Die Feuerwehr-Aktionswoche 2005 steht in diesem Jahr unter dem Motto

„Doppelt im Einsatz – beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr“

 

Als weiteren Leitspruch haben wir uns aus der Image-Kampagne des LFV-Bayern den folgenden Satz entliehen:

"Nur weil unsere Arbeitgeber Verständnis für unser Ehrenamt haben...
... können wir schnell und effizient Hilfe leisten!"

Trefflich ist dabei ausgedrückt, dass der Arbeitgeber die enorm wichtige Komponente ist, ohne die ein freiwilliges Engagement in der Feuerwehr zugunsten der Gesamtbevölkerung nahezu unmöglich ist. Trotz der Tatsache, dass das BayFwG eine Freistellung der Feuerwehrdienstleistenden für die Einsätze und die Ausbildung vorsieht, ist eine gedeihliche Zusammenarbeit sehr wichtig.

Die bayerischen Feuerwehren und federführend der LFV Bayern möchten die Feuerwehraktionswoche 2005 zum Anlass nehmen für diese nutzbringende Zusammenarbeit zu werben und draußen vor Ort praxisnah und effizient diesen Schulterschluss zu demonstrieren. Wir, die bayerischen Feuerwehren, bieten ein maximales Engagement in Job und Ehrenamt. Wir stehen für Teamgeist, Eigeninitiative und hohes Verantwortungsbewusstsein.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft trägt das Motto mit dem Untertitel in beispielhafter Weise mit und wird sich in vorbildlicher Weise in diese Feuerwehraktionswoche 2005 mit einbringen. Auch unser Hauptsponsor, die Versicherungskammer Bayern, beteiligt sich finanziell und fachlich an der Durchführung der Feuerwehraktionswoche 2005.

Gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, welches ebenfalls unterstützend mitwirkt, werden wir mit allen unseren Partner dafür Sorge tragen, dass die gemeinsame Botschaft „Doppelt im Einsatz – beim Arbeitgeber und in der Feuerwehr“ eine erfolgreiche Aktion für beide Institutionen wird.

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Pressemitteilung des StMI vom 13.09.2005

Feuerwehr-Aktionswoche 2005
"Doppelt im Einsatz – beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr"

Unter dem Motto "Doppelt im Einsatz – beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr" veranstalten die bayerischen Feuerwehren in der Zeit vom 16. September bis 25. September 2005 ihre diesjährige Aktionswoche. Innenminister Dr. Günther Beckstein hat sie bereits offiziell im Rahmen der 12. Landesverbandsversammlung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern e.V. am 10. September 2005 in Poing eröffnet.

Die örtlichen Feuerwehren führen im Rahmen der Aktionswoche vielfältige Veranstaltungen rund um das Feuerwehrwesen durch. Das Programm umfasst Einsatz-, Lehr- und Schauübungen, Besichtigungen, Vorführungen, Ausbildungs- und Informationsveranstaltungen sowie Werbefahrten. Entsprechend dem Motto der diesjährigen Aktionswoche wollen die Feuerwehren vor allem auf die Doppelbelastung der freiwillig tätigen Feuerwehrleute durch Beruf und Ausübung der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Feuerwehr aufmerksam machen. Dabei appellieren sie auch an die Arbeitgeber, Verständnis für die Erfüllung dieser wichtigen ehrenamtlichen Tätigkeit zum Wohl der Allgemeinheit aufzubringen und der gesetzlichen Verpflichtung, für den Dienst in der Feuerwehr freizustellen ohne Nachteile für den Feuerwehrdienstleistenden, nachzukommen. Gleichzeitig stellen sie heraus, dass der Arbeitgeber hier einen wichtigen Beitrag leistet, ohne den ein freiwilliges Engagement in der Feuerwehr zugunsten der Gesamtbevölkerung nahezu unmöglich wäre.

Die örtlichen Feuerwehren geben die einzelnen Veranstaltungen in der regionalen Presse rechtzeitig bekannt. Berichterstatter und Bildberichterstatter sind dazu herzlich eingeladen.

Quelle: Pressemitteilung StMI 13.09.2005

Pressemitteilung des LFV Bayern vom 10.09.2005

Feuerwehr-Aktionswoche 2005 vom 16.09. bis 25.09.2005 „Doppelt im Einsatz – Beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr“

Ziel der Feuerwehr-Aktionswoche  ist es, dem Bürger und vor allem auch dem Arbeitgeber bewusst zu machen, dass die Freiwilligen Feuerwehren in Bayern

  • mehr als 325.000 aktive Mitglieder, davon 19.000 Frauen,
  • Bayernweit an 7.778 Standorten präsent sind
  • rund 180.000 bis 200.000 Einsätze im Jahr leisten und
  • mehr als 52.000 Jugendlichen sinnvolle Freizeitgestaltung bieten.

Dass unsere Feuerwehrkameraden Verantwortung übernehmen für sich selbst, am Arbeits-platz und in der Gesellschaft, ist eine wichtige Komponente, die es gilt, den Mitbürgern und den Arbeitgebern bewusst zu verdeutlichen, ihnen aber auch für ihr Entgegenkommen zu danken und ihnen zu versichern dass man sich immer und jederzeit auf aktive Feuerwehrkameraden verlassen kann.

Als weiteren Leitspruch haben wir uns für die diesjährige Feuerwehr-Aktionswoche aus der Imagekampagne des Landesfeuerwehrverbandes Bayern den folgenden Satz entliehen:

„nur weil unsere Arbeitgeber Verständnis für unser Ehrenamt haben ………

……… können wir schnell und effizient Hilfe leisten !“

Trefflich ist dabei, dass der Arbeitgeber die enorm wichtige Komponente ist, ohne die ein freiwilliges Engagement in der Feuerwehr zugunsten der Gesamtbevölkerung nahezu unmöglich ist. Trotz der Tatsache, dass das Bayer. Feuerwehrgesetz eine Freistellung der Feuerwehrdienstleistenden für die Einsätze und die Ausbildung vorsieht, ist eine gedeihliche Zusammenarbeit sehr wichtig.

Die bayerischen Feuerwehren, und federführend der Landesfeuerwehrverband Bayern, möchten die Feuerwehr-Aktionswoche 2005 zum Anlass nehmen, für diese nutzbringende Zusammenarbeit zu werben und draußen vor Ort praxisnah und effizient diesen Schulter-schluss zu demonstrieren. Wir, die bayerischen Feuerwehren, bieten ein maximales Engagement im Job und Ehrenamt. Wir stehen für Teamgeist, Eigeninitiative und hohes Verantwortungsbewusstsein.

