Feuerwehrheim in Bayrisch Gmain

18.12.2015 - 21:13

Zwei langjährige Aktive aus dem Landkreis Kulmbach ganz nah bei ihrem Idol St. Florian: Wilfried Löwinger (rechts) und Emil Hofmann

Bayrisch Gmain-Kulmbach. Es war eine schöne Woche, nicht nur wegen des Wetters mit stahlblauen Himmel. Auch sonst stimmte alles, die Übernachtung, das Essen und die Freundlichkeit des Service. Wilfried Löwinger, bekannt auch als Kreisvorsitzender des Kulmbacher Bauernverbandes, und Emil Hofmann, beide aus Harsdorf, schwärmen von ihrem Aufenthalt in Bayrisch Gmain, dem Dorf ganz nahe an Bad Reichenhall.

Sie bekamen einen Freiplatz für acht Tage im Bayerischen Feuerwehrerholungsheim St. Florian, das herrlich auf einer Anhöhe gelegen ist mit dem Predigtstuhl (1613 Meter) im Blick. Weil sie mindestens 40 Jahre Dienst leisteten und sich als Aktive diesem nicht leichten Amt verschworen. So wie viele Kollegen, ohne die das Ehrenamt im Feuerwehrwesen nicht möglich wäre. Daher hat der Bayerische Staat seit 2014 für diesen Personenkreis neben dem staatlichen Ehrenzeichen in Gold ein extra Dankeschön eingeführt.

Die zwei Männer aus dem Landkreis Kulmbach, die ihre Frauen dabei hatten,- die natürlich zahlten -, bezeichnen das Haus mit Hotelcharakter und Restaurant eine gute Adresse, "eine Supereinrichtung, die mit Hallenbad, täglich angebotenen Ausflügen und Wanderungen auch etwas für die Seele tut". Löwinger, erfahrener Aktiver mit18 Jahren als Kommandant auf dem Buckel und zum Ehrenkommandanten der Harsdorfer Wehr ernannt, sieht in der Einladung eine echte Anerkennung, "was greifbar Nützliches und nicht nur zum an das Revers stecken". Da hätten die Verantwortlichen im Münchner Innenministerium mal wieder eine gute Entscheidung getroffen. Um im gleichen Moment anzufügen, "wenn ich so zurückblicke, wird von den Feuerwehrdienstleistenden jetzt schon viel mehr verlangt als früher, was das Wissen betrifft. Aber leider hat auch die Bürokratie zugenommen".

Hofmann, stets ein einfacher Dienender seiner Wehr, aber immer einsatzbereit, hat vor allem die traumhafte Umgebung begeistert, "es war bei meistens Sonnenschein wie eine Reise ins Glück". Die zwei Frauen nickten zustimmend und meinten, "fein, dass unsere Männer für ihre ehrenamtliche Arbeit eine solche Belohnung bekommen". Alle hätten sich gut erholt und viel gesehen. Dass die beiden Ehepaare miteinander in Gmain waren, ist eher dem Zufall geschuldet. Denn sie haben getrennt gebucht, "wir verstanden uns aber prima, im eigenen Dorf kommt man ja nicht so oft zusammen". Und was noch besonders im Gedächtnis bleibt: Die alpenländischen Weihnachtsmärkte, das Adventssingen im großen Festspielhaus in Salzburg und atemberaubende Ausblicke vom Gipfel. Die Bootsfahrt auf dem Königssee nach St. Bartholomä und der Abstecher in den Malerwinkel Ramsau. Stets nur kurze Entfernungen. Außerdem eine Fahrt per Dampf und Zahnradantrieb mit der Schafbergbahn vom Wolfgangsee aus hinauf auf 1000 Meter Höhe. Der Verfasser dieser Zeilen durfte sogar in der Lok stehen dank des Lokführers Dominik.

Ein bisschen furchterregend die wilden Krampusse in Tierfellen und mitlautstarken Schellen ausgestattet, die den Wehrleuten beim adventlichen Abend im Feuerwehrheim die Leviten lasen, jedoch versöhnlich deren ehrenamtliche Tätigkeit lobten. Übrigens: Aktive aus dem ganzen Freistaat waren da, von Aschaffenburg bis Dachau und vom Allgäu bis aus Oberfranken. Fazit von Wilfried Löwinger und Emil Hofmann: Man kann diese acht Tage unbedingt weiterempfehlen, langjährige Feuerwehrleute sollten das Angebot nutzen. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, die Tatsachen sprechen für sich.


Quelle: Horst Wunner, Altenplos