Landkreis und KFV München stellen sich vor

Der Landkreis München umschließt von Norden bis in den Südwesten die Landeshauptstadt München. 27 Gemeinden und zwei Städte gehören zum Landkreis. Mit rund 326.000 Einwohnern ist der Landkreis München der einwohnerstärkste Landkreis Bayerns. Bei einer Fläche von 667 km² ist er auch am dichtesten besiedelt. Die Landkreiskommunen unterscheiden sich nicht nur durch ihre Größe, auch in ihrer Siedlungs- und Wohnstruktur sind sie sehr verschieden. Von städtischer Prägung bis zum dörflichen Charakter reicht die Bandbreite. In den Städten und Gemeinden des Landkreises Münchenfindet sich eine einmalige Mischung aus Kontrast und Einzigartigkeit, Tradition und Moderne, Natur und Technik, Heimat und Weltoffenheit.

Regelmäßig liegt der Landkreis München bei deutschlandweiten Vergleichen des Wirtschaftsniveaus ganz vorne. Seine Spitzenfunktion verdankt der Landkreis einerseits dem ausgewogenen Verhältnis von gesunden Familienunternehmen, soliden mittelständischen Firmen sowie global ausgerichteten Unternehmen. Andererseits weisen besonders der gute Branchenmix, die anspruchsvolle Forschungslandschaft und die zum Teil weltweit agierenden Wirtschaftszentren den Weg in die Zukunft. Der Landkreis München als dynamischer Wirtschaftsstandort wird insbesondere auf den Gebieten Biotechnologie, Chemie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Luft- und Raumfahrt sowie Medien deutlich.

Im Landkreis gibt es zahlreiche Forschungseinrichtungen. An den Universitätsstandorten im Landkreis (Garching, Martinsried, Oberschleißheim und Neubiberg) werden hochqualifizierte Nachwuchskräfte ausgebildet. Diese Unternehmen und Einrichtungen haben jedoch auch ein enormes Gefahrenpotential: Der Forschungsreaktor FRM II und die Forschungseinrichtungen in Garching, die Biotechnologielabors in Planegg-Martinsried, 38 Standorte mit radioaktiven Strahlern der Gefahrengruppen II und III sowie 958 Objekte mit Brandmeldeanlagen. Zusätzliches Gefahrenpotential bringen die überörtlichen Verkehrswege, u.a. acht Autobahnen, darunter die stark befahrene A 99, die S-Bahnlinien, die U-Bahn, Krankenhäuser sowie zahlreiche Alten- und Pflegeheime.

Im Landkreises München gibt es 45 Freiwillige Feuerwehren, 8 Werkfeuerwehren, 3 Betriebsfeuerwehren und eine Bundeswehrfeuerwehr mit insgesamt 3.753 Feuerwehrdienstleistenden (Stand 31.12.2012), davon 429 Jugendliche unter 18 Jahren. Der Frauenanteil liegt bei den Aktiven bei 10,5 Prozent und bei den Feuerwehranwärtern bei rund 19 Prozent. Die Jugendarbeit genießt im Landkreis München seit jeher einen hohen Stellenwert. Bei 38 Feuerwehren gibt es eine eigene Jugendgruppe.

Die Interessen der Landkreisfeuerwehren vertritt der am 03.03.1995 gegründete Kreisfeuerwehrverband München. Eingeteilt ist der Landkreis in zwei Inspektionsbereiche und sieben KBM-Bereiche. Weitere Kreisbrandmeister stehen für Fachaufgaben zur Verfügung.

Die Landkreisfeuerwehren rückten im Jahr 2012 zu insgesamt 9.773 Einsätzen aus. Davon waren 508 Brände, 4.474 Technische Hilfeleistungen, 495 Sicherheitswachen, 3.187 First Responder-Einsätze und leider auch 1.109 Fehlalarme. Alarmiert wurden sie von der seit 1973 bestehenden Feuerwehr-Einsatzzentrale des Landkreises München, die auch die Einsätze begleitet und dokumentiert.

Das enorme Gefahrenpotential und das große Einsatzaufkommen werden auch in der Ausstattung der Feuerwehren des Landkreises München sichtbar. Sie verfügen über rund 470 Fahrzeuge und Anhänger, darunter 23 Hubrettungsfahrzeuge, 80 Löschgruppenfahrzeuge, 40 Tanklöschfahrzeuge, 16 Rüstwagen, 12 Wechselladerfahrzeuge und 25 Verkehrssicherungsanhänger.

Vorbereitet werden die Einsatzkräfte auf ihre Tätigkeit in den grundlegenden Truppmann- und Truppführerlehrgängen, die meist auf Gemeinde- oder Abschnittsebene durchgeführt werden. Anschließend besuchen die Feuerwehrleute die Zentrale Kreisausbildung in Haar, in der aktuell 30 verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten in 39 Lehrgängen angeboten werden. So werden beispielsweise durchschnittlich 90 Aktive pro Jahr zum Atemschutzgeräteträger ausgebildet. Diese vierstufige Ausbildung besteht aus dem eigentlichen Lehrgang gemäß FwDV 2 sowie zusätzlichen Unterrichtseinheiten in einer gasbefeuerten Brandsimulationsanlage, einer holzbefeuerten Wärmegewöhnungsanlage mit Hohlstrahlrohrtraining und schließlich einer Rauchgasdurchzündungsanlage. Darüber hinaus werden unter anderem folgende Lehrgänge angeboten:

Maschinist für Löschfahrzeuge, Fahren von Einsatzfahrzeugen, Anwendung von Schaummittelanlagen, Strahlenschutz, Gefährliche Stoffe, Dekontamination im Feuerwehreinsatz, Messtechnik Chemie, Biologische Arbeitsstoffe im Feuerwehreinsatz, S-Bahn-Unterweisung, Technische Hilfeleistung, Fortbildung für Gruppenführer, Stressbewältigung, Vorbeugender Brandschutz, Stationäre Löschanlagen, Anwendung von Feuerwehreinsatzplänen und First Responder.

Schon seit Herbst 1985 besteht diese in dieser Form in Bayern wohl einzigartige Ausbildungseinrichtung, die im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut und dem Bedarf der Feuerwehren angepasst wurde. Über 100 ehrenamtliche Kreisausbilder geben hier ihr Wissen fundiert und engagiert weiter. Allein im Schuljahr 2012/2013 nutzten über 1.300 Feuerwehrleute die Möglichkeiten der Zentralen Kreisausbildung. Sie wendeten dafür über 17.000 Stunden auf.

Der First Responder-Dienst, den es inzwischen bei vielen Feuerwehren in Bayern gibt, nahm 1994 im Landkreis München seinen Anfang. Die Auswertung des seinerzeitigen einjährigen Pilotprojektes ergab u.a., dass "der Einsatz von Feuerwehrkräften zur Überbrückung des therapiefreien Intervalls eine Lücke schließen kann, die derzeit in der medizinischen Notfallversorgung landesweit besteht". Aktuell versehen 15 Feuerwehren des Landkreises den First Responder-Dienst.

Eine neue Herausforderung stellt die Einführung des Digitalfunks dar. Der Landkreis München liegt zusammen mit der Landeshauptstadt München im Netzabschnitt 34, der als erster Abschnitt aufgebaut wurde. Schon seit über fünf Jahren sind wir mit dem Thema beschäftigt, so dass die Erfahrungen des Landkreises auch überörtlich von Nutzen sind. Bereits im Herbst letzten Jahres sind die ersten Digitalfunkgeräte beschafft und eingebaut worden. Nun geht es in großen Schritten dem Wirkbetrieb entgegen. So wurden Anfang Juli 2013 über 1000 Digitalfunkgeräte an die Landkreisfeuerwehren ausgeliefert. Zur Zeit läuft die Ausbildung der Feuerwehrleute. Ende 2013 sollen die Feuerwehren im Landkreis München nur noch digital funken.

Josef Vielhuber
Kreisbrandrat
Vorsitzender des KFV München