schutzraum

ist ein Baukörper, der gegen schädliche Stoffe, Einsturz und/oder Waffenwirkungen schützt.

Selbsthilfe

ist ein aus eigenem Antrieb motiviertes spontanes Handeln zur Vermeidung oder Überwindung einer Gefahrensituation.

Wassergefahr

bezeichnet Gefahren, die sich durch erhöhte Wasserstände oder durch nicht normale Fließgeschwindigkeiten des Wassers ergeben. Hierzu gehören Hochwasser, Überschwemmungen, Eisgänge, Damm- oder Deichbrüche, Überflutungen und Unterspülungen.

Zivilschutz

ist die Sammelbezeichnung für öffentliche und private Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in einem Verteidigungsfall. Der Zivilschutz wird weltweit als humanitäre Aufgabe gesehen und genießt völkerrechtlich besonderen Schutz.

 

Deutscher Feuerwehrverband

http://www.dfv.org

Bayerisches Staatsministerium des Innern

http://www.stmi.bayern.de/sicherheit/katastrophenschutz/

http://www.stmi.bayern.de/sicherheit/feuerwehr/

Deutsches Notfallvorsorgesystem-Informationssystem

http://www.denis.bund.de

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

http://www.bbk.bund.de

Ständige Konferenz für Katastrophenvorsorge und Katastrophenschutz

http://www.katastrophenvorsorge.de

Wikipedia Enzyklopädie

http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophenschutz

http://de.wikipedia.org/wiki/Sirenensignale_in_Deutschland_und_%C3%96sterreich#Feuerwehrsignale

  • Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken
  • InfoIntern Nr. 50/2006
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
  • Broschüre - „Für den Notfall vorgesorgt“, Selbstschutzinformationen
  • Ständige Konferenz für Katastrophenvorsorge und Katastrophenschutz
  • Wörterbuch für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
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