12. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren in Unterschleißheim

Die 12. Klausurtagung der Führungskräfte der bayerischen Feuerwehren fand bereits zum sechsten Mal in der Feuerwache in Unterschleißheim statt. Die Klausurtagung versteht sich als Informationsveranstaltung für die bayerischen Feuerwehrführungskräfte. Neben den 96 Kreis- und Stadtbrandräten nahmen neben Vertretern des Staatsministeriums des Innern (StMI), auch Referenten anderer Hilfsorganisation und aus anderen Bundesländern teil, um über das diesjährige Schwerpunktthema "Katastrophenlagen" zu referieren und im Anschluss zu diskutieren.

Thematisiert wurde die Hochwasserkatastrophe im Juni 2013 in Bayern. Zu diesem Thema berichteten der Leiter der Berufsfeuerwehr (BF) München Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble und der Stadtbrandrat der Stadt Passau Dieter Schlegl über die Zusammenarbeit der Berufsfeuerwehr München und der Freiwilligen Feuerwehr Passau in der Führungsunterstützung. Die BF München entsendete im Juni einen "Fliegenden Stab", und unterstützte dabei die Örtliche Einsatzleitung und die nachgeordneten Führungsebenen, um den 10-tägigen Katastrophenalarm zu bewältigen. Die beiden Referenten stellten dabei heraus, dass sich diese überörtliche Führungsunterstützung bewährt hat und diese zusätzlich zu den überörtlichen Hilfeleitungskontingenten im Katastrophenfall notwendig ist. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Führung mit Stabsstruktur nach FwDV/DV 100 unabdingbar ist. Sie ermöglicht eine "gemeinsame Sprache" aller Einsatzorganisationen und die klare Aufgabenverteilung und Arbeitsteilung in Form der Führungsgrundgebiete S1 bis S6. Für Führungsaufgaben im Rahmen eines Stabes muss auch auf örtlicher Ebene zusätzliches geeignetes Führungspersonal und zusätzliches Hilfspersonal gefunden und aufgebaut werden.

Die Notwendigkeit der Umsetzung der DV 100 wurde auch durch den Vortrag von Herrn Regierungsdirektor Johann Ellmayer vorgestellt. Er gab bekannt, dass nach langer Diskussion die Forderung des LFV Bayern umgesetzt und die DV 100 eingeführt wird. In seinem Vortrag ging er auch auf die Neukonzeption der Aus- und Fortbildung der ÖEL ein.
Der Landesbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW) Bayern, Dr. Voß, berichtete ebenfalls über die Erfahrungen aus dem Hochwasser 2013, den Fachberatereinsatz und informierte über die Feuerwehrführungskräfte über die Kostenneuregelung durch die THW-Abrechnungsverordnung (THW-AbrV). Besonders wichtig war ihm dabei, klar zu stellen, dass der "THW Fachberater" als Spezialist für das THW-System in der ÖEL und den Stäben bei einer Alarmierung über die Integrierte Leitstelle und Polizei im Ersteinsatz immer und ohne Ausnahme kostenlos ist.

Auch das Thema der Energieversorgung ist im Katastrophenfall wurde in zwei Vorträgen aufgegriffen. Ministerialrat Dr. Tobias Bräunlein vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport stellte in seinem Vortrag die Vorbereitungen auf einen langanhaltenden flächendeckenden Stromausfall am Beispiel von Hessen vor. Die hessische Regierung investierte rund 30 Millionen Euro in die Ausstattung, davon wurden rund 26 Notstrom-Großaggregate beschafft. Den ersten Einsatz absolvierten die Aggregate bei der Schneekatastrophe im Februar 2014 in Slowenien.

BOR Andreas Sirtl von der Berliner Feuerwehr stellte das Forschungsprojekt TankNotStrom der Berliner Feuerwehr vor. Es geht dabei um die Problemanalyse zur Notstromversorgung in Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit bei langfristigen Stromausfällen und der Erfahrungstransfer mit anderen Hilfsorganisationen, Katastrophenschutzeinrichtungen und Sicherheitsbehörden.

