Lassen Sie uns Leben retten – Bitte bilden Sie eine Rettungsgasse

So funktioniert die Rettungsgasse!
Nur durch eine Rettungsgasse ist die Durchfahrt für die Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen garantiert. Quelle: Thomas Gaulke - FIRE Foto
Alle 500 m steht ein Stationsschild - Angabe der Autobahn, des Abschnitts und der Station, Quelle: LFV Bayern e.V.

Bitte bilden Sie bei beginnender Staubildung, Schrittgeschwindigkeit und stillstehendem Verkehr immer eine Rettungsgasse und seien Sie anderen Verkehrsteilnehmern ein Vorbild. Der nachfolgende Verkehr wird durch Ihr richtiges Verhalten zum Mitmachen motiviert - erst wenn die Unfallstelle geräumt ist, geht es für alle weiter!

"Bitte bilden Sie eine Rettungsgasse" - so kann man es im Verkehrsfunk immer häufiger hören.

Feuerwehren, Rettungskräfte, die Polizei und andere Hilfsorganisationen beklagen oftmals, dass sie im Einsatz auf der Autobahn stark behindert werden. "Wertvolle Zeit, die für die Versorgung der Verletzten und die Räumung der Unfallstelle verloren geht", sagt Alfons Weinzierl, Vorsitzender des LFV Bayern. Als aktiver Feuerwehrdienstleistender hat er auch schon erlebt, dass eine Rettungsgasse nach der Durchfahrt der ersten Rettungskräfte sofort wieder geschlossen wird. Bei der Durchfahrt von Feuerwehr und Rettungskräften zählt jede Minute. Drei bis vier Minuten können bei der Durchfahrt einer bereits gebildeten Rettungsgasse gespart werden. Zeit, die über Leben und Tod entscheiden kann!

Zum richtigen Verhalten bei beginnender Staubildung und stockendem Verkehr besteht auf Seiten der Autofahrer Nachholbedarf. Das Bilden der Rettungsgasse ist in Paragraph 11 der Straßenverkehrsordnung geregelt.

 

Wie verhalten Sie sich richtig?

  • Die Rettungsgasse ist auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen bei beginnender Staubildung, Schrittgeschwindigkeit und stillstehendem Verkehr zu bilden.
  • Die Rettungsgasse muss immer gebildet werden! Nicht nur bei einem Unfall.

  • Die Rettungsgasse ist immer zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung zu bilden.
  • Der Seitenstreifen darf für die Bildung einer ausreichend großen Rettungsgasse mit benutzt werden.
  • Halten Sie eine Fahrzeuglänge Abstand zum Vordermann, um noch rangieren zu können.
  • Schalten Sie den Verkehrsfunk etc. ein und beachten Sie die Durchsagen und Hinweise!
  • Die Rettungsgasse muss, bis sich der Stau aufgelöst hat, frei bleiben, da nicht alle Hilfsfahrzeuge gleichzeitig durchfahren.
  • Die Durchfahrt in der Rettungsgasse durch „Anhängen an ein Fahrzeug mit Sonderrechten“ ist verboten und wird mit einem Bußgeld geahndet.

 

Richtiges Verhalten im Fall eines Unfalls oder bei einer Panne?

  • Warnweste anziehen (Pflicht seit 01.07.2014)
  • Unfallstelle oder Standplatz absichern
  • Immer Warnblinkanlage und bei Dunkelheit zusätzlich Standlicht einschalten!
  • Warndreieck aufstellen

    • 50 m innerorts
    • 100 m Bundesstraße
    • 200 m Autobahn
    • Hilfestellung: Abstand zwischen zwei Leitpfosten beträgt immer 50 m

  • Bringen Sie alle Beteiligten aus dem Gefahrenbereich. Halten Sie sich immer hinter der Leitplanke auf.
  • Laufen Sie hinter der Leitplanke, um das Warndreieck aufzustellen oder um zur nächsten Notrufsäule zu kommen.
  • Warten Sie auf den Abschleppwagen nicht im Auto!
  • Den kürzesten Weg zur nächsten Notrufsäule weist der schwarze Pfeil auf dem Leitpfosten am Straßenrand.
  • Bei einer Panne rufen Sie bitte die Nummer, die auf Ihrem Schutzbrief angegeben ist, die Ihres Automobilclubs beziehungsweise die Servicehotline des Fahrzeugherstellers an oder gehen Sie zur nächsten Notrufsäule.

  • Woher weiß ich auf der Autobahn, wo ich bin?

    • Alle 500 m steht ein sogenanntes Stationszeichen oder auch die blauen Kilometerschilder; auf der Notrufsäule sind diese Angaben auch zu finden.
    • Beim Anruf folgende Informationen bereithalten:
    • Welche Autobahn
    • Welche Fahrtrichtung
    • Welcher Kilometer

  • Entsprechend gilt dies auch für Bundes-, Staats- und Kreisstraßen.

 

Notrufnummer 112

  • Wird wegen eines Notfalls die Hilfe des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr benötigt, rufen Sie Hilfe per Telefon über die Notrufnummer 112 oder über die Notrufsäulen auf der Autobahn.

    • Wer meldet?
    • Wo ist das Ereignis?
    • Was ist geschehen?
    • Wie viele Betroffene?
    • Warten auf Rückfragen!

  • Über die Notrufnummer 112 erreichen Sie in ganz Europa die Feuerwehr und den Rettungsdienst.
  • Hinter der Notrufnummer 112 steht in Bayern eine Integrierte Leitstelle, sodass immer die nächstgelegene Feuerwehr oder der nächste Rettungsdienst alarmiert wird.
  • Erste Hilfe bei einem Personenschaden bzw. einer bewusstlosen Person!
  • Bewusstsein kontrollieren. Keine Reaktion? Keine oder keine normale Atmung?
  • Wenn noch nicht passiert, dann Hilfe über die Notrufnummer 112 verständigen.
  • Herz-Lungen-Wiederbelebung: 30x schnell und fest drücken, ggf. 2x beatmen

    • Nicht aufhören bis Hilfe eintrifft!

  • Atmet der Patient wieder, dann den Patienten in die stabile Seitenlage legen.
  • Bei Schock Beine hoch lagern, ggf. wärmen.
  • Blutungen stillen.

 

Rettungskarte verkürzt die Rettungszeit!

  • Die Rettungskarte gibt den Rettern direkt am Unfallort Informationen zum Fahrzeug, wie z. B. die Lage der Airbags, Batterie, Kraftstoff- oder auch Gastanks und der Karosserieverstärkung, um die eingeklemmten Personen schnell aus dem Fahrzeug retten zu können. Die Rettungszeit wird damit erheblich verkürzt und die Überlebenschancen steigen!
  • Informationen zur Rettungskarte können u.a. über den ADAC bezogen werden. Die Karte für das individuelle Fahrzeug sollte an der Fahrersonnenblende deponiert und ein Aufkleber mit dem Hinweis auf der Windschutzscheibe angebracht werden.
  • Mehr Informationen dazu finden Sie unter: http://www.adac.de/infotestrat/ratgeber-verkehr/sicher-unterwegs/rettungskarte/

 

Den Flyer "Verhalten bei Unfällen und Pannen - Grundregeln Rettungsgasse" stellen wir Ihnen hier gerne druckfähig zur Verfügung.