Dabei haben die Katastropheneinsätze Ende August wieder klar aufgezeigt, wie wichtig es ist, dass wir eine so hohe Zahl an ehrenamtlichen, gut ausgebildeten und motivierten Kräften zur Verfügung haben.

Insgesamt wurde in über 18 Landkreisen und Städten Katastrophenalarm ausgelöst.

Zusätzlich waren wegen dem Hochwasser in weiteren 12 Städten und Landkreisen in Bayern Feuerwehren stundenlang im Einsatz um überflutete Keller auszupumpen.

Dabei wurden von über 28.000 Einsatzkräften über 400.000 Einsatzstunden geleistet.

Welche Organisation könnte in so kurzer Zeit:

  • so viele Einsatzkräfte
  • so lange
  • so motiviert
  • so qualifiziert und ausgebildet
  • freiwillig und ehrenamtlich stellen.

Es gibt keine Organisation die dies umsetzen kann, außer unsere Bayerischen Feuerwehren.

Darauf sind wir stolz.

Bei diesen Katastropheneinsätzen hat man die Notwendigkeit unseres flächendeckenden Feuerwehrsystems in Bayern wieder klar feststellen können.

Nur so ist es uns möglich, über Tage hinweg an den Einsatzstellen Hilfe zu leisten, weil wir durch die hohe Anzahl der Feuerwehren auch die entsprechende Reserve und Resoursen von Einsatzkräften haben.

Die Feuerwehren stellen Bayernweit mit rund 325.000 Einsatzkräften das größte Helferkontingent im Katastrophenschutz. Sie leisten mit Abstand die meisten Einsätze im Bereich der Technischen Gefahrenabwehr und der Brandbekämpfung. Sie haben die meisten Führungskräfte mit Spezialwissen in den Bereichen Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung und ABC-Schutz.

Die Bürger und Bürgerinnen unseres Staates und unserer Landkreise und Gemeinden können sich auf ihre Feuerwehr verlassen.

Verlassen aber nur dann, wenn die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die bei der Feuerwehr ehrenamtlich tätigen sind für diesen Einsatzdienst freistellen.

Denn auch Sie könnten einmal die Feuerwehr brauchen.

Allein jedes Jahr werden Bayernweit rund 180.000 bis 200.000 Einsätze durch die Feuerwehr getätigt. Dies bedeutet Bayernweit täglich über 500 Einsätze und heißt wiederum, dass alle 2,5 bis 3 min. eine Feuerwehr für Hilfeleistungen jeglicher Art unterwegs ist.

Was aber dabei noch bedeutender ist, ist die Tatsache, dass zum einen bei techn. Hilfeleistungen im letzten Jahr über 7.763 Personen und bei Bränden über 1.054 Personen gerettet wurden.

Diese Zahlen sprechen auch in Zukunft für die Notwendigkeit unseres derzeitigen flächendeckenden Hilfeleistungssystems.

„Doppelt im Einsatz – Beim Arbeitgeber und in der Feuerwehr“

Quelle: Pressemitteilung LFV Bayern e.V. 13.09.2005

Offensive "Partner der Feuerwehr"

Offensive zur Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren im Einsatzdienst

Ausschnitte aus betrieblichen Einstellungsgesprächen:

  • "Wenn der Bewerber erzählt, er sei bei der Feuerwehr, dann weiß ich mit Sicherheit, ich bekomme einen Mitarbeiter mit ausgeprägtem Teamgeist."
  • "Die Einstellung eines Feuerwehrmannes kommt überhaupt nicht infrage, der fehlt ja andauernd das kann ich mir nicht leisten."
  • "Menschen, die ein Ehrenamt ausüben, sind sozialkompetent, das ist eine wesentliche Qualifikation, die ich bei meinen Mitarbeitern brauche."
  • "Wer bei mir einen Arbeitsvertrag unterschreibt, muss sich verpflichten keiner Feuerwehr anzugehören oder beizutreten."
  • "Wegen dem Geringsten laufen die zu Einsätzen, z.B. zur Beseitigen einer Ölspur das kann ich nicht mitfinanzieren."
  • "So Leute müssen dauernd auf Lehrgänge, was habe ich davon?"

So oder so ähnlich lauten die Meinungen bei Arbeitgebern. Eigene Standpunkte haben sich dabei über mehrere Jahre entwickelt. Kaum jemand ist bereit, seine Meinung neu zu überdenken. Es gehört deshalb zu den Zielen des LFV Bayern e.V. mit den Arbeitgebern einen partnerschaftlichen Dialog zu führen und notwendige Informationen zu einer evtl. Neubewertung des Ehrenamtes zu leisten.

Mit der Verleihung der Auszeichnung "Partner der Feuerwehr" sollen künftig die Arbeitgeber ausgezeichnet werden, die das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute selbst unter Inkaufnahme wirtschaftlicher Nachteile unterstützen.

"Ohne uns wird's brenzlig" so lautete das Motto des Deutschen Feuerwehrtages 2000. Das Motto ist mit der gleicher Dringlichkeit auf den Wechselbezug "Feuerwehr" mit den "Arbeitgebern" übertragbar.

Ohne ...
den zustimmenden Arbeitgeber zum Feuerwehrengagement der Mitarbeiter(in) wird es brenzlig für den Arbeitnehmer in einer Zeit mit steigendem Arbeitsplatzrisiko. Das "Hemd" der eigenen Existenz ist selbstverständlich näher als der "Feuerwehrdienstrock". Das gilt im übertragenen Sinn ebenso für den Unternehmer.

Ohne ...
das Verständnis der Kunden, der Auftraggeber, wird es brenzlig für den Arbeitgeber, wenn er wegen eines Feuerwehreinsatzes fest zugesagte Kundenarbeiten nicht erfüllen kann.

Ohne ...
die um ihren Arbeitsplatz bangenden Arbeitnehmer / Feuerwehrangehörigen wird es brenzlig bei der Freiwilligen Feuerwehr. Im Ernstfall wird es dann u.U. schwierig, die Einsatzfahrzeuge sachgerecht zu besetzen.

