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Weihnachtsgrüße des Vorsitzenden Alfons Weinzierl

18.12.2008 - 13:18 Uhr
Foto Alfons Weinzierl Liebe Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden, verehrte Mitglieder, Freunde und Partner des LFV Bayern e.V.,

wenn die Tage kürzer werden und die Bäume ihr Laub verloren haben, beginnt eine besondere Zeit, die Adventszeit. Weihnachten steht vor der Tür und der Jahreswechsel ist nicht mehr weit. Die Adventswochen werden von alters her die staade Zeit genannt. Eine staade und besinnliche Zeit sollten diese Wochen eigentlich sein. Traditionell bieten die Weihnachtszeit und der bevorstehende Jahreswechsel natürlich auchGelegenheit, innezuhalten und zurückzublicken auf die Zeit die hinter uns liegt.

Es scheint, als würde es vielen von Jahr zu Jahr immer schwerer fallen, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Die Hektik, die immer gegen Jahresende einsetzt, die Unruhe und die meist ziellose Hast unserer so schnelllebigen Zeit, die Glitzerwelt der Werbung und der elektronischen Medien, die ja am liebsten im Oktober schon beginnen würden Weihnachtsartikel anzubieten, haben die Ruhe fast völlig vertrieben, die sich früher in der Adventszeit über das Land senkte.

Lassen wir uns davon nicht einholen und nicht beirren, lassen wir uns nicht davon abbringen, gelegentlich doch den wahren Sinn von Weihnachten wieder mit Herz und Verstand in uns aufzunehmen. Wir sollten dabei auch einmal in uns selber gehen und mit uns selbst prüfen, was wirklich „wichtig“ ist, oder was oft nur „kurzzeitig“ als wichtig angenommen wird. Erst dann glaub ich sieht man selber wieder klarer, was in einem Leben wirklich wichtig ist!

Hoffentlich können auch Sie ein paar Tage der Ruhe und Besinnung erleben! Weihnachten erinnert uns daran, dass wir uns umeinander kümmern sollen - nicht nur in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis. Es gibt dabei auch viele Möglichkeiten, für einen anderen da zu sein. Das kann damit beginnen, dass wir einfach mal zuhören und einem Fremden ein Lächeln schenken. Mitmenschlichkeit fängt im Kleinen an.

Toleranz, Akzeptanz, Vertrauen, Geduld, Zuversicht und Verantwortung für die Gemeinschaft sind von uns allen gefordert. Sicherlich wird auch das neue Jahr nicht einfach werden, doch wir werden es mit Zusammenhalt, Hoffnung und Engagement angehen. Mir persönlich wird dabei auch 2009 die Arbeit mit und für unsere Mitgliedsfeuerwehren ein besonderes Anliegen sein.

Ich bedanke mich bei Ihnen allen, im Besonderen bei allen Feuerwehrdienstleitenden, für den Dienst und das Engagement im abgelaufenen Jahr. Vieles ist in unserem Land aus dem Lot geraten. Die Gefahren, die mit dem Verfall unserer Werte-Ordnung verbunden sind, bedrohen vor allem auch unsere Jugend. Werte müssen vorgelebt werden. Jugendliche, denen es an Maß und Ziel fehlt, spiegeln eine Erwachsenenwelt wider, die sich an Äußerlichkeiten orientiert und die sich durch Beliebigkeit der Werte auszeichnet – und durch Gleichgültigkeit, auch gegenüber dem Mitmenschen.

Daher an dieser Stelle auch einmal ein ganz besonderer Dank an die Feuerwehrvereine und die Verantwortlichen in diesen Vereinen. In den Vereinen passiert und entwickelt sich die Gesellschaft. Mit großem Einsatz wird in den Vereinen dafür gesorgt, dass Grenzen überbrückt werden und Menschen zusammenhalten.

Gerade in den Vereinen bilden sich Werte und die Spielregeln des Zusammenlebens. Jenseits der Familie kann einem jungen Menschen nirgends so gut wie in den Vereinen die Bedeutung von Toleranz, Fairness und Hilfsbereitschaft vermittelt werden, die Bedeutung von Zusammenhalt und gemeinsamer Verantwortung.

Bei uns in den Feuerwehren hat die Unkultur des Wegschauens und Weghörens die Kultur des Hinschauens und Hinhörens nicht ersetzt. Wir in den Feuerwehren wissen, dass es die Aufgabe des Stärkeren ist, dem Schwächeren zu helfen, ihm die helfende Hand zu reichen und ihm zur Seite zu stehen. Wir in den Feuerwehren leben Werte und Traditionen, halten diese aufrecht und geben sie an kommende Generationen weiter. Wir in den Feuerwehren sind positives Beispiel und Vorbild für Gesellschaft und Politik.

Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest, sowie für das Jahr 2009 Gesundheit, Glück und Erfolg. Haben wir die Kraft und den Mut, unsere Aufgaben zu erfüllen und für unsere Pflichten einzutreten, um das Geschaffene und Erreichte zu erhalten und an unsere Kinder und Enkel weitergeben zu können.

Ihr

Alfons Weinzierl,

Vorsitzender des LFV Bayern.
Quelle: LFV Bayern e.V. 18.12.2008