16. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren in Unterschleißheim

Auch in diesem Jahr, folgten rund 90 % der bayerischen Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände der Einladung des LFV Bayern nach Unterschleißheim zur alljährlichen Klausurtagung. Am Morgen des 04.03.2016 wurden die rund 120 Teilnehmer sowie Gäste von Geschäftsführer Uwe Peetz herzlich begrüßt. Herr Ministerialdirigent Lachner richtete ebenfalls einige Begrüßungsworte an die Tagungsteilnehmer und wies auf die bisherigen Unterstützungs- und Förderleistungen des Ministeriums hin.

Der Vorsitzende des LFV Bayern Alfons Weinzierl, stellte zunächst die aktuellen Projekte des LFV Bayern vor, so z.B. den Fahrsimulator für die Maschinistenausbildung, und den Brandübungscontainer für die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger. Im Weiteren ging er dann zum einen auf die Ausstattung für den Katastrophenschutz ein – hier werden die Forderungen von Beschaffungen im Bereich der Hochwasserausstattung von Seiten des Staats bis 2017/18 umgesetzt. Zum anderen forderte er den Freistaat auf, zukünftig dafür Sorge zu tragen, dass das Lehrgangsangebot an den Feuerwehrschulen an den notwendigen Bedarf der Feuerwehren – nicht nur bei den Pflichtlehrgängen – angepasst wird. Für die ÖEL Aus- und Fortbildung forderte er die Umsetzung ohne Zertifizierung, Rezertifizierung und ohne Punktesystem ein.

In aller Kürze wurden von Robert Kainz die Ansätze der neuen Kampagne „Katastrophenschutz“ vorgestellt. Diese startet im September 2016. Über die neusten Entwicklungen im Bereich Digitalfunk informierte Franz- Josef Hench. Der Netzaufbau ist fertig ausgereift, einige Themen sind jedoch bisher noch nicht endgültig geklärt. Bisher werden auch noch Nutzeranforderungen gesammelt.

Uwe Peetz stellte im Anschluss die neuen Kreisbrandräte der Kreisfeuerwehrverbände Forchheim, Neuburg Schrobenhausen, Main Spessart, Tirschenreuth, Dachau und aus dem Unterallgäu vor. Auch einen neuen Stadtbrandrat in Landshut gibt es seit Anfang des Jahres. Anschließend berichteten Heinrich Waldhutter und Walter Nöhrig von Neuerungen aus dem Feuerwehrerholungsheim St. Florian. Einen ausführlichen Bericht hierzu, finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Florian kommen unter der Rubrik „Zu guter Letzt“.

Nach dem Mittagessen teilten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen auf. Gruppe A lauschte einem interessanten Vortrag von Lars Cartensen von wetreu aus Norddeutschland. Er referierte sehr anschaulich zur Gemeinnützigkeit in den Vereinen und Verbänden, sowie über die Mittelverwendung und gab Hinweise zur Rechnungslegung. Weiterhin zeigte er Vor- und Nachteile eines Feuerwehr-Fördervereins auf, wies auf das Spendenrecht und die Problematiken beim Sponsoring hin.

Gruppe B hörte einen Vortrag zur geplanten Neufassung der UVV Feuerwehr. Thomas Roselt von der KUVB stellte dar, welche Vorteile sich für die Feuerwehren daraus ergeben und warum die UVV überhaupt notwendig ist. Er erklärte die wesentlichen Neuerungen der 30 Paragraphen und stellte einige davon explizit heraus. Daraufhin folgte ein nicht minder interessantes Referat von Dr. Fritz-Helge Voß, THW-Landesbeauftragter für Bayern über die Hilfeleistungskontingente des THW.

Nach der Kaffeepause, fanden die beiden Gruppen wieder zusammen, und wurden von Thomas Zeleny, Geschäftsführer der Firma tomcom über den aktuellen Stand des geplanten Homepage Templates informiert. Er erklärte nochmals das Konzept und stellte anhand einer Testseite die Möglichkeiten für die Feuerwehren vor.

Hundeführerin Christina Lex berichtete im Anschluss über die Rettungshundestaffeln in den bayerischen Feuerwehren. Am Standort Aschheim sind derzeit 14 Einsatzteams vor Ort, die zur Unterstützung z.B. bei der Flächensuche und  der Trümmersuche angefordert werden können. Frau Lex berichtete über die Ausbildung der Hunde und der Hundeführer, die unterschiedlichen Prüfungen sowie die Ausrüstung für Mensch und Hund. Weiterhin gab sie Hinweise darauf, wie die Alarmierung der Hundestaffeln, sowie ein Einsatz abläuft.

Ministerialrat Horst-Eberhard Dolle stellte das Wasserfördersystem Bayern vor. Er erklärte das Einsatzkonzept und wies auf die einzelnen Standorte, sowie die technischen Daten hin. Weiterhin informierte Herr Dolle über den AB Inertisierung (Stickstoffverdampfer). Er stellte das Einsatzkonzept vor, erklärte auch hier die technischen Daten und auch auf die Kosten des Projekts wies er hin. Der Einsatzablauf wurde von Johannes Buchhauser als Leiter der Berufsfeuerwehr Regensburg dargestellt.