Ohne ...
die wegen unabkömmlicher Arbeitnehmer nicht mehr einsatzfähige Feuerwehr wird es brenzlig für Kunden und Arbeitgeber

Der Kreis schließt sich. Das ist kein utopisches Horrorszenario sondern bestätigt sich täglich Ziel dieser Aktion ist es deshalb - zum allseitigen Nutzen unseres bürgerschaftlichen Zusammenlebens - die Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern der Feuerwehrangehörigen und den betreffenden Wehren zu fördern. Feuerwehrangehörige, und dazu gehören auch die Jugendfeuerwehrwarte, zu beschäftigen, darf nicht nur ein Kostenfaktor und/oder ein Organisationsproblem sein, sondern muss sich auch und sei es immateriell - als Unternehmenswert darstellen lassen.

Dass sich etwas auszahlen muss, war zu allen Zeiten üblich. Das ist nichts neues. Gewandelt haben sich lediglich die Werte, die etwas Wert sind, die zählen.

Zu den Aufgaben der Feuerwehr und ihres Trägers, d.h. der örtlichen Gemeinde gehört es deshalb auch, der Bevölkerung bewusst zu machen, dass dem Einsatz unserer Feuerwehrleute ein ebenso großes Engagement der Arbeitgeber - selbst unter Inkaufnahme wirtschaftlicher Nachteile - zur Seite steht.

Nur so wird auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten diese 'nachbarschaftliche', ehrenamtliche Hilfeleistungsleistung möglich gemacht. Ohne die professionelle und schnelle, weil ortsnahe, Einsatzbereitschaft ist aber das Schutz- und Hilfeziel für die örtliche Bevölkerung nicht zu gewährleisten.

Um dies hervorzuheben ist es unerlässlich, dass sowohl der Träger der örtlichen Feuerwehr als auch die Repräsentanten der Arbeitgeber- und Gewerbeverbände uneingeschränkt in die anstehenden Aktionen einbezogen werden.

Artikelserie des Bezirksfeuerwehrverbandes  Unterfranken zur Feuerwehraktionswoche 2005

Der Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken e.V. bietet zur Feuerwehr-Aktionswoche 2005, die in der Zeit vom 16. bis 25. September 2005 stattfindet, eine Artikelserie zum Aktionswochenmotto „Doppelt im Einsatz – beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr“ den Medien an.

In dieser Artikelserie wird die Bevölkerung, die Arbeitnehmer und -geber auf die Problematik bei der Freistellung vom Arbeitsplatz für den Feuerwehrdienst hingewiesen und sensibilisiert.

Leitartikel zur Feuerwehr-Aktionswoche 2005

Unterfranken. „Vielen Bürgern ist nicht bekannt, dass die meisten Feuerwehrleute ihren Feuerwehrdienst ehrenamtlich leisten und einem normalen Beruf nachgehen. Freiwillige Feuerwehrleute sind schlichtweg >Doppelt im Einsatz – beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr<, erklärt Bezirksverbandsvorsitzender Branddirektor Franz-Josef Hench (Würzburg). Mit diesem Motto werben die bayerischen Feuerwehren bei ihrer diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche bis zum 25. September 2005 bei der Bevölkerung und insbesondere bei den privaten und öffentlichen Arbeitgebern und möchten auf die Problematik bei der Freistellung vom Arbeitsplatz für den Feuerwehrdienst aufmerksam zu machen.

„Feuerwehrleute sind engagierte und verantwortungsbewusste Menschen, sie sind zielstrebig und bewahren einen kühlen Kopf, auch in extremen Situationen“, erklärte Staatsminister Günther Beckstein im Rahmen der Eröffnung der landesweiten Feuerwehr-Aktionswoche am vergangenen Wochenende in Poing (Oberbayern). Beckstein stellt fest: „Das sind Eigenschaften, wie es sich nur jeder Arbeitgeber wünschen kann“.

Nicht bei allen Arbeitgebern herrscht Verständnis, wenn die Sirene oder der Meldeempfänger zum Einsatz rufen, um in Not geratene Menschen und Tiere, sowie Hab und Gut zu retten, zu löschen, zu bergen und zu schützen. Für die Ehrenamtlichen wird es immer schwieriger während der Arbeitszeit den Arbeitsplatz zu verlassen, was dazu führt, dass die Tagesalarmsicherheit vieler Orts heute schon nicht mehr gewährleistet ist und durch die Nachbarfeuerwehr abgedeckt werden muss.

„Bayernweit rücken unsere Feuerwehren jährlich zu 180 bis 200 Tausend Einsätzen aus, was bedeutet, dass täglich über 500 Feuerwehren unterwegs sind und das im Durchschnitt alle zweieinhalb bis drei Minuten in Bayern Feuerwehren zur Hilfe gerufen werden“, informiert Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl. Die Entwicklungen bei den Freistellungen machen den Landesverbandsvorsitzenden nachdenklich: „Wer honoriert die Arbeit die sich hinter den Zahlen verbergen und berücksichtigen Arbeitgeber überhaupt noch Ehrenamtliche bei der Einstellung und in der Karriereentwicklung?“

„Unsere Feuerwehrdienstleistenden geraten immer häufiger in ein Spannungsfeld zwischen Anforderung und Realität“, erklärt Bezirksverbandsvorsitzender Branddirektor Franz-Josef Hench. Der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Unterfranken und Leiter der Berufsfeuerwehr Würzburg gibt zu bedenken: „Der Großteil der Feuerwehrangehörgigen ist ehrenamtlich tätig – ohne den freiwilligen Einsatz wäre die zur Selbstverständlichkeit gewordene schnelle Hilfe nicht möglich und bezahlbar“.

Die beruflichen Belastungen des oder der Einzelnen wachsen, der zeitliche Freiraum zwischen Beruf, Familie und Feuerwehr wird immer enger, was sich in Zukunft auf die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren auswirken kann.

Im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche, die am Wochenende durch den Staatsminister des Innern, Dr. Günther Beckstein eröffnet wurde, ist Anlass für die Feuerwehren Unterfrankens in einer Artikelserie auf die Problematik bei der Freistellung vom Arbeitsplatz für den Feuerwehrdienst aufmerksam zu machen die wir Ihnen in den nächsten Tagen vorstellen möchten. Gleichzeit gilt aber auch der Dank an alle Arbeitgeber der rund 40.000 Feuerwehrfrauen und -männer in Unterfranken zu sagen, denn nur weil diese Verständnis für das Ehrenamt haben, können die über 1.000 Feuerwehren Unterfrankens schnelle und effektive Hilfe leisten.

