11. Klausurtagung des LFV Bayern 2013

Bayerische Feuerwehrführungskräfte tagten in Unterschleißheim

Die Feuerwache Unterschleißheim war auch in diesem Jahr wieder Tagungsort für die diesjährige Klausurtagung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Die bayerischen Stadt- und Kreisbrandräte und die Leiter der Berufsfeuerwehren nutzten gemeinsam mit Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums des Innern wieder die Gelegenheit, um aktuelle Sachstände und Erfahrungen aus dem Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes auszutauschen. Wie Vorsitzender Alfons Weinzierl betonte, sei es dabei für den LFV Bayern wichtig, die Feuerwehrführungskräfte nicht nur zu aktuellen Themen zu informieren, sondern sie auch aktiv in die Arbeit des Verbands mit einzubinden.

Eingangs gab Vorsitzender Weinzierl einen umfassenden Überblick zu bereits umgesetzten Forderungen des LFV Bayern wie etwas der Einführung der Rauchwarnmelderpflicht, der Inanspruchnahme von Sonderrechten durch First-Responder Einheiten, der Endgeräteförderung im Digitalfunk, dem Versicherungsschutz bei Auslandseinsätzen und den Unterstützungsleistungen bei Unfällen mit Vorschädigungen, berichtete aber auch über die noch offenen Punkte und "Baustellen", die zeitnah zur Umsetzung gelangen müssen, so etwa das Sonderförderprogramm GW-G, die Förderung der Flachwasserboote, die Ehrenamtsförderung und die Förderung der künftigen Öffentlichkeitsarbeit zur Mitgliedergewinnung und Mitgliedererhaltung.

Einen äußerst interessanten Vortrag hielt der Chef der BF München, OBD Wolfgang Schäuble, über den Bombenfund in Schwabing im August des vergangenen Jahres. In einem umfassenden Überblick zeigte OBD Schäuble die Aufgaben und die Arbeit der Einsatzkräfte bei diesem auch für die BF München besonderen Einsatz vom Auffinden der Fliegerbombe bis zur kontrollierten Sprengung und dem Abschluss der Nacharbeiten auf. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine Entschärfung der Bombe nicht möglich ist, mussten etwa 2500 Anwohner ihre Wohnungen verlassen und in Notunterkünfte ausweichen. Etwa 600 Personen waren dabei zeitweise in verschiedenen Betreuungsstellen untergebracht.

Im Einsatz waren durchschnittlich 230 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Sanitäts- und Rettungsdienst sowie des THW. Phasenweise war die Anzahl der Einsatzkräfte deutlich höher. Für die FF München wurde Vollalarm ausgelöst. Durch die Gefahrenabwehrleitung (GAL) wurde über die Landkreiszentrale weitere Unterstützung angefordert. Insgesamt sind vier Löschzüge in den Bereichen Nord - Unterschleißheim, Ost - Haar, Süd - Taufkirchen und West - Planegg in den Gemeinden bereitgestellt worden. Weiter wurden die Einsatzkräfte durch SEG Betreuungsgruppen aus umliegenden Landkreisen verstärkt.

Rund 25 Personen waren während des gesamten Einsatzverlaufes in der Gefahrenabwehrleitung und der Örtlichen Einsatzleitung tätig. Die Einsatzgrundgebiete, wurden durch Verbindungspersonen und Fachberater von Bundeswehr, Technischen Hilfswerk und Freiwillige Feuerwehr verstärkt. Die Führungsdienste waren während des Einsatzes zweifach besetzt, um die Einsatzfähigkeit für das restliche Stadtgebiet sicher zu stellen.

Nicht minder interessant und lehrreich waren die beiden Referate von Prof. Dr. Michael Reick, dem Erfinder des mobilen Rauchverschlusses, der seit vielen Jahren als Spezialist für den vorbeugenden Brandschutz und Brandschutzsachverständiger tätig ist.

Das erste Referat von Prof. Reick befasste sich mit der Stellung der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kreisbrandmeister (dies entspricht in Bayern den Kreisbrandräten) in Baden- Württemberg. Hierbei wurden nicht nur die tatsächlichen und rechtlichen Voraussetzungen, sondern auch die umfangreichen Aufgabengebiete der Kreisbrandmeister in Baden- Württemberg dargestellt. Nachdem sich die bayerischen Führungskräfte bereits bei der Klausurtagung 2012 mit diesem Thema befasst hatten, konnten aus dem Vortrag weitere wertvolle Erkenntnisse für eine mögliche Umsetzung in Bayern gewonnen werden.

Auf großes Interesse stieß das weitere Referat zum Einfluss moderner Bauweisen auf die Einsatzpraxis der Feuerwehren. Hierbei stellte Prof. Reick die gesamte Bandbreite möglicher Gefahren bei Sonderbauten, Büro- und Industriegebäuden, aber auch in Krankenhäusern, Altenheimen und normalen Wohngebäuden dar.

Große zusammenhängende Lufträume mit der Gefahr großflächiger Rauchausbreitung, die steigende Zahl mobilitätseingeschränkter Personen, die zu neuen Rettungskonzepten führt, die energiesparende Bauweise mit ihrer Auswirkung auf den Brandverlauf wurden ebenso ausführlich dargestellt wie die mittlerweile bekannten besonderen Gefahren von Nagelplattenbindern in Dachkonstruktionen, vor allem bei Supermärkten.

Blick in den Tagungsraum
OBD Wolfgang Schäuble referierte zum Bombenfund in München
Dr. Michael Reick bei einem seiner Vorträge
Robert Kainz stellte die Ansätze zum 3. Teil der Imagekampagne vor

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Im Anschluss an die Klausurtagung...

... fand ein politischer Abend mit CSU-Empfang anlässlich des 20-jährigen Bestehens des LFV Bayern statt

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