8. Klausurtagung

der Bayerischen Kreis- und Stadtbrandräte, Leiter der Berufsfeuerwehren sowie Kreis- und Stadtverbandsvorsitzenden am 26./ 27. Februar 2010 in Unterschleißheim

Unterschleißheim. Eine hohe Resonanz an Rückmeldungen erfuhr der Landesfeuerwehrverband Bayern bei seiner diesjährigen Klausurtagung am 26. und 27. Februar 2010 in Unterschleißheim. Bei der nunmehr 8. Klausurtagung kamen 102 Stadt-und Kreisbrandräte nach Unterschleißheim, um sich bei verschiedenen Workshops und Fachvorträgen weiterzubilden und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu suchen. "Wichtig für uns als LFV ist dabei die Tatsache, dass wir unsere Führungskräfte zu aktuellen Themen informieren und sie in die Arbeit mit einbinden wollen", sagte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl bei der Eröffnung der Klausurtagung.

Herzlich willkommen in seiner Stadt hieß der stellvertretende Bürgermeister Theodor Pregler die Tagungsteilnehmer. Die Arbeit der Feuerwehren verglich er mit der aktuellen Berichterstattung zu den Olympischen Spielen: die Olympiateilnehmer und die Feuerwehren bereiten sich jahrelang auf ihren Einsatz vor, um auf den Punkt ihre Leistungen abrufen zu können. Hierzu braucht es auch einen starken Träger.

Während der zweitägigen Tagung ging es in einem Workshop um die Zukunft der bayerischen Feuerwehren. Hierbei diskutierten und erarbeiteten die Teilnehmer Möglichkeiten zur Problemlösung, um die Zukunftsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren zu stärken. Unumstritten empfinden viele Feuerwehren und Führungskräfte ihre Situation derzeit und zukünftig als krisenhaft. Rückläufige Mitgliederzahlen, eine geringere Tageseinsatzbereitschaft, eine Überflutung von Normen und Regelungen sowie finanzielle Nöte der Kommunen sind nur einige Punkte, die Veränderungen vollziehen werden, die vielen noch gar nicht bewusst sind. Die Zukunft der bayerischen Feuerwehren wird demnach auch davon abhängen, wie man auf Veränderungen reagiert und ob man sie grundsätzlich alspositiv oder negativ empfindet.

Bei einem weiteren Workshop standen kompetente Ansprechpartner des bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverbandes, der Versicherungskammer Bayern und Juristen zur Verfügung, um die Thematik Versicherungsschutz im Feuerwehrdienst und bei der Tätigkeit zu beleuchten. Im Workshop wurden Möglichkeiten zur Absicherung der Standort-und Landkreisausbildung erarbeitet, sowie Probleme bei Sach- und Körperschäden diskutiert.

Ein weiterer großer Bestandteil der Klausurtagung war eine Vortragsreihe zu verschiedenen Themen. Der Stadtbrandrat von Ansbach, Horst Settler stellte den Einsatzablauf des Amoklaufs von Ansbach dar. Bei einem nicht alltäglichen Einsatz konnten wertvolle Hinweise einer solchen Einsatzlage weitergegeben werden.

Die Möglichkeiten einer Einsatznachbereitung und der Stärkemeldungen über ELDIS III stellte Landesverbands- vorsitzender Alfons Weinzierl zusammen mit Kreisbrandmeister Alfons Hallschmid vor. Sie können nach Einführung der integrierten Leitstelle die Feuerwehren ihren Einsatzbericht online auf dem Verwaltungsserver der ILS zeitnah durchführen. So haben auch die Kreisbrandinspektionen einen schnellen Überblick über Einsatzzahlen, beispielsweise um Presseauskünfte zu geben.

Aktuelle Informationen zu dem Thema Digitalfunk gab es durch Christian Zollner, Mitarbeiter der Projektgruppe DigiNet. Aus erster Hand konnten sich hier die Führungskräfte beispielsweise über die aktuell anstehenden Netzplanungsmeetings informieren.

In einem vierten Themenblock informierte der Landesfeuerwehrverband Bayern zu aktuellen Themen.
Die Möglichkeit einer Einsatzüberwachung und Einsatzdokumentation aus der Luft zeigte die Firma AirRobot auf. Eine fliegende Videosonde liefert Live-Bilder aus der Luft von Stellen die beispielsweise von Einsatzkräften nicht betreten werden können. An zahlreichen Einsatzbeispielen, wie die mögliche Ausbreitung von Waldbränden, Personensuchen und die Führung und Lenkung von vielen Einheiten bei Flächen- und Großschadenslagen wurden die Einsatzmöglichkeiten eines solchen Systems demonstriert.

Wie auch im vergangenen Jahr sagte die Feuerwehr Unterschleißheim mit ihrem Kommandant Andreas Hegermann für ein ausgezeichnetes Tagungsumfeld. Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl dankte allen Tagungsteilnehmern für die Teilnahme und den Referenten für die Gestaltung der Vortragsreihe und in den Workshops. "Für mich ist es sehr wichtig, dass ich die Interessen der bayerischen Führungskräfte mit einbinden kann", stellte Vorsitzender Weinzierl nochmals die Wichtigkeit und die Möglichkeit zum gegenseitigen kennen lernenbeim Erfahrungsaustauschder Klausurtagungen heraus.
Herzlichen Dank für Bericht und Bilder an: Jochen Kümmel

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