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Der Kreisfeuerwehrverband und die Feuerwehren des Landkreises Lindau (Bodensee)

Im Kreisfeuerwehrverband sind seit Gründung ausnahmslos alle Feuerwehren des Landkreises fundamentiert. In der  Sicherheitsarchitektur des Kreisgebietes sind feuerwehrseitig 27 freiwillige Feuerwehren, eine Werkfeuerwehr und zwei Betriebsfeuerwehren verankert. Im Landkreis Lindau (Bodensee), als kleinstem Landkreis in Schwaben findet man die gleichmöglichen Gefahrenlagen vor, wie in jedem anderen Landkreis Bayerns auch. Dies bestätigen die jährlich etwa 1.500 Feuerwehr-Alarmierungen, welche über die Feuerwehr Lindau (Bodensee) oder die Polizei-Inspektion Lindenberg i. Allgäu ausgelöst werden. 140 Brandmeldeanlagen im Landkreisgebiet wachen zudem über zahlreiche Sonderobjekte. Zwei Nachalarmierungsstellen sind derzeit noch für die funktechnische Einsatzbegleitung vorhanden. Ab Sommer 2009 sollen die Hilfsorganisationen des Landkreises über die Integrierte Leitstelle „Allgäu“ alarmiert werden.
Feuersturm Lkr. Lindau Die Feuerwehren der Städte Lindenberg i. Allgäu und Lindau (Bodensee) bilden die zwei Stützpunktfeuerwehren des Landkreises. Für den Landkreis gibt es nur einen Inspektionsbereich. Dieser ist wiederum für drei Bereichs-Kreisbrandmeister unterteilt. Für die Sonderaufgaben Ausbildung, Atemschutz, Brandschutzerziehung-Internet sowie Funk stehen vier Fach-Kreisbrandmeister zur Verfügung.

Bestens bewährt hat sich die Einführung der Organisationsplattform „Löschkreise“. Die 27 Feuerwehren sind in sieben Löschkreise eingebunden, in denen die Bereiche Beschaffungen, Ausbildung, Jugendarbeit und Einsatzarbeit gemeinsam abgestimmt sind. Die Umsetzung einer Dezentralisierung in verschiedenen Bereichen wie Katastrophenschutz, Ölwehr und der Stationierung von Sondergerätschaften hat sich bewährt.

Die Begriffe Feuerwehrfrauen und Feuerwehrjugend sind auch bei uns kein Fremdwort. 19 Feuerwehrjugendgruppen bilden zukunftsweisend bei den Landkreisfeuerwehren das personelle Rückgrat der Feuerwehren. Die Unterstützungsgruppe für die vorbenannten Örtlichen Einsatzleiter werden für ein nahezu noch neues Einsatzleitfahrzeug von der Feuerwehr Nonnenhorn für das gesamte Kreisgebiet gestellt.

Schon seit 20 Jahren werden alle möglichen Lehrgangsarten im Interesse einer Kostenreduzierung für die Kommunen in eigener Regie von der Kreisbrandinspektion organisiert. Atemschutz-, Truppmann- und Truppführer-, Funk-, Maschinisten- und weitere Lehrgänge sorgen für eine an jeder Einsatzstelle sichtbare gute Ausbildung. Für die 660 Atemschutzgeräteträger aus dem Kreisgebiet stehen eine Atemschutzübungsstrecke, ein Gerätewagen-Atemschutz, ein AB-Atem/Strahlenschutz sowie bereits zehn Wärmebildkameras zur Verfügung. Zwei Atem-Schutzwerkstätten (Feuerwehr Lindau + Lindenberg) sowie sieben anerkannte Atemschutz-Pflegestellen sind für den Unterhalt von rund 300 Atemschutzgeräten verantwortlich.