Bei der diesjährigen landesweiten Feuerwehr-Aktionswoche werben die Feuerwehren um mehr Verständnis für die Freistellung vom Arbeitsplatz bei Arbeitgebern und Arbeitskollegen. Sie weisen auf ihr soziales Engagement, den Teamgeist, das hohe Verantwortungs- und Sicherheitsbewusstsein hin. Bild: LFV Bayern.

Probleme bei der Freistellung vom Arbeitsplatz

Unterfranken. „Feuerwehrdienst ist im Unterschied zu vielen anderen ehrenamtlichen Diensten nicht planbar, denn man weiß nie, wann der nächste Einsatz kommt, auch zu ungünstigen Momenten während der Arbeitszeit“, weiß der stellvertr. Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Unterfranken Gerhard Kümmel (Rechtenbach) aus dem täglichen Leben zu berichten. Durch immer größeren Erfolgsdruck im Beruf gepaart mit der Angst um den Arbeitsplatz gibt es bei den Feuerwehrdienstleistenden immer häufiger Probleme bei der Freistellung zu Feuerwehreinsätzen oder Ausbildungsveranstaltungen, obwohl dies gesetzlich geregelt ist.

„Uns ist klar, dass ein Busfahrer im Linienverkehr der eine Schulklasse fährt oder wenn überaus wichtige Unternehmensbelange auf dem Spiel stehen, der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau seinen/ihren Arbeitsplatz nicht verlassen kann“, zeigte Bezirksverbandsvorsitzender Franz-Josef Hench Verständnis für die Unternehmer. Die Produktionsabläufe sind immer rationeller gestaltet, sodass der Ausfall eines Mitarbeiters in vielen Betrieben nicht mehr kompensiert werden kann, ohne dass der Produktionsprozess unterbrochen wird. „Wegen meiner Stellung als Projektleiter für Roboter-Automationsanlagen ist es mir leider nicht immer möglich zu einem Einsatz auszurücken, da ich oft mit unseren Kunden in Verhandlungen stehe und diese nicht einfach auf dem Hof stehen lassen kann“, sind sich die Feuerwehrwehrleute der Verantwortung gegenüber ihres Arbeitgebers bewusst, wie der Gruppenführer der Feuerwehr Elsenfeld Peter Petana berichtet.

Dennoch appelliert Branddirektor Hench an die Firmenchefs und Kolleginnen und Kollegen von Feuerwehrdienstleistenden mehr Verständnis aufzubringen, wenn es darum geht, dass ein Mitarbeiter oder Arbeitskollege zum Einsatz weg muss, um beispielsweise bei einem Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen oder einem Wohnhausbrand zu helfen. „Man sollte sich bewusst sein, dass man auch selbst einmal auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sein kann und man diese dann wenige Minuten nach Alarmmeldung vor der Haustüre erwartet“, macht Branddirektor Hench deutlich, dass dies nur funktioniert, wenn Feuerwehrleute auch während der Arbeitszeit ausrücken dürfen.

Zur Gesetzeslage: Im Bayerischen Feuerwehrgesetz, Artikel 9, Absatz 1 steht geschrieben: „Während des Feuerwehrdienstes, insbesondere während der Teilnahme an Einsätzen und Ausbildungsveranstaltungen, Sicherheitswachen und am Bereitschaftsdienst und für einen angemessenen Zeitraum danach sind Feuerwehrleute nicht zur Arbeitsleistung verpflichtet“. Im Gesetzestext heißt es unter anderem: „Arbeitnehmern dürfen aus dem Feuerwehrdienst keine Nachteile im Arbeitsverhältnisentstehen“. Die Praxis sieht leider oft anders aus, wie Kreisbrandrat Gerhard Kümmel weiß. Feuerwehrdienstleistende müssen wegen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten immer häufiger Nachteile hinnehmen, obwohl sie Engagement, Ausbildungswillen, Erste-Hilfe-Kenntnisse und ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein mit in das Arbeitsverhältnis bringen. Nicht selten bringen sie Urlaub beim Besuch von Lehrgängen ein, um Freistellungen zu vermeiden.

Gerade öffentliche und staatliche Einrichtungen sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Beispielsweise eignen sich Bauhofmitarbeiter einer Gemeinde optimal um die Tagesalarmsicherheit der Wehren zu stärken. Bei Einstellungen im öffentlichen Dienst sollte der Dienst in der Feuerwehr positiv gewertet werden, bzw. bei gleicher Qualifikation von Bewerbern Feuerwehrangehörige bevorzugt werden.

Für Feuerwehrleute wird es immer schwieriger ihren Arbeitsplatz für den Feuerwehrwehrdienst zu verlassen.

Es geht auch anders - gegenüber der Feuerwehr aufgeschlossene Arbeitgeber

Unterfranken. „Es gibt viele aufgeschlossene Firmen und Unternehmen, wenn es um die Freistellung für den Feuerwehrdienst geht. Es gibt sogar Handwerksbetriebe, die Schließen wahrlich ihre Werkstatt zu, wenn ein Einsatz ansteht“, zeigt sich der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Branddirektor Franz-Josef Hench im Namen aller Feuerwehren Unterfrankens dankbar für das Verständnis. Nur weil Arbeitgeber Verständnis für das Ehrenamt haben, können Feuerwehren schnell und effizient Hilfe leisten.

Aufgeschlossen für die Belange der Feuerwehr ist auch Bosch Rexroth (Lohr) und begrüßt es, wenn sich Mitarbeiter des Unternehmens in ihrer Freizeit für das Allgemeinwohl engagieren und sich freiwillig bei Hilfsorganisationen ausbilden lassen, um im Ernstfall anderen Menschen zu helfen.

„Freiwillige Feuerwehrleute sind aus unserem Unternehmen nicht wegzudenken. Viele unserer Mitarbeiter, die ehrenamtlich bei Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen tätig sind, engagieren sich nebenberuflich und zusätzlich zur normalen Arbeitszeit in der Bosch-Rexroth-Werkfeuerwehr und leisten somit einen erheblichen Beitrag zur Sicherstellung des Brandschutzes im Unternehmen“, erklärt der Leiter Unternehmensschutz und -sicherheit Wolfgang Popp. Weitere Vorteile sieht der Vertreter der Bosch Rexroth Group: „Gut ausgebildete freiwillige Feuerwehrleute gehen mit offeneren Augen durch den Betrieb. Häufig werden Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit im Unternehmen durch Mitarbeiter gemeldet, die sich in der Freizeit ehrenamtlich für die Sicherheit der Allgemeinheit engagieren“.