Die Versicherungskammer Bayern (VKB) stellte mit der Minischaumanlage ein mögliches neues Sponsoringprojekt vor. Referent Florian Ramsl erläuterte das System und führte es auch gleich vor Ort vor. Es soll im kleinen Maßstab die klassische Schaumausbildung ersetzen, um somit Kosten und die Umweltbelastung reduzieren.
Der Leiter der Abteilung Haftpflicht bei der Versicherungskammer Bayern, Harald Speil und ein Vertreter des Fraunhofer FOKUS aus Berlin warben für die Einführung des Warn- und Informationssystems KATWARN, welches im Landkreis Altötting und in der Stadt Nürnberg bereits umgesetzt ist. Die Stadt München plant im Sommer die Einführung des Systems. Nach einer Anmeldung im System kann der Bürger im Katastrophenfall aber auch bei anderen Großschadenslagen gezielt mit Informationen versorgt und gewarnt werden.
Weitere Themen waren u.a. die geplante Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes, dazu stellte Friederike Fuchs, Ministerialrätin des StMI, bereits einige Diskussionspunkte vor. Der Vorsitzende des LFV Bayern Alfons Weinzierl ging ebenfalls auf verschiedene Themen ein, die in die Verbandsgremien eingebracht wurden.
Auch die Regelung zur Vergabe der Freiplätze zur Ehrenamtsförderung war Thema der Veranstaltung. Walter Nöhring, Geschäftsführer des Feuerwehrerholungsheims in Bayerisch Gmain stellte die neue Vergabepraxis der Freiplätze für Feuerwehrangehörige mit einer aktiven Dienstzeit von 40 Jahren vor - kurz FP40. Weitere Informationen unter: www.fp40.de.

Franz-Josef Hench, Projektverantwortlicher des LFV Bayern für den Digitalfunk stellte die Empfehlung des LFV Bayern in Zusammenarbeit mit der Autorisierten Stelle Bayern im Bayerischen Landeskriminalamt zur Umsetzung einer Taktisch-Technischen Betriebsstelle (TBB) im Digitalfunk der Feuerwehren vor.

Weiter wurden den Teilnehmern auch die Ergebnisse aus den Pilotanwendungen zur Modularen Truppausbildung vorgestellt. Branddirektor Torsten Kraemer vom StMI erläuterte hierbei auch die Zeitschiene der weiteren Umsetzung.

Der LFV Bayern bedankt sich bei der Feuerwache Unterschleißheim für die hervorragende Unterstützung der Klausurtagung 2014.

Blick in den Raum
Blick in den Raum
Vorstellung Minischaumanlage durch Florian Ramsl, Versicherungskammer Bayern
Vorstellung der Freiplatzregelung FP 40
Vorstellung der Organisation einer Taktisch-technischen Betriebsstelle TBB
Vortrag "Erfahrungen aus dem Hochwasser 2013"

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Programm Klausur- und Führungskräftetagung am 7. und 8. März 2014 in Unterschleißheim

Freitag, 7. März 2014

Alle uns vorliegenden Präsenattionen sind verlinkt. Um die PDF-Dateien aufzurufen, klicken Sie bitte auf die Vortragsüberschrift. 

Teil 1

  • Ausführungen zur Neuausrichtung des LFV und Erreichtes des LFV
    Referent: LFV Vorsitzender Alfons Weinzierl
  • Fortführung der Kampagne zur Mitgliedergewinnung und -erhaltung
    Referent: Robert Kainz, Geschäftsführer der Kainz Werbeagentur GmbH
  • Informationen des THW
    Referent: Dr. Fritz-Helge Voß , Landesbeauftragter THW LV Bayern

    • Erfahrungen aus dem Hochwasser 2013,
    • Fachberatereinsatz
    • Kostenneuregelung durch die THW-Abrechnungsverordnung (THW-AbrV)

Teil 2

Teil 3

Samstag, 8. März 2014

Teil 4-1

Teil 4-2