Bemerkenswert dürfte sein, dass im Landkreis Lindau (Bodensee) grundsätzlich alle Feuerwehren mit Atemschutzgeräten ausgerüstet sind. In Kürze sind dann auch alle Feuerwehren mindestens mit einem wasserführenden Fahrzeug ausgestattet, so dass der Fahrzeugtyp LF 10/6 als Standard-Fahrzeug für jede Ortsfeuerwehr mindestens vorhanden ist. Alle der 1.500 Feuerwehrangehörigen sind mit Überjacken ausgestattet, die Beschaffungswelle für Überhosen läuft derzeit landkreisweit an. Drei Drehleitern, eine Gelenkmastbühne, ein Rüstwagen-Kran, zwei AB-Trägerfahrzeuge mit Kran und diversen Abrollbehältern stehen neben weiteren Sonderfahrzeugen der Gefahrenabwehr zur Verfügung. Im Rahmen einer Beschaffungsaktion konnte unter finanzielle Mithilfe von Großbetrieben und des Landkreises die Vorratsmenge für das Sonderlöschmittel „Schaum“ auf 15.000 Liter angehoben werden.
Kraft des Feuers Der Bodensee –  als Trinkwasserspeicher Nr. 1 erfordert eine in Bayern wohl einmalige Ölwehr. Als Anfang der sechziger Jahre die Südpetrol eine Fernleitung für den Rohöl-Transport von Genua nach Ingolstadt verlegte, wurde auch der Bodensee tangiert. So führte die Fernleitung über Bregenz (Österreich) direkt am Bodenseeufer nach Norden durch den Landkreis Lindau Richtung Ingolstadt. Die Tatsache, dass diese Leitung mehrere Kilometer am größten Binnensee Europas direkt am Uferbereich verlief, erforderte schon damals von Seiten des Betreibers Maßnahmen zur Schadensabwehr im Falle eines Ölaustritts und der damit verbundenen Kontamination des Trinkwasserspeichers Bodensee. Nicht unerwähnt sollen die zahlreichen ufernahen Naturschutzgebiete entlang des bayerischen Ufers sein.
Mit 50 Milliarden Kubikmetern Inhalt versorgt der Bodensee annähernd 5 Millionen Menschen mit Trinkwasser! Er ist der größte Trinkwasserspeicher Europas.
Seit dem Jahr 2003 wurde die Ölfernleitung aus wirtschaftlichen Gründen zwar stillgelegt, die Gefahren für den Trinkwasserspeicher sind bedingt durch die Transportwege „Straße und Schiene“ und dem steigenden Transportaufkommen absolut nicht geringer geworden.
Der Ölwehr-Stützpunkt Lindau (Bodensee), unterstützt von der Feuerwehr Wasserburg, ist einer von fünf um den See verteilten Ölwehrstandorten, welche im Schadensfall in eine internationale Ölwehr eingebunden sind. Ein selbstfahrendes Öl-Auffanggerät (SÖG) sowie drei bodenseetaugliche Feuerwehrboote und zwei THW-Boote sind im nationalen- und internationalen Ölwehrverbund mit weiteren Spezialgerätschaften sowie 1.400 m Schwimmsperren eingebunden. Auch bei nationalen- und internationalen Seenotfällen ist die Feuerwehrbeteiligung unabdingbar.
Floriansmarterl Lkr. Lindau Die Feuerwehr Lindau (Bodensee) mit 180 aktiven Feuerwehrleuten (davon 4 hauptamtliche Kräfte) betreut diesen umfangreichen Aufgabenbereich „Bodensee“. Sie arbeitet jährlich auch rund 450 Alarmierungen ab, zu denen auch zahlreiche First-Responder-Notrufe zählen. Trotz vielem Trubel, Einsätzen, Sonderaufgaben und ständigem Leistungsdruck hat der Kreisfeuerwehrverband Lindau im Jahr 2006 (www.kfv-lindau.de) ein wohl einzigartiges Floriansmarterl zu Ehren des Schutzpatrones „St. Florian“ errichtet. Es steht auf einem wunderbaren Aussichtspunkt zwischen dem heilklimatischen Kurort Scheidegg und der Stadt Lindenberg i. Allgäu. Rund 80 %  des Landkreises kann man von diesem traumhaften Ort überblicken.

Die Feuerwehren des Landkreises sowie Stadt und Landkreis wünschen allen Besuchern der Landesverbandsversammlung 2008 einen angenehmen Aufenthalt hier in Lindau im Bodensee.

Friedhold Schneider
KBR