Beim ehrenamtlichen Feuerwehrdienst ist die Verzahnung zwischen freiwilligem Engagement und Unternehmen groß. Auf der einen Seite profitiert das Unternehmen von engagierten Feuerwehrmitgliedern. Die Mitarbeiter erwerben bei den Feuerwehren zum Teil Befähigungen wie „Erste Hilfe“ oder den richtigen Umgang mit Feuerlöschern, die ansonsten aufwändig und kostenintensiv im Unternehmen erworben werden müssten.

„Auf der anderen Seite stellen wir unsere Mitarbeiter für ihre Tätigkeit in den Freiwilligen Feuerwehren im Bedarfsfall unkompliziert frei, beispielsweise für Einsätze oder Lehrgänge. Somit tragen wir dazu bei, dass die Tagesalarmsicherheit in der Region gewährleistet werden kann. Wir sind uns unserer Verantwortung für die Regionen bewusst und werden auch weiterhin das Engagement der Mitarbeiter bei den freiwilligen Feuerwehren unterstützen“, erklärt Wolfgang Popp weiter.

Als vorbildliches Unternehmen gilt auch die Firma Reis Robotics aus Obernburg: „Zu Einsätzen werden Mitarbeiter ohne Vorbehalt freigestellt“, erklärt Betriebsleiter und Prokurist Werner Bernhard. „Auch zu Übungen bekommen Mitarbeiter weitgehend frei, was bei rechtzeitiger Information noch nie abgelehnt werden musste“, erklärt der Unternehmensvertreter. Die Geschäftsführung des Unternehmens wertet die freiwillige und aktive Mitarbeit in einer Hilfsorganisation als ein positives Charaktermerkmal, weil deren Mitglieder in der Regel verantwortungsbewusster sind und sich durch ihre soziale Kompetenz auszeichnen. „Bereits bei Einstellungsgesprächen für Auszubildende fragen wir nach einer Tätigkeit in einer Hilfsorganisation“, erklärt Werner Bernhard, was eventuell zu einem Bonuspunkt verhelfen kann. Bestätigen kann die Aufgeschlossenheit seines Arbeitgeber Peter Petana, Gruppenführer bei der Freiw. Feuerwehr Elsenfeld: „In den letzten zehn Jahren hat es aufgrund von Feuerwehreinsätzen oder wegen meines verspäteten Erscheinens nach Nachteinsätzen noch nie Probleme gegeben“.

„Handwerksbetriebe haben es mit am schwersten, denn durch die geringe Anzahl der Beschäftigten macht sich eine Freistellung für einen Einsatz besonders bemerkbar“, erklärt Tasso Ehemann, Inhaber einer Autoreparaturwerkstatt in Aschaffenburg. Der 38-jährige Feuerwehrmann des Löschzuges 2 in Aschaffenburg-Stadtmitte möchte in einer Notlage auch auf die Hilfe anderer zählen: „Im Einsatzfalle bleibt die Arbeit stehen und wird später erledigt“. Im Alarmfall hält seine Frau Yvonne die Stellung. Bisher machte der seit 22 Jahren in der Feuerwehr engagierte Firmenchef gegenüber der Stadt keinen Lohnausfall geltend und beschäftigt ein Mitglied einer anderen Hilfsorganisation, das er unkompliziert freistellt.

Wenn der Funkmeldeempfänger oder die Sirene ertönen, lassen Feuerwehrleute alles stehen und liegen, egal ob Bäcker, Metzger, Sekretärin, Automechaniker oder Computertechniker und eilen zum Feuerwehrgerätehaus – Dank verständnisvoller Arbeitgeber ist dies möglich.

Lösungen

Unterfranken. "Eine Gesetzesänderung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, die Stärkung des Ehrenamtes und die Untersuchung der Mitgliederentwicklung in den Feuerwehren sind erste Schritte um die Auswirkungen des zu geringen Wachstums in der Bevölkerung mit seinen Auswirkungen auf dieFeuerwehren ausgleichen zu können", nennt Bezirksverbandsvorsitzender Franz-Josef Hench, wie die künftigen Probleme des Mitgliederschwunds in der Feuerwehr begegnet werden kann.

Derzeit wird das Bayerische Feuerwehrgesetz überarbeitet. Nach der Novellierung soll es möglich sein, dass Feuerwehrmänner und -frauen in einer "Doppelmitgliedschaft" bei zwei Feuerwehren tätig sein können. Durch die Veränderungen am Arbeitsmarkt arbeiten viele Floriansjünger nicht mehr in der eigenen Gemeinde und stehen so für den Einsatzdienst tagsüber nicht zur Verfügung. Dies macht heute schon vielen Feuerwehren Probleme, weil die Alarmsicherheit während der regulären Arbeitszeit nicht mehr gewährleistet ist. In einigen Städten und Gemeinden ist diese „Doppelmitgliedschaft“ heute schon gängige Praxis, so auch bei Roland Huber. Der 26-jährige wohnt in Elsenfeld und ist bei der dortigen Feuerwehr. Bedingt durch sein Studium an der FH Aschaffenburg und seinen jetzigen Arbeitsplatz wohnt der Softwareentwickler Roland Huber unter der Woche bei seiner Freundin in Obernau und rückt in dieser Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Aschaffenburg mit aus. „Wir können durch eine solche Regelung auf eine voll ausgebildete Einsatzkraft unter anderem mit Gruppenführer-, Atemschutz-, Jugendwart und Maschinistenqualifikation zurückgreifen“, nennt Stadtbrandinspektor Walter Fleckenstein die Vorteile der künftigen Gesetzesregelung.

