Feuerwehr-Aktionswoche 2006

Artikel 6 – Örtliche Printmedien auf Kreis- und Ortsebene

Thema: Verhaltenstipps im Katastrophenfall – Teil 4

Energieausfall und Notbevorratung bei Katastrophen

Die Feuerwehr gibt Tipps für den Katastrophenfall

München. Schneekatastrophen im Münsterland und im ostbayerischen Raum haben vor kurzem gezeigt, wie schnell die Infrastruktur zusammenbrechen kann. Für eine umfassende Gefahrenabwehr steht der Bevölkerung ein umfangreiches Hilfeleistungssystem zur Seite. „Die Feuerwehren sind zwar schnell vor Ort, jedoch kann auch jeder einzelne selbst persönliche Vorsorge treffen“, informiert Kommandant X im Rahmen der landesweiten Feuerwehr-Aktionswoche zum Thema Katastrophenschutz.

Alle wichtigen Verbrauchsgüter, besonders Lebensmittel, werden über ein gut funktionierendes Verteilersystem zum Einzelhandel transportiert. Dies garantiert ständig frische Ware und erspart den Lebensmittelhändlern kostspielige Lagerhaltung. Aber dieses System ist auch störanfällig, denn verschneite oder vereiste Straßen können kleine Ortschaften von der Lebensmittelversorgung abschneiden, Hochwasser, beispielsweise die Flutkatastrophe an der Oder, sogar ganze Regionen.

Für solche Fälle sollte sich jeder Haushalt einen Vorrat für ein bis zwei Wochen anlegen, der aus Lebensmitteln und Getränken besteht, die auch ohne Kühlung länger lagerfähig sind und die bei Energieausfall auch kalt gegessen werden können. Bei Katastrophen muss auch mit der Störung der Wasserversorgung oder sogar mit einer Verseuchung des Trinkwassers gerechnet werden. Deshalb gehört zu jedem Notvorrat unbedingt eine ausreichende Menge Flüssigkeit. Zur Deckung dieses Bedarfs eignen sich Mineralwasser, Fruchtsäfte oder sonstige länger lagerfähige Getränke. An erforderliche Spezialkost, beispielsweise für Diabetiker oder an Babynahrung muss gedacht werden. Auch zum Haushalt gehörende Tiere sollten bei der Bevorratung mit berücksichtigt werden.

Gerade in Notzeiten ist Hygiene besonders wichtig, um den Körper vor Krankheiten zu schützen und ihn widerstandsfähig zu halten. Auch unter erschwerten Bedingungen sollte also die Körperpflege konsequent weiter durchgeführt werden. In jeden Haushalt gehört daher ein ausreichender Vorrat an Seife, Waschmittel und Zahnpasta und eine rechtzeitige Bereitstellung von Wasser, ggf. auch zur behelfsmäßigen Spülung der Toiletten.

Die Hausapotheke sollte gut sortiert in einem besonderen Schränkchen untergebracht werden; hoch aufgehängt, damit sie dem Zugriff von kleinen Kindern entzogen ist. Die örtlichen Apotheken beraten Sie gerne bezüglich des empfohlenen Inhaltes und der Aufstellung. Dort können Sie auch ihre alten Medikamente auf die Gebrauchsfähigkeit überprüfen lassen.

Alle Bürger der Industrienationen sind heute abhängig von unterschiedlichen Energiequellen. Hierzu gehören Strom, Gas, Öl und Fernwärme, die über Verteilernetze ins Haus geliefert werden. Wie abhängig man von dieser Versorgung ist, zeigen schon die Konsequenzen, die ein Stromausfall mit sich bringen kann. Alle netzbetriebenen Geräte und somit auch Heizungen fallen aus. Moderne ISDN Telefone ohne unabhängige Stromversorgung stehen für einen Notruf nicht mehr zur Verfügung.

Falls Öl-, Gas-, Fernwärme- oder Stromversorgung ausfallen, sollte jeder Haushalt alternative Möglichkeiten für diesen Notfall bereithalten.

Bei Ausfall des elektrischen Lichtes kann man sich mit Kerzen, Taschenlampen oder Petroleumlampen behelfen. In jedem Fall müssen auch hier die Vorräte an Kerzen, Brennstoffen, Ersatzbirnen für Taschenlampen, Batterien und die Zündmittel wie Streichhölzer oder Feuerzeuge überprüft werden. Für einen Notvorrat sind Akkus weniger geeignet, da sie in geladenem Zustand den gespeicherten Strom nicht lange genug halten. Bei Stromausfall müssten sie aber vollständig geladen sein. Bedenken Sie, dass ein Energieausfall unter ungünstigen Umständen auch über mehrere Wochen anhalten kann. Der Freizeit- und Campinghandel hält eine Vielzahl von Geräten bereit, die in dieser Notsituation hilfreich sein können. Rh