Am Ende des ersten Tagungstages, konnte die Teilnehmer das Wasserfördersystem sowie den AB Inertisierung genauer begutachten und begaben sich dafür in den Feuerwehrhof. Hier wurden außerdem einige weitere Fahrzeuge vorgestellt. Auch die Rettungshundestaffel war mit zwei Hunden vor Ort und stand zu Gesprächen bereit. Nach diesem äußerst aufschlussreichen Tag, klang dieser mit einem abwechslungsreichen Buffet und einem gemütlichen Beisammensein im Feuerwehrgerätehaus Unterschleißheim aus.

Am nächsten Morgen ging es weiter, mit einem Bericht zur Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes. Uwe Peetz stellte die geplanten wesentlichen Änderungen vor, z.B. bei der Altersgrenze, der Festschreibung von Kinderfeuerwehren, der Koppelung der Amtszeit von KBM und KBI an die Amtszeit des KBR u.v.m.

Ausführlich ging Vorsitzender Weinzierl dann auf das Thema Rechtsstellung der Kreis- und Stadtbrandräte ein. Der LFV Bayern fordert, dass ein ehrenamtlicher Kreisbrandrat zukünftig deutlich bei der Bewältigung der zahlreichen und vielfältigen Aufgaben entlastet wird. Staat und Landkreise sollten dafür sorgen, dass die Brandschutzdienststelle auch personell ausgekleidet wird. Hier sind im Feuerwehrgesetz Regelungen zu schaffen, um den KBR entweder im Landratsamt in einer entsprechenden Funktion anzustellen oder, dass er über die Brandschutzdienststelle im Landratsamt eine fachliche personelle Unterstützung bekommt.

Dass dies so umsetzbar ist, zeigen uns bereits einige Landkreise in Bayern auf, die in der Brandschutzdienststelle eine oder auch mehrere fachlich qualifizierte Mitarbeiter zur Unterstützung des ehrenamtlichen KBR´s angestellt haben. Ebenso fordert der LFV Bayern die Möglichkeit, der Schaffung von sogenannten Fach-KBI´s. Weiter wird für kreisfreie Städte und große Kreisstädte eine gesetzliche Regelung benötigt, die es möglich macht, dass der Stadtbrandrat wie bei einer Kreisbrandinspektion mehrere Stadtbrandmeister bestellen kann.

Nach den Workshops – diesmal wechselten die Gruppen – folgte ein Einsatzbericht von KBI Kerstin Schmidt. Sie war Einsatzleiterin bei einem Flugzeugabsturz nahe Engelmannsreuth. Am 11.08.2015 stürzte in diesem Gebiet ein F-16-Kampfjet ab. Frau Schmidt berichtete über die vorgefundene Lage und wie der Einsatz Stück für Stück unter Unterstützung des Roten Kreuzes, der Bundeswehr, sowie der US-Armee abgearbeitet wurde. Sie lobte die gute Zusammenarbeit der ca. 500 Einsatzkräfte vor Ort.

Über den Brand eines Sägewerks in Schwarzenbach am Wald im Landkreis Hof informierte KBR Reiner Hoffmann. In der Nacht des 22.08.2015 löste die Brandmeldeanlage der Holzwerke Ströhla aus. Bereits bei der Anfahrt der Einsatzkräfte waren die Flammen sichtbar. Herr Hoffmann berichtete über die genaue Einsatzlage, den Ablauf, sowie die Schwierigkeiten die dieser Brand, der sich immer weiter ausbreitete, mit sich brachte. Insgesamt waren ca. 700 Feuerwehrleute über mehrere Tage im Einsatz. Die Brandursache ist bis heute noch nicht geklärt.

Aus aktuellem Anlass berichtete KBR Richard Schrank zusammen mit dem Kommandanten der Feuerwehr Bad Aibling, Wolfram Höfler über das tragische Zugunglück bei Bad Aibling. KBR Schrank berichtete über den genauen Einsatzablauf, die Personensuche, -rettung und -bergung. Kommandant Höfler ergänzte in einem sehr bewegenden Statement, wie er persönlich die Situation vorgefunden und bewältigt hat. Er wies insbesondere darauf hin, dass viele der rund 200 Einsatzkräfte eine psychologische Nachsorge benötigen werden, um die schrecklichen Bilder und Erlebnisse verarbeiten zu können.

Nach diesem doch eher bedrückenden Bericht, verabschiedete Vorsitzender Alfons Weinzierl die Teilnehmer der Klausurtagung 2016 und dankte allen Beteiligten für die Unterstützung bei den Vorbereitungen. Den Referenten dankte der Vorsitzenden nochmals ausdrücklich für die interessanten Vorträge.

Folgende Voträge stellen wir Ihnen gerne zum Download bereit.

Begrüßung durch Uwe Peetz
Vortrag von Alfons Weinzierl
Referentin Christina Lex
Thomas Zeleny im Gespräch mit Alfons Weinzierl
Vortrag von Uwe Peetz
Dr. Fritz-Helge Voß vom THW
Einsatzbericht von Kerstin Schmidt
Reinhard Hoffmann berichtet über einen Sägewerkbrand

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