„Durch eine geänderte Freizeit- und Konsumgesellschaft wird es immer schwerer Personen für die Feuerwehr zu begeistern“, erklärt stellvertr. Verbandsvorsitzender Karlheinz Brunner (Miltenberg). Aus diesem Grund fordern auch viele Verantwortliche in den Feuerwehren Anreize für den Feuerwehrdienst zu schaffen und den Feuerwehrleuten einen kleinen Ausgleich für die zahlreichen ehrenamtlichen Stunden für den Dienst am Nächsten zu geben. Beispielsweise gewähren vielerorts Städte- und Gemeinden Vergünstigungen bei Eintritten in Schwimmbäder, Museen oder bei der Erhebung von Verwaltungsgebühren. Auch private Unternehmen erkennen das Engagement der Einsatzkräfte an und räumen ihnen Rabatte ein. „Mit einer verstärken Anerkennung des Ehrenamtes müssen die Leute in den Wehren motiviert und Neue geworben werden, sonst könnte in ein paar Jahren die gewohnte schnelle Hilfe nicht mehr gewährleistet werden“, regt der Kreisbrandrat des Lkr. Miltenberg auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung der Bevölkerung zum Nachdenken an. Wie wichtig unter Berücksichtigung der geburtenschwachen Jahrgänge der Erhalt der Ortsteilfeuerwehren und das „Halten“ jedes einzelnen Mitgliedes ist, haben die Unwetter- und Überschwemmungseinsätze in Süddeutschland im August gezeigt.

Die Mitgliederentwicklungen der Feuerwehren werden vom Bezirksfeuerwehrverband und dem Landesfeuerwehrverband analysiert. Hierbei soll in einer wissenschaftlichen Arbeit an der Universität Würzburg untersucht werden, wie sich die demografische Entwicklung der Bevölkerung auf den Feuerwehrdienst auswirken wird.

Nach der Änderung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes soll es für Feuerwehrleute möglich sein, in der Feuerwehr ihrer Heimatgemeinde und beispielsweise am Ort ihres Arbeitsplatzes Feuerwehrdienst zu leisten und somit die Einsatzstärke der Wehren tagsüber zu erhöhen.

Frauen in der Feuerwehr

Unterfranken. “Mehr Frauen in die Feuerwehr - eine wichtige Zukunftsperspektive für die Feuerwehren“ erklärt Bezirksverbandsvorsitzender Franz-Josef Hench. Von den rund 38.858 Einsatzkräften bei den Freiw. Feuerwehren Unterfrankens sind bereits heute 2.829 Frauen, einen Frauenanteil von sieben Prozent.

Das Motto „Doppelt im Einsatz, beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr“ ist für viele Frauen langjährige Praxis. Für Frauen, die neben der Familie noch berufstätig sind, ist Organisation kein Fremdwort. “Wir Frauen können gut organisieren, was auch bei der Feuerwehr im Einsatz und bei der Ausbildung sehr wichtig ist” erklärt Fachreferatsleiterin Karin Maier (Winzenhol) vom Fachreferat Frauenarbeit des Kreisfeuerwehrverbandes Aschaffenburg. Ein gutes Beispiel, wie Frauen mit Mehrfachbelastungen umgehen können, ist auch Petra Zang vom Löschzug 3 in Aschaffenburg-Damm. Sie ist verheiratet, berufstätig und Mutter von vier Kindern. „Seit über zehn Jahren ist sie dabei und absolvierte neben der Grundausbildung den Lehrgang zur Atemschutzgeräteträgerin“, sagt Stadtbrandinspektor Walter Fleckenstein. 

Feuerwehrfrauen und -männer arbeiten kollegial zusammen und nutzen ihre jeweiligen Fähigkeiten für einen effektiven Einsatz. Während Männer in der Regel mehr technische Vorkenntnisse mitbringen und körperlich stärker sind, liegen die Stärken der Frauen im betreuenden und pädagogischen Bereich. Gerade bei der Betreuung von verletzten Personen beweisen Frauen ein hohes Maß an Gespür und Einfühlungsvermögen. „Die Arbeit von Frauen in der Feuerwehr hat den gleichen Stellenwert wie die der Männer“, sagt Tina Kroll, Feuerwehrfrau aus dem Landkreis Aschaffenburg. Sie findet es schade, dass nicht mehr Frauen in der Feuerwehr Dienst leisten. Es ist gerade für technisch interessierte Frauen, die helfen wollen, ein sehr interessantes Betätigungsfeld.

„Frauen dürfen aber nicht nur notgedrungen als Aushilfen bei Personalengpässen angesehen werden, sie müssen als vollwertiges Mitglied bei der Feuerwehr mit ihren speziellen Fähigkeiten und Stärken arbeiten können“, rät Fachbereichsleiterin Karin Maier.

So wie Petra Zang vom Löschzug 3 – Aschaffenburg Damm leisten bereits rund 3.000 Frauen in den Feuerwehren Unterfrankens ihren Dienst und arbeiten im Team mit ihren männlichen Kameraden „Hand in Hand“ um in Not geratenen Menschen zu helfen.

Jugendarbeit - ein Garant für den Fortbestand der Feuerwehren

Unterfranken. Nachdem es für die Feuerwehren immer schwieriger wird, Erwachsene für den Feuerwehrdienst zu begeistern, setzen die rund 1000 Feuerwehren Unterfrankens auf eine weiterhin gute, ausgewogene und erfolgreiche Jugendarbeit, denn mit Spiel, Spaß und einer Ausbildung fürs Leben wird in den 643 Jugendgruppen der Feuerwehren für Kinder- und Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren einiges geboten.

„Wir bieten Technik zum Anfassen“, wirbt der Bezirksjugendwart Winfried Weidner (Waldbrunn) für die Arbeit der der Feuerwehren der zwölf Städte und Landkreise in Unterfranken. Großer Bestandteil der Gruppenstunden in der Jugendfeuerwehr ist die Grundausbildung an Technik und Gerät, bei der der  Feuerwehranwärter eine Menge über den Brandschutz und über die Möglichkeit, in Not geratenen Menschen und Tieren zu helfen, erfährt. „Bei der Feuerwehr lernt man fürs Leben“, ist sich der langjährige Jugendwart und jetzige Fachbereichsleiter „Öffentlichkeitsarbeit“ im Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken Jochen Kümmel (Rechtenbach) sicher, denn „in der Jugendfeuerwehr Erlerntes wie beispielsweise die Kenntnisse über Erste Hilfe und technisches Know-how können ein Leben lang nützlich sein“.

Jugendarbeit in der Feuerwehr bietet aber viel mehr. Auch die allgemeine Jugendarbeit nimmt einen hohen Stellenwert ein. Bei Gruppenabenden geht man beispielsweise schwimmen, kegeln, klettern, Eis- / Pizzaessen oder auch mal ins Kino – in der Regel das, was die Jugendlichen der Gruppe vorschlagen. Auch Spiele- und Bastelaktionen, Rad- und Wandertouren, Ausflüge, Besichtigungen oder ein Zeltlager gehören zu den Aktivitäten einer Jugendgruppe und bieten eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Großer Beliebtheit erfreuen sich bei den Jugendlichen auch Wettbewerbe, Wettkämpfe und Jugendwandertage, bei denen es gilt, um Zeit und Punkte zu kämpfen und sich mit anderen Jugendgruppen zu messen.

Jugendfeuerwehr bedeutet für die über 8.000 Jugendlichen, darunter 1.800 Mädchen in den Jugendfeuerwehren Unterfrankens Kameradschaft, Gemeinschaft und Teamgeist bei denen die Jugendlichen spielerisch und mit Freude helfen lernen, um helfen zu können.

Den Stellenwert der Nachwuchsarbeit bei den Feuerwehren sieht man darin, dass es in jeder Feuerwehr mit einer Jugendgruppe einen Jugendwart gibt, der sich um die Kinder und Jugendlichen kümmert. Das gesetzliche Eintrittsalter in die Jugendfeuerwehr liegt bei zwölf Jahren. „Einige Feuerwehrvereine bieten sogar schon Gruppen unter zwölf Jahren an, bei denen die spielerische Brandschutzerziehung im Vordergrund steht, bevor es mit zwölf zu den „Großen“ geht“, sagt Bezirksjugendwart Winfried Weidner.

Informationen zur Jugendarbeit und über die Ansprechpartner gibt es bei der örtlichen Feuerwehr oder beim Fachreferat „Öffentlichkeitsarbeit“ des Bezirksfeuerwehrverbandes Unterfranken unter Telefon: 09352 / 807053 oder info@bfv-ufr.de .

Mit einer bunten Mischung aus Technik zum Anfassen und einer guten allgemeinen Jugendarbeit begeistern die Jugendfeuerwehren Unterfrankens bereits heute über 8.000 Jugendliche in 643 Gruppen und sind damit der Garant für den Fortbestand der Freiw. Feuerwehren.

Fragen an Staatsminister des Innern Dr. Günther Beckstein

Zum Motto der Feuerwehr-Aktionswoche „Doppel im Einsatz – beim Arbeitgeber und bei der Feuerwehr“ hat der BFV Unterfranken dem Staatsminister des Innern, Dr. Günther Beckstein einige Fragen gestellt. Im Nachgang zu unserer Artikelserie geben wir Ihnen die Antworten des Ministers weiter. Frage:  Wie sieht der Bayerische Innenminister derzeit die Gesamtsituation der Feuerwehren bei der Freistellung vom Arbeitsplatz in Bayern?

Antwort: Insgesamt beurteile ich die Situation in Bayern durchaus positiv. Gerade angesichts der gegenwärtig angespannten wirtschaftlichen Lage kann es zwar in Einzelfällen durchaus zu Schwierigkeiten kommen. Die große Mehrheit der Arbeitgeber in Bayern ist sich aber ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in Sachen Brand- und Katastrophenschutz sehr wohl bewusst und stellt ihre Mitarbeiter ohne persönliche Nachteile für den Feuerwehrdienst frei. Den vielen engagierten Arbeitgebern im Lande gilt daher mein herzlicher Dank; ich weiß natürlich, welch großes Opfer ihnen angesichts der freistellungsbedingten Störungen im Betriebsablauf teilweise abverlangt wird.


Frage: Gibt es Erhebungen, wie die Personalverfügbarkeit bei den Feuerwehren während der üblichen Arbeitszeit, sog. Tagesalarmierbarkeit - in Bayern ist?

Antwort: Landesweite Erhebungen zur Gewährleistung der Tagesalarmierbarkeit existieren nicht. Die Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes und des technischen Hilfsdienstes ist Aufgabe der Gemeinden im eigenen Wirkungskreis. Jede Gemeinde ist deshalb dafür verantwortlich, dass genügend Feuerwehrdienstleistende einsatzbereit sind, und muss in eigener Regie prüfen, ob die Tagesalarmierbarkeit noch sichergestellt ist.

 
Fragen: Welche Möglichkeiten sieht die Politik, um in der Praxis Verbesserungen bei der Freistellung vom Arbeitsplatz zu erreichen oder die öffentlichen Arbeitgeber stärker dafür zu gewinnen, dass sie die Feuerwehrangehörigen freistellen? Welche Möglichkeiten hat die Politik, die ehrenamtliche Tätigkeit im Feuerwehrdienst als positives Element auf dem Arbeitsmarkt darzustellen, damit Firmen Feuerwehrleute gerne einstellen?

Antwort: Von politischer Seite ist es wichtig, der Öffentlichkeit die hervorragende Arbeit und den großartigen Einsatz der Feuerwehrangehörigen stets bewusst zu machen und an das Verständnis der Arbeitgeber für den Dienst in unseren Freiwilligen Feuerwehren zu appellieren. Wer mich kennt, weiß, dass ich hierzu jede Gelegenheit nutze, ob in Reden oder im persönlichen Gespräch mit Arbeitgebern und Arbeitgeberverbänden.

Insbesondere die öffentlichen Arbeitgeber müssen hier selbstverständlich mit gutem Beispiel vorangehen; denn wie sollen wir einem privaten Arbeitgeber, der im globalen Wettbewerb steht, erklären, dass er seine Mitarbeiter für den Feuerwehrdienst jederzeit freizustellen hat, wenn auf der anderen Seite öffentlich Bediensteten der Freistellungsanspruch nicht oder nur eingeschränkt gewährt wird. Für den staatlichen Bereich habe ich daher bereits im Jahr 2003 meine Kabinettskollegen gebeten, in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich dafür Sorge zu tragen, dass staatliche Behörden ihrer Vorbildfunktion insoweit auch nachkommen.

Der Sensibilisierung der Öffentlichkeit dient im Übrigen auch die jährlich vom Landesfeuerwehrverband durchgeführte Feuerwehr-Aktionswoche, die sich heuer speziell mit dem Thema „Arbeitgeber” befasst. Derartige Aktionen können auch dazu beitragen, die Feuerwehrdienstleistenden so darzustellen, wie sie sind: Engagiert, verantwortungsbewusst und mit kühlem Kopf auch in extremen Lagen. Das sind Eigenschaften, wie sie sich Arbeitgeber mit Sicherheit auch bei ihren Mitarbeitern wünschen. Wenn es uns gelingt, der Öffentlichkeit durch derartige Aktionen zu vermitteln, dass Feuerwehrdienstleistende aufgrund ihres Engagements, ihres Könnens und ihrer Erfahrung eine Bereicherung für jeden Betrieb darstellen, wird es etwaige Bedenken bei der Einstellung nicht gehen. Der Landesfeuerwehrverband kann sich hierbei jedenfalls meiner vollen Unterstützung sicher sein. Denn wie unverzichtbar unser auf Freiwilligkeit beruhendes Hilfeleistungssystem für den Schutz der Bevölkerung ist, hat sich gerade in den letzten Tagen bei der neuerlichen Hochwasserkatastrophe wieder eindrucksvoll gezeigt. Den wirtschaftlichen Schaden, den die bayerischen Feuerwehren durch ihre hervorragende Arbeit hierbei verhindert haben, sollte jeder Arbeitgeber in seine Überlegungen einbeziehen.


Frage: Hat eine Kommune die Möglichkeit, bei der Einstellung von Personal, z.B. für den Bauhof, den Dienst in der Feuerwehr vorzugeben oder zumindest bei gleicher Qualifikation einen Aktiven in der Freiwilligen Feuerwehr vorzuziehen?

Antwort: Dass die Kommunen bei Neueinstellungen den Dienst in der Feuerwehr verbindlich vorschreiben, halte ich nicht für zulässig. Gemäß Art. 33 des Grundgesetzes entscheidet über den Zugang zu einem öffentlichen Amt allein die Eignung, Befähigung und fachliche Leistung des Bewerbers. Ich hielte dies aber auch nicht für zielführend. Der ehrenamtliche Dienst in einer Freiwilligen Feuerwehr muss auch in Zukunft freiwillig bleiben. Etwaige Personalprobleme lassen sich nicht durch Menschen lösen, die aus rein beruflichen Gründen und ohne die erforderliche innere Überzeugung der Feuerwehr beitreten.

Die Bereitschaft, ehrenamtlichen Feuerwehrdienst zu leisten, sollte aus meiner Sicht aber bei im Übrigen gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung besonders gewürdigt werden. Das gilt selbstverständlich auch für Bewerberinnen und Bewerber, die sich ehrenamtlich in anderen Hilfsorganisationen oder sonstigen besonders sozialen Einrichtungen engagieren. Staatssekretär a. D. Regensburger hat bereits im. Jahr 2002 bei den Kommunalen Spitzenverbänden ein derartiges Vorgehen angeregt.

Frage: Sieht die Politik Möglichkeiten für Anreize wie Steuervergünstigungen oder Verbesserungen in der Altersversorgung für ehrenamtliches Engagement bei den Feuerwehren?

Antwort: Dies ist ein schwieriges Thema. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang insbesondere, dass derartige Regelungen für Feuerwehrleute im Hinblick auf den Gleichheitsgrundsatz auch berechtigte Forderungen einer Vielzahl weiterer Personengruppen nach sich ziehen würde, die ebenfalls ehrenamtlich tätig sind und unentgeltlich wichtige Dienste für die Allgemeinheit leisten. Die finanziellen Auswirkungen für die öffentlichen Haushalte wären insoweit kaum abschätzbar.

Es ist mir jedoch wichtig festzuhalten, dass die Feuerwehrangehörigen aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch keinen Nachteil in der Altersversorgung erleiden, da ein gesetzlicher Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts einschließlich aller Nebenleistungen besteht. Für die besonderen Führungsdienstgrade der Feuerwehren hat der Freistaat schon vor Jahren den damals bereits bundesweit höchsten Entschädigungsrahmen nochmals erheblich angehoben, um. auch den Selbstständigen unter ihnen eine angemessene private Altersvorsorge zu ermöglichen.

Lassen Sie mich aber auch Eines betonen: Ich glaube nicht, dass finanzielle Anreize letztlich Beweggründe für die Übernahme einer zeitintensiven und gefahrvollen ehrenamtlichen Tätigkeit sind. Ich bin vielmehr der Auffassung, dass freiwilliger und damit unentgeltlicher Feuerwehrdienst aus innerer Überzeugung geleistet wird. Umso höher ist dieses ehrenamtliche Engagement zu bewerten und zu würdigen.


Frage: Wie steht das Bayerische Staatsministerium des Innern zur Mitgliedschaft in mehreren Feuerwehren?

Antwort: Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hin zu einer immer mobileren Gesellschaft hat dazu geführt, dass für immer mehr Menschen Wohnung und Arbeitsstätte nicht mehr in derselben Gemeinde liegen. Auf diese Entwicklung müssen wir reagieren. Ich bin daher der Auffassung, dass die Möglichkeit geschaffen werden muss, auch in einer Gemeinde Feuerwehrdienst zu leisten, in der einer regelmäßigen Beschäftigung oder Ausbildung nachgegangen wird. Das umfasst auch die Möglichkeit von Doppelmitgliedschaften. Gerade tagsüber sind wir auf jeden Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau dringend angewiesen.


Frage: Welche Folgen hat die Doppelmitgliedschaft für die Personalstärken. und wie können die interkommunalen Probleme gelöst werden?

Antwort: Wie viele Feuerwehrangehörige künftig bereit sein werden, nicht nur in der Heimatgemeinde Feuerwehrdienst zu leisten, muss die Praxis zeigen. Interkommunale Probleme, die nicht unbürokratisch zwischen den jeweiligen Gemeinden geklärt werden könnten, sehe ich derzeit nicht. Klar ist, dass bei Doppelmitgliedschaften Ausbildungsveranstaltungen in jeder Feuerwehr wahrzunehmen sind, um das praktische Zusammenspiel der Einsatzkräfte im Ernstfall sicherzustellen.

Die Artikel wurden ab Samstag, dem 17.09.2005 mit jeweils einem Artikel täglich veröffentlicht. Die Artikel können mit Quellenangabe <Bezirksfeuerwehrverband Unterfranken e.V. Fachreferat 6 - "Öffentlichkeitsarbeit"> im Rahmen der Feuerwehraktionswoche oder sonstigen Aktionen von Feuerwehren, Stadt-, Kreis-, und Bezirksfeuerwehrverbänden verwendet